Ohne Fair Play geht es nicht

Fußball vereint. Fußball bewegt. Doch Fußball ist mehr. Der DFB, seine Mitgliedsverbände und Vereine, die den Fußball organisieren, tragen Verantwortung: Sie stehen in der Pflicht, Antworten auch auf jene Herausforderungen zu geben, die nichts mit Toren und Taktik zu tun haben. Im Fokus stehen dabei die Handlungsfelder

  • Gewaltprävention,
  • Fair Play und
  • der Schutz der Kinder und Jugendlichen vor sexualisierter Gewalt.

Der Fanforscher, Ethikpreisträger des DOSB und DFB-Beauftragte für Gesellschaftliche Verantwortung, Prof. Dr. Gunter A. Pilz, bezeichnet das Fair Play als "den Kitt, der das Fußballspiel im Innersten zusammenhält". Denn: Ohne Fair Play geht es nicht. Fair Play ist der Garant dafür, dass das Gleichgewicht zwischen hoher Einsatzbereitschaft und einem angemessenen Schutz vor körperlichen Verletzungen gewährleistet bleibt, dass selbst im härtesten Wettkampf das Fußballspiel noch ein Spiel bleibt. Zum Vermitteln und Vorleben des Fair Plays zu erziehen, ist deshalb genauso integraler Bestandteil des Fußball-Kerngeschäfts wie die Gewaltprävention. Geht es doch um die Werte, die das Fußballspiel langfristig sichern.

"Fair ist mehr" – Das Gewaltpräventionskonzept des Deutschen Fußball-Bundes

Folgt man der Berichterstattung der Medien, entsteht der Eindruck, dass die Gewalt im Fußball – besonders im Amateurbereich – in den vergangenen Jahren zugenommen hat. Objektiv betrachtet bestätigt sich dieser Eindruck jedoch nicht. Um über verlässliche Daten zu verfügen, aktuelle Entwicklungstrends zu erfassen und gezielte Präventions- und Interventionsmaßnahmen zu ergreifen, werden seit der Saison 2014/15 bundesweit die Gewalt- und Diskriminierungsvorfälle auf Deutschlands Fußballplätzen durch den Online-Spielbericht anhand der Schiedsrichter-Angaben erfasst. Damit versetzt der DFB seine Landesverbände in die Lage, schnell und adäquat auf solche reagieren zu können.

Dass dies bereits vielerorts unter der Leitung der 21 Landes- und fünf Regionalverbände geschieht, zeigt eine Bestandsaufnahme des DFB aus dem Jahr 2014. Diese erfasste alle in den Regional- und Landesverbänden bestehenden und erprobten Maßnahmen und Projekte zur Prävention, Früherkennung und Intervention von Gewalt im Amateurfußball, analysierte sie und fasste sie in gebündelter Form zusammen. Am Ende stand ein Gesamtkonzept, welches die Komplexität des Themas auf die wirksamsten Maßnahmen und Projekte reduzierte: Das Gewaltpräventionskonzept "Fair ist mehr".

Es ist fester Bestandteil des Masterplans Amateurfußball, in dessen Rahmen sich der DFB und seine Mitgliedsverbände auf die gemeinsame und somit flächendeckende Umsetzung einer Vielzahl von Maßnahmen im und für den Amateurfußball verpflichtet haben. Diese werden sukzessive durch alle Landes- und Regionalverbände umgesetzt. Eine weitere Bestandsaufnahme 2019 zeigte, dass die Landesverbände eine Vielzahl von Projekten und Maßnahmen zur Gewaltprävention und Fair Play-Förderung etabliert haben.

Prävention und Intervention sexualisierter Gewalt

Sexualisierte Gewalt gibt es auch im Wettkampf- und Leistungssport und damit auch im Fußball. Gemeinsames Duschen oder Fahrten zu Trainingslagern etwa können für Grenzverletzungen und sexuelle Übergriffe missbraucht werden. Aber auch der Wunsch nach Anerkennung durch die Trainer*innen macht Mädchen und Jungen verletzlich für grenzüberschreitendes Verhalten. Für die mehr als 2,1 Millionen Fußball spielenden Kinder und Jugendlichen tragen Verbände und Vereine sowie die Trainer*innen und Eltern große Verantwortung.

Der DFB fördert einen vorausschauenden sowie offenen Umgang mit dem Thema Kinder- und Jugendschutz auf allen Verbandsebenen und fordert eine Kultur des Hinsehens. Er unterstützt die Verantwortlichen dabei, Risiken einzuschätzen, sich präventiv aufzustellen und im Falle eines Verdachts schnell und sorgsam zu handeln. Ziel ist es, ein sicheres Umfeld für Nachwuchsspieler*innen in Vereins- und Auswahlmannschaften zu schaffen.

2010 verpflichtete sich der DFB – gemeinsam mit seinen Landesverbänden – durch den DFB-Vorstandsbeschluss und die Unterzeichnung der Münchner Erklärung dazu, Maßnahmen zur Prävention und Intervention sexualisierter Gewalt einzuführen. Die kontinuierliche Umsetzung entsprechender Maßnahmen ist seit der Verabschiedung des "Konzeptes zur Prävention und Intervention Sexualisierter Gewalt im Fußball" durch das DFB-Präsidium im Frühjahr 2015 sichergestellt. Das Konzept wurde gemeinsam mit den Regional- und Landesverbänden entwickelt und sukzessive umgesetzt.