"Profis und Amateure sind aufeinander angewiesen"

Nach einer bei Braun durchgeführten Bypass-Operation amtierte Gerhard Mayer-Vorfelder im Jahr 2000 zunächst als kommissarischer Präsident, ehe er am 28. April 2001 zum neunten DFB-Präsidenten gewählt wurde. Der Bundestag in Magdeburg ernannte Braun damals zum DFB-Ehrenpräsidenten. In der Egidius-Braun-Stiftung führt der DFB sein beispielhaftes Wirken fort.

Mayer-Vorfelder, der frühere Kultus- und Finanzminister von Baden-Württemberg, war zwar als langjähriger Präsident des VfB Stuttgart und als allseits geschätzter Vorsitzender des Liga-Ausschusses ein Vertreter des Profifußballs, gleichzeitig jedoch ein Mann des Ausgleichs. "Profis und Amateure sind aufeinander angewiesen. Dabei ist Kompromissbereitschaft statt Konfrontation angesagt", lautete seine Überzeugung. Drei Jahre leitete der gebürtige Mannheimer alleine und von 2004 bis 2006 in Kooperation mit Dr. Theo Zwanziger den DFB.

Ein Bauunternehmer aus Köln, ein Jurist aus Osnabrück, ein Journalist aus Saarbrücken, ein Ex- und Importkaufmann aus Aachen, ein Vollblutpolitiker aus Stuttgart, ein Jurist aus Altendiez und ein Journalist aus Düsseldorf – dies waren die sieben Führungskräfte, die nach dem Krieg bis zu Reinhard Grindels Amtsübernahme dem DFB mit weitsichtigem Handeln und kaufmännischem Geschick zu immer mehr Profil und Profit verhalfen.