"Darauf arbeitet man die ganze Saison hin"

Es ist das große Duell des 14. Spieltags der Allianz Frauen-Bundesliga. Wenn der FC Bayern München heute (ab 12.15 Uhr, live auf DFB-TV und Eurosport) beim VfL Wolfsburg antritt, ist es nicht nur das Aufeinandertreffen des Spitzenreiters mit dem Tabellenzweiten. Es ist auch die Partie des Deutschen Meisters beim DFB-Pokalsieger. Die Ausgangslage allerdings ist überraschend deutlich: Die Münchnerinnen thronen mit zwölf Punkten Vorsprung ganz oben in der Tabelle. Seit über einem Jahr ist die Mannschaft von Trainer Thomas Wörle in Pflichtspielen unbesiegt. Wolfsburg hingegen musste zuletzt einige bittere Rückschläge einstecken. Im DFB.de-Doppelinterview sprechen Münchens österreichische Nationalspielerin Viktoria Schnaderbeck und Wolfsburgs Schweizer Nationalspielerin Ramona Bachmann über die Konstellation an der Tabellenspitze, die besondere Bedeutung des Duells und die zahlreichen Überraschungen in dieser Saison.

DFB.de: Frau Schnaderbeck, Frau Bachmann, Sie sind jeweils mit Siegen ins neue Jahr gestartet. Sind Sie gewappnet für das große Aufeinandertreffen am Samstag?

Viktoria Schnaderbeck: Wir freuen uns unheimlich auf die Partie in Wolfsburg. Das ist ein Highlight, auf das man die ganze Saison hinarbeitet. Ich denke schon, dass wir vorbereitet sind. Auch wenn das 1:0 am vergangenen Wochenende gegen den 1. FC Köln ein hartes Stück Arbeit war. Es war klar, dass der Start nach der Weihnachtspause nicht einfach werden würde. Wir haben direkt wieder gemerkt, dass es in der Allianz Frauen-Bundesliga keine leichten Aufgaben mehr gibt.

Ramona Bachmann: Wir haben in Bremen 3:0 gewonnen. Und wir haben dort nicht nur die drei Punkte geholt, wir haben zudem eine richtig gute Leistung gezeigt. Man hat gesehen, dass wir die Pause super genutzt haben. Ich bin davon überzeugt, dass wir stärker sind als im ersten halben Jahr. Wir sind also bereit für das Duell mit Bayern.

DFB.de: Was erwarten Sie von dem Spiel am Samstag?

Schnaderbeck: Es wird ganz anders, als gegen Köln. Der FC war extrem defensiv eingestellt. Wolfsburg wird so nicht auftreten, davon bin ich überzeugt. Die müssen gewinnen, wenn sie den zweiten Platz vor Frankfurt verteidigen wollen. Außerdem werden sie alles versuchen, um unseren Vorsprung zu verkleinern.

Bachmann: Wir wollen die drei Punkte holen, das ist doch ganz klar. Außerdem wollen wir uns für die 0:1-Niederlage im Hinspiel am dritten Spieltag revanchieren. Wir sind damals nach einer halben Stunde in Rückstand geraten. Danach haben die Münchenerinnen sehr gut verteidigt. Das war eine bittere Niederlage, weil wir meiner Meinung nach nicht die schlechtere Mannschaft waren.

DFB.de: Der FC Bayern hat neun Spieltage vor Schluss bereits zwölf Punkte Vorsprung. Ist das nur ein beruhigendes Polster oder sogar schon eine Vorentscheidung, Frau Schnaderbeck?

Schnaderbeck: Ein Polster ja, eine Vorentscheidung nein. Die Titelverteidigung ist für uns noch kein Thema. Es bringt nichts, jetzt so weit nach vorne zu schauen. Wir sind in der Vergangenheit sehr gut damit zurechtgekommen, unseren Fokus immer nur auf die nächste Aufgabe zu richten. Das werden wir nicht ändern. Wir haben uns diese Ausgangslage erarbeitet. Allerdings sollte man auch nicht vergessen, dass wir in der einen oder anderen engen Partie auch das nötige Quäntchen Glück hatten. Sobald wir ein paar Prozent nachlassen, bekommen wir Probleme. Und man hat im Fußball ja schon oft genug erlebt, wie schnell es in die andere Richtung gehen kann.

DFB.de: Wie sehen Sie die Situation an der Tabellenspitze, Frau Bachmann?

Bachmann: Wir schauen nur noch auf uns. Es bringt nichts, wenn wir jetzt auf München blicken. Wir wollen unsere noch ausstehendenden Begegnungen alle gewinnen. Dann werden wir sehen, was am Ende dabei herauskommt.

DFB.de: Gibt es denn etwas, was Ihnen Hoffnung macht?

Bachmann: Als ich in Schweden war, war ich mit dem FC Rosengard mal in einer vergleichbaren Situation. Wir hatten zu einem ähnlichen Zeitpunkt (…) neun Punkte Vorsprung. Kein Mensch hat mehr damit gerechnet, dass da noch etwas schief gehen könnte. Aber dann hat man mal wieder gesehen, was im Fußball so alles möglich ist. Am Ende hatten wir den Vorsprung verspielt und sind nicht Meister geworden. Es gibt also auch für uns in dieser Saison noch einiges zu gewinnen. Auch im DFB-Pokal und der Champions League. Das sollte man nicht vergessen.

DFB.de: Was macht den FC Bayern so stark derzeit?

Schnaderbeck: Wir leben von unserem Teamgeist. Ich finde es fast schon unglaublich, wie schnell wir nach dem Umbruch im Sommer wieder eine Mannschaft geworden sind. Hier ist wirklich jede Spielerin für die andere da. Da fällt die Eingewöhnung nicht schwer. So ist es auch auf dem Platz. Es funktioniert nur, weil wir eine Einheit sind. Wenn zehn der elf Spielerinnen an einem Strang ziehen, aber eine ausschert, bekommen wir direkt Probleme. Das ist allen bewusst. Nur deshalb funktioniert es derzeit so perfekt. Aber das ist kein Selbstläufer, das wissen wir ganz genau. Wir müssen in jeder Trainingseinheit dafür arbeiten.

Bachmann: Man muss wirklich Respekt haben vor dem, was in München gerade passiert. Die gewinnen auch konstant die engen Spiele. Irgendwann kann man dabei nicht mehr von Glück sprechen. Sobald die einmal in Führung gegangen sind, wird es unheimlich schwer, weil sie in der Defensive sehr, sehr gut stehen.

DFB.de: Sie haben erst vier Gegentreffer kassiert nach 13 Partien, Frau Schnaderbeck. Das muss Sie als Defensivspielerin besonders freuen?

Schnaderbeck: Ich bin nicht der Typ, der ständig irgendwelche Statistiken liest. Klar ist aber, dass wir defensiv sehr gut stehen. Aber – auch wenn ich mich wiederhole – das ist nur möglich, weil alle mitmachen. Auch die Angreiferinnen. Sonst geht es nicht. Das ist nicht ausschließlich ein Verdienst der Torhüterinnen oder der Abwehrspielerinnen.

DFB.de: Können Sie sich eigentlich noch an die letzte Niederlage in einem Pflichtspiel erinnern?

Schnaderbeck: Da muss ich erstmal überlegen. 2015 kann es nicht gewesen sein, da sind wir unbesiegt geblieben. In der Allianz Frauen-Bundesliga haben wir in der vergangenen Saison ja ebenfalls nicht verloren. Ich glaube daher, es war unser Ausscheiden im Viertelfinale des DFB-Pokals beim 1. FFC Frankfurt kurz vor Weihnachten 2014. Deshalb fiebern wir auch schon dem Halbfinale beim SC Sand im April entgegen. Wir wollen unbedingt ins große Endspiel nach Köln kommen.

DFB.de: Sie sind inzwischen über fünf Jahren beim FC Bayern. War diese Entwicklung damals abzusehen?

Schnaderbeck: In meinen ersten Gesprächen damals mit Thomas Wörle haben wir Ideen und Visionen entwickelt. Wir wollten in der Allianz Frauen-Bundesliga eine gute Rolle spielen. Dass wir inzwischen sogar Deutscher Meister sind und jetzt schon wieder ganz oben stehen, ist kaum zu glauben. Aber jetzt wartet die schwerste Aufgabe auf uns: Wir müssen uns dort nun dauerhaft etablieren. Das ist die nächste Herausforderung. Erst wenn uns das gelungen ist, können wir davon sprechen, dass wir eine echte Spitzenmannschaft sind.

DFB.de: Frau Bachmann, ist man bei einer solchen Statistik nicht als Gegnerin doppelt motiviert?

Bachmann: Ja, natürlich. Es ist mal wieder die Zeit gekommen, dass München ein Pflichtspiel verliert. Wir sind bereit. Wie gesagt: Wir werden alles dafür tun, dass die drei Punkte in Wolfsburg bleiben. Allerdings muss allen bewusst sein, dass nur eine gute spielerische Leistung nicht reichen wird. Wir müssen auch physisch präsent sein.

DFB.de: Während Wolfsburg in dieser Saison schon die eine oder andere Überraschung erlebt hat, ist München bis auf einen Unentschieden gegen Jena davon verschont geblieben. Ist dennoch die Tendenz zu erkennen, dass das Niveau in der Allianz Frauen-Bundesliga ausgeglichener wird?

Bachmann: Ich bin ja jetzt erst seit einem guten halben Jahr hier. Aber ich bin wirklich überrascht, wie ausgeglichen es in Deutschland zugeht. Es gibt in der Allianz Frauen-Bundesliga definitiv keine leichten Aufgaben. Man muss 90 Minuten total konzentriert bleiben, sonst bekommt man Probleme. Wir haben uns in einigen Begegnungen zu viele individuelle Fehler erlaubt. Dafür sind wir bestraft worden. Für uns war das eine bittere Erfahrung. Für den Frauenfußball im Allgemeinen ist das natürlich eine sehr erfreuliche Entwicklung.

Schnaderbeck: Ja, definitiv. Es gibt keine Ausreißer mehr nach unten. Wir hatten am vergangenen Wochenende den Tabellenletzten zu Gast. Darüber haben wir ja bereits gesprochen. Auch wenn unser Sieg am Ende hochverdient war, war es eine sehr schwere Aufgabe. Diese krassen Leistungsunterschiede wie früher gibt es nicht mehr.

[sw]

Es ist das große Duell des 14. Spieltags der Allianz Frauen-Bundesliga. Wenn der FC Bayern München heute (ab 12.15 Uhr, live auf DFB-TV und Eurosport) beim VfL Wolfsburg antritt, ist es nicht nur das Aufeinandertreffen des Spitzenreiters mit dem Tabellenzweiten. Es ist auch die Partie des Deutschen Meisters beim DFB-Pokalsieger. Die Ausgangslage allerdings ist überraschend deutlich: Die Münchnerinnen thronen mit zwölf Punkten Vorsprung ganz oben in der Tabelle. Seit über einem Jahr ist die Mannschaft von Trainer Thomas Wörle in Pflichtspielen unbesiegt. Wolfsburg hingegen musste zuletzt einige bittere Rückschläge einstecken. Im DFB.de-Doppelinterview sprechen Münchens österreichische Nationalspielerin Viktoria Schnaderbeck und Wolfsburgs Schweizer Nationalspielerin Ramona Bachmann über die Konstellation an der Tabellenspitze, die besondere Bedeutung des Duells und die zahlreichen Überraschungen in dieser Saison.

DFB.de: Frau Schnaderbeck, Frau Bachmann, Sie sind jeweils mit Siegen ins neue Jahr gestartet. Sind Sie gewappnet für das große Aufeinandertreffen am Samstag?

Viktoria Schnaderbeck: Wir freuen uns unheimlich auf die Partie in Wolfsburg. Das ist ein Highlight, auf das man die ganze Saison hinarbeitet. Ich denke schon, dass wir vorbereitet sind. Auch wenn das 1:0 am vergangenen Wochenende gegen den 1. FC Köln ein hartes Stück Arbeit war. Es war klar, dass der Start nach der Weihnachtspause nicht einfach werden würde. Wir haben direkt wieder gemerkt, dass es in der Allianz Frauen-Bundesliga keine leichten Aufgaben mehr gibt.

Ramona Bachmann: Wir haben in Bremen 3:0 gewonnen. Und wir haben dort nicht nur die drei Punkte geholt, wir haben zudem eine richtig gute Leistung gezeigt. Man hat gesehen, dass wir die Pause super genutzt haben. Ich bin davon überzeugt, dass wir stärker sind als im ersten halben Jahr. Wir sind also bereit für das Duell mit Bayern.

DFB.de: Was erwarten Sie von dem Spiel am Samstag?

Schnaderbeck: Es wird ganz anders, als gegen Köln. Der FC war extrem defensiv eingestellt. Wolfsburg wird so nicht auftreten, davon bin ich überzeugt. Die müssen gewinnen, wenn sie den zweiten Platz vor Frankfurt verteidigen wollen. Außerdem werden sie alles versuchen, um unseren Vorsprung zu verkleinern.

Bachmann: Wir wollen die drei Punkte holen, das ist doch ganz klar. Außerdem wollen wir uns für die 0:1-Niederlage im Hinspiel am dritten Spieltag revanchieren. Wir sind damals nach einer halben Stunde in Rückstand geraten. Danach haben die Münchenerinnen sehr gut verteidigt. Das war eine bittere Niederlage, weil wir meiner Meinung nach nicht die schlechtere Mannschaft waren.

DFB.de: Der FC Bayern hat neun Spieltage vor Schluss bereits zwölf Punkte Vorsprung. Ist das nur ein beruhigendes Polster oder sogar schon eine Vorentscheidung, Frau Schnaderbeck?

Schnaderbeck: Ein Polster ja, eine Vorentscheidung nein. Die Titelverteidigung ist für uns noch kein Thema. Es bringt nichts, jetzt so weit nach vorne zu schauen. Wir sind in der Vergangenheit sehr gut damit zurechtgekommen, unseren Fokus immer nur auf die nächste Aufgabe zu richten. Das werden wir nicht ändern. Wir haben uns diese Ausgangslage erarbeitet. Allerdings sollte man auch nicht vergessen, dass wir in der einen oder anderen engen Partie auch das nötige Quäntchen Glück hatten. Sobald wir ein paar Prozent nachlassen, bekommen wir Probleme. Und man hat im Fußball ja schon oft genug erlebt, wie schnell es in die andere Richtung gehen kann.

DFB.de: Wie sehen Sie die Situation an der Tabellenspitze, Frau Bachmann?

Bachmann: Wir schauen nur noch auf uns. Es bringt nichts, wenn wir jetzt auf München blicken. Wir wollen unsere noch ausstehendenden Begegnungen alle gewinnen. Dann werden wir sehen, was am Ende dabei herauskommt.

DFB.de: Gibt es denn etwas, was Ihnen Hoffnung macht?

Bachmann: Als ich in Schweden war, war ich mit dem FC Rosengard mal in einer vergleichbaren Situation. Wir hatten zu einem ähnlichen Zeitpunkt (…) neun Punkte Vorsprung. Kein Mensch hat mehr damit gerechnet, dass da noch etwas schief gehen könnte. Aber dann hat man mal wieder gesehen, was im Fußball so alles möglich ist. Am Ende hatten wir den Vorsprung verspielt und sind nicht Meister geworden. Es gibt also auch für uns in dieser Saison noch einiges zu gewinnen. Auch im DFB-Pokal und der Champions League. Das sollte man nicht vergessen.

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DFB.de: Was macht den FC Bayern so stark derzeit?

Schnaderbeck: Wir leben von unserem Teamgeist. Ich finde es fast schon unglaublich, wie schnell wir nach dem Umbruch im Sommer wieder eine Mannschaft geworden sind. Hier ist wirklich jede Spielerin für die andere da. Da fällt die Eingewöhnung nicht schwer. So ist es auch auf dem Platz. Es funktioniert nur, weil wir eine Einheit sind. Wenn zehn der elf Spielerinnen an einem Strang ziehen, aber eine ausschert, bekommen wir direkt Probleme. Das ist allen bewusst. Nur deshalb funktioniert es derzeit so perfekt. Aber das ist kein Selbstläufer, das wissen wir ganz genau. Wir müssen in jeder Trainingseinheit dafür arbeiten.

Bachmann: Man muss wirklich Respekt haben vor dem, was in München gerade passiert. Die gewinnen auch konstant die engen Spiele. Irgendwann kann man dabei nicht mehr von Glück sprechen. Sobald die einmal in Führung gegangen sind, wird es unheimlich schwer, weil sie in der Defensive sehr, sehr gut stehen.

DFB.de: Sie haben erst vier Gegentreffer kassiert nach 13 Partien, Frau Schnaderbeck. Das muss Sie als Defensivspielerin besonders freuen?

Schnaderbeck: Ich bin nicht der Typ, der ständig irgendwelche Statistiken liest. Klar ist aber, dass wir defensiv sehr gut stehen. Aber – auch wenn ich mich wiederhole – das ist nur möglich, weil alle mitmachen. Auch die Angreiferinnen. Sonst geht es nicht. Das ist nicht ausschließlich ein Verdienst der Torhüterinnen oder der Abwehrspielerinnen.

DFB.de: Können Sie sich eigentlich noch an die letzte Niederlage in einem Pflichtspiel erinnern?

Schnaderbeck: Da muss ich erstmal überlegen. 2015 kann es nicht gewesen sein, da sind wir unbesiegt geblieben. In der Allianz Frauen-Bundesliga haben wir in der vergangenen Saison ja ebenfalls nicht verloren. Ich glaube daher, es war unser Ausscheiden im Viertelfinale des DFB-Pokals beim 1. FFC Frankfurt kurz vor Weihnachten 2014. Deshalb fiebern wir auch schon dem Halbfinale beim SC Sand im April entgegen. Wir wollen unbedingt ins große Endspiel nach Köln kommen.

DFB.de: Sie sind inzwischen über fünf Jahren beim FC Bayern. War diese Entwicklung damals abzusehen?

Schnaderbeck: In meinen ersten Gesprächen damals mit Thomas Wörle haben wir Ideen und Visionen entwickelt. Wir wollten in der Allianz Frauen-Bundesliga eine gute Rolle spielen. Dass wir inzwischen sogar Deutscher Meister sind und jetzt schon wieder ganz oben stehen, ist kaum zu glauben. Aber jetzt wartet die schwerste Aufgabe auf uns: Wir müssen uns dort nun dauerhaft etablieren. Das ist die nächste Herausforderung. Erst wenn uns das gelungen ist, können wir davon sprechen, dass wir eine echte Spitzenmannschaft sind.

DFB.de: Frau Bachmann, ist man bei einer solchen Statistik nicht als Gegnerin doppelt motiviert?

Bachmann: Ja, natürlich. Es ist mal wieder die Zeit gekommen, dass München ein Pflichtspiel verliert. Wir sind bereit. Wie gesagt: Wir werden alles dafür tun, dass die drei Punkte in Wolfsburg bleiben. Allerdings muss allen bewusst sein, dass nur eine gute spielerische Leistung nicht reichen wird. Wir müssen auch physisch präsent sein.

DFB.de: Während Wolfsburg in dieser Saison schon die eine oder andere Überraschung erlebt hat, ist München bis auf einen Unentschieden gegen Jena davon verschont geblieben. Ist dennoch die Tendenz zu erkennen, dass das Niveau in der Allianz Frauen-Bundesliga ausgeglichener wird?

Bachmann: Ich bin ja jetzt erst seit einem guten halben Jahr hier. Aber ich bin wirklich überrascht, wie ausgeglichen es in Deutschland zugeht. Es gibt in der Allianz Frauen-Bundesliga definitiv keine leichten Aufgaben. Man muss 90 Minuten total konzentriert bleiben, sonst bekommt man Probleme. Wir haben uns in einigen Begegnungen zu viele individuelle Fehler erlaubt. Dafür sind wir bestraft worden. Für uns war das eine bittere Erfahrung. Für den Frauenfußball im Allgemeinen ist das natürlich eine sehr erfreuliche Entwicklung.

Schnaderbeck: Ja, definitiv. Es gibt keine Ausreißer mehr nach unten. Wir hatten am vergangenen Wochenende den Tabellenletzten zu Gast. Darüber haben wir ja bereits gesprochen. Auch wenn unser Sieg am Ende hochverdient war, war es eine sehr schwere Aufgabe. Diese krassen Leistungsunterschiede wie früher gibt es nicht mehr.