Wie der neue DFB entsteht

Das Publikum ist erlesen. Karl der Große ist da. Auch Friedrich Barbarossa und Franz II. sind zugegen. Sie verharren regungslos auf ihren Positionen, blicken wohlwollend und sind stumme Zeugen, als ein Stück Geschichte geschrieben wird: Freitag, 21. März 2014, 13.27 Uhr, im Rathaus der Stadt Frankfurt. Eingefunden haben sich Oberbürgermeister Peter Feldmann, Bürgermeister Olaf Cunitz, der damalige DFB-Präsident Wolfgang Niersbach und der damalige DFB-Generalsekretär Helmut Sandrock. Sie haben einen wichtigen Auftrag. Und schreiten schließlich zur Tat.

Manchmal genügen kleine Bewegungen, um große Bewegungen in Gang zu setzen. So wie in diesem Fall. Vier Unterschriften, dann ist es so weit: Nachdem alle ihren Namenszug unter ein Blatt Papier gesetzt haben, sind die Weichen für die Zukunft des Fußballs in Deutschland gestellt. Der Rahmen ist dem Anlass würdig. Ort der Unterzeichnung ist der Kaisersaal des Römers. Die Protagonisten sind umrahmt von der einzig vollständig erhaltenen Galerie aller Kaiser und Könige des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation – von Karl dem Großen über Friedrich Barbarossa bis zu Franz II., insgesamt 52 gekrönte Häupter.

Unter deren Augen wird formal ein Vorhaben bekundet: Der DFB nimmt das Angebot der Stadt Frankfurt an und will das Gelände der Galopprennbahn Niederrad in Erbpacht erwerben. Eine Absichtserklärung von hohem Wert – unter verlässlichen Partnern. Inhaltlich geht es um viel mehr. Der Erwerb des Geländes der heutigen Galopprennbahn ist Teil einer Neuausrichtung des DFB, die wenige Stunden vor der Unterzeichnung im Römer einige Kilometer entfernt in der DFB-Zentrale entschieden wurde. Das DFB-Präsidium hatte getagt und einstimmig einen weitreichenden Beschluss gefasst: Der DFB will den neuen DFB und seine Akademie. Am Standort Frankfurt.