Selbsteinwechslung und Stadt-Duell

Ohnehin finden sich in den Siegerlisten des DFB-Pokals fast nur Vertreter aus dem „Oberhaus“. Einzig den Kickers aus Offenbach im Jahre 1970 (gegen den 1. FC Köln) und Hannover 96 (1992 gegen Borussia Mönchengladbach) gelang als Zweitligisten das Kunststück des DFB-Pokalgewinns.

Eine weitere erwähnenswerte Geschichte schrieb der DFB-Pokal, dessen Sieger seit 1960 direkt für den Europapokal qualifiziert sind, in der Saison 2000/2001. Die Auslosung für die zweite Runde ergab, dass die Profis des VfB Stuttgart gegen ihre eigene Amateurmannschaft antreten mussten. Ein Kuriosum, das seither durch eine Änderung im Reglement bis zum Finale ausgeschlossen ist.

Dass zwei Teams eines Vereins im Endspiel des DFB-Pokals aufeinandertrafen, gab es in der so abwechslungsreichen Geschichte des DFB-Pokals allerdings noch nicht. Stattdessen aber kam es 1983 zu einem Finale mit zwei Mannschaften aus derselben Stadt. Damals behielt der 1. FC Köln im Lokalderby gegen den eine Klasse tiefer angesiedelten Zweitligisten SC Fortuna Köln knapp mit 1:0 die Oberhand.

Ebenso spannend ging es nur ein Jahr später zu, als der DFB-Pokalsieger zum ersten Mal im Elfmeterschießen ermittelt werden musste. Ausgerechnet Lothar Matthäus, der nach diesem Spiel zum FC Bayern wechselte, besiegelte dabei mit seinem Fehlschuss die Niederlage von Borussia Mönchengladbach gegen München. Auch so eine Geschichte der Besonderheiten rund um den DFB-Pokal.

Und auch dieses Kapitel, das sich bereits einige Jahre früher, im Finale 1973, zugetragen hatte, hat -seinen festen Platz in den Annalen dieses oft so dramatischen wie unterhaltsamen Wettbewerbs: Günter Netzer, Spielmacher der „Fohlenelf“ von Borussia Mönchengladbach, musste gegen den 1. FC Köln lange Zeit auf der Reservebank schmoren, weil er wenige Tage zuvor -seinen Wechsel zu Real Madrid verkündet hatte. Nach neunzig Minuten, es stand 1:1, wurde es dem Regisseur des deutschen Nationalteams, das ein Jahr zuvor in imponierendem Stil die Europameisterschaft gewonnen hatte, dann jedoch zu bunt; er wechselte sich in der Verlängerung ohne Absprache mit Trainer Hennes Weisweiler kurzerhand selbst ein und erzielte nur wenige Augenblicke später mit dem „Tor des Jahres“ das entscheidende 2:1.