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Kopfverletzungen: Einführung eines "Baseline-Screenings"

Hauptverantwortlich für Kopfverletzungen sind Kopf-an-Kopf- und Ellbogen-an-Kopf-Kontakte, die während Kopfballduellen in der Luft geschehen. Bereits 2006 konnte durch eine Regeländerung zur stärkeren Ahndung von Ellbogenschlägen an den Kopf die Anzahl an Kopfverletzungen reduziert werden.

Um den Umgang mit Kopfverletzungen weiter zu professionalisieren, hat die DFL zur Saison 2019/2020 ein sogenanntes "neurologisches Baseline-Screening" aller Bundesliga- und Zweitligaspielerinnen und Spieler auf Grundlage des sogenannten "Scat-5-Tests" eingeführt. Die DFL folgt damit einer Empfehlung der Medizinischen Kommission des DFB, die unter der Leitung von Professor Tim Meyer (Lehrstuhlinhaber für Sport- und Präventivmedizin an der Universität des Saarlandes und Mannschaftsarzt der Fußball-Nationalmannschaft) steht. Es geht dabei nicht um die Wirkung von wiederholten Kopfbällen, sondern um akute Kopfverletzungen, etwa durch einen Ellbogenschlag. Die Arbeit der Teamärzte soll erleichtert und eine optimale medizinische Versorgung der Athletinnen und Athleten gewährleistet werden. Die Ausweitung dieses Verfahrens auf die 3. Liga und die Frauen-Bundesliga ist geplant.

Die Untersuchung im Vorfeld der Saison ist hilfreich, um das Ausmaß einer späteren Verletzung besser erkennen zu können. Im Falle der Beurteilung einer akuten Kopfverletzung stellt sich dem Mannschaftsarzt oft die Frage, ob eine Abweichung vom "Normalzustand" vorliegt. Die Grundidee eines solchen Tests besteht darin, die verschiedenen Teilbereiche der Hirnfunktion, die von einer Kopfverletzung betroffen sein können, sukzessive zu testen. Schon während der Saison 2018/2019 stand den Ärztinnen und Ärzten die technische Option zur Verfügung, sich per Video direkt an der Seitenlinie jene Aktion anzuschauen, die zu der Verletzung führte.