Harter Strafenkatalog für die Täter

Der Deutsche Fußball-Bund legt großen Wert darauf, auf jeden vorstellbaren Fall der Wettmanipulation vorbereitet zu sein. DFB-Vizepräsident Dr. Rainer Koch weist darauf hin, dass die Rechts- und Verfahrensordnung des DFB harte Strafen für verurteilte Spieler und Vereine ermöglicht.

„Im deutschen Fußball gab es bisher keinen einzigen Fall, in dem einem Spieler Wettmanipulation nachgewiesen wurde. Für den hypothetischen Fall, dass ein Spieler wirklich eine Partie verschoben hat, können wir ihn mit den bestehenden juristischen Möglichkeiten bis zu zwei Jahre vom Spielbetrieb entfernen. Für einen Profi ist dieses Strafmaß fraglos gleichbedeutend mit dem Ende seiner Laufbahn“, sagt Dr. Rainer Koch, der vor seiner Wahl in das DFB-Präsidium als Vorsitzender des DFB-Sportgerichts gemeinsam mit dem damaligen Kontrollausschuss-Vorsitzenden Horst Hilpert den „Fall Hoyzer“ konsequent verfolgte.

Nach § 8 der Rechts- und Verfahrensordnung des DFB ist bei Bundesspielen für Spieler bei einer aktiven oder passiven Bestechung eine Sperre von drei Monaten bis zu zwei Jahren vorgesehen. Verstöße verjähren erst nach fünf Jahren. Vereinen droht nach § 7 bei einer erwiesenen Bestechung eine Geldstrafe von bis zu 250.000 EURO. In besonders schwerwiegenden Fällen kann anstelle oder neben der Geldstrafe eine weitergehende Strafe ausgesprochen werden. Die Satzung des DFB macht ausdrücklich auch eine Aberkennung von Punkten oder eine Versetzung in eine tiefere Spielklasse möglich.

Zudem wurden als Konsequenz aus dem im Jahr 2005 vom DFB aufgedeckten Wett- und Manipulationsskandal in den Mustervertrag für Vertragsspieler und von der DFL in den Mustervertrag für Lizenzspieler eindeutige Klauseln aufgenommen, die den Spielern das Wetten auf die Klasse, der ihr Verein angehört, ausdrücklich verbieten