Gewaltvorfälle bearbeiten

Trotz Fair Play-Förderung und Präventionsmaßnahmen kommt es auch im Fußball zu Gewaltvorfällen. Der DFB und seine Landesverbände nehmen jeden einzelnen Vorfall ernst.

Die überwiegende Mehrheit an Vorfällen bei Fußballspielen findet über den Sonderbericht im Online-Spielbericht des*r Schiedsrichters*in ihren Weg direkt zu den Sportgerichten, wird dort verhandelt und abgeurteilt. Doch auch über andere Kanäle erlangen Sportgerichte und Verantwortliche in den Landesverbänden Kenntnis über teilweise gravierende Fälle.

Um alle Landesverbände über die bestehenden und bewährten Interventionsmaßnahmen zu informieren, entwickelte eine Projektgruppe bis Oktober 2018 die "Handlungsempfehlungen für Fußball-Landesverbände im Umgang mit Gewalt- und Diskriminierungsvorfällen". Ziel ist es, die Verfahrensweisen bei Gewalt- und Diskriminierungsvorfällen zu vereinheitlichen.

Schwerpunkte der Handlungsempfehlungen sind es, ein einheitliches Verständnis von einem „Gewaltvorfall“ und „Diskriminierungsvorfall“ zu stärken, sowie über deren Meldeverfahren, Bearbeitung, Dokumentation und Nachbereitung zu informieren und Hinweise auf erforderliche nützliche Konfliktmanager*innen und Kooperationen zu verbreiten.

Jeder Landesverband hat eine zentrale Anlaufstelle mit Ansprechpartner*innen für Gewalt- und Diskriminierungsvorfälle eingerichtet. Ab 2020 sind jährlich bundesweite Netzwerktreffen mit Fortbildungsangeboten sowie „Runde Tische“ mit Verantwortlichen aus der Sportgerichtsbarkeit, Schiedsrichter*innen, Staffelleiter*innen, Kreisvorsitzenden und Geschäftsführer*innen vorgesehen.

Unter Wahrung der Autonomie der Landesverbände und deren Sportgerichtsbarkeit werden dabei auch Mindeststandards bezüglich der Auflagenmöglichkeiten und -nutzung formuliert. Das Bestreben ist es, Täter*innen möglichst nicht aus dem Verein und/ oder Verband auszuschließen, sondern mittels entsprechenden Alternativen Sanktionsmaßnahmen (AS) und (Bewährungs-)Auflagen zu einer Einstellungs- und Verhaltensänderung zu bewegen. Ähnliche Maßnahmen können die Landesverbände auch Mannschaften und Vereinen anbieten, die (noch) nicht sportgerichtlich auffällig geworden sind. In Fällen der proaktiven Unterstützungsanfrage durch einen Verein an den Landesverband oder der Unterbreitung eines Angebots durch den Landesverband aufgrund der Erkenntnisse aus den Früherkennungsmaßnahmen empfehlen sich insbesondere Vereinscoachings.