Ohne Unparteiische geht es nicht

Entscheidungen in Bruchteilen von Sekunden, Situationen blitzschnell erkennen und bewerten, Führungsstärke und Stressresistenz. Alltag der Schiedsrichter in Deutschland. Von den Bambinis bis zu den Senioren, von der Kreisklasse bis in die Bundesliga – ohne unsere Unparteiischen geht es nicht.

In Deutschland finden im Jahr 1,6 Millionen Fussballspiele statt, das sind 4.400 Begegnungen pro Tag. Jedes Spiel will an- und abgepfiffen werden, jedes Spiel benötigt einen, der den Regeln zur Geltung verhilft: den Schiedsrichter. Die rund 75.000 Schiedsrichter in Deutschland geben Millionen Aktiven die Möglichkeit, im organisierten Ligenbetrieb Fußball zu spielen.

Bibiana Steinhaus hat das Finale der Frauen-WM 2011 und das Endspiel der Olympischen Spiele 2012 in London geleitet, Wolfgang Stark hat 2012 das Finale der Europa League gepfiffen. Schiedsrichter aus Deutschland sind regelmäßig bei allen großen Turnieren im Einsatz. Und würden nicht die deutschen Fußballer die häufige Angewohnheit haben, regelmäßig lange bei den Turnieren dabei zu sein – Schiedsrichter aus Deutschland hätten mit großer Wahrscheinlichkeit schon zahlreiche Finals in ihrer Vita stehen. So ist es kein Zufall, dass der einzige Deutsche, der das Finale einer Weltmeisterschaft (1970 in Mexiko) pfeifen durfte, aus der ehemaligen DDR kommt: Rudi Glöckner.

Wie die deutschen Fußballer haben auch die Schiedsrichter international einen hervorragenden Ruf. In der Breite, in der Spitze – und in der Breite an der Spitze. Zehn Schiedsrichter sowie zehn Assistenten aus Deutschland stehen seit Jahren auf der FIFA-Liste, das ist das Maximum. Über die Jahre gibt es nur wenige Verbände, deren Schiedsrichter auf eine ähnliche Anzahl an internationalen Einsätzen kommen wie der DFB. Diese Leistungen sind kein Zufall. Der DFB trägt den ständig steigenden Anforderungen an die Unparteiischen Rechnung. In der Vergangenheit, aktuell, in Zukunft.

Im Schiedsrichterausschuss, dessen Vorsitzender der ehemalige FIFA-Schiedsrichter Herbert Fandel ist, wurde eine Strukturreform angestoßen, die das Schiedsrichterwesen in Deutschland modernisiert hat. Dazu gehört auch die Bildung von zwei selbstständigen Kommissionen, die im Oktober 2013 auf dem DFB-Bundestag in Nürnberg beschlossen wurde: die Schiedsrichterkommission Elite und die Schiedsrichterkommission Amateure.

Förderlich ist dabei das gute Zusammenspiel mit der Abteilung Schiedsrichterwesen beim DFB. Die Abteilung ist angesiedelt in der Direktion Amateurfußball, Qualifizierung, Schiedsrichter und Gesellschaftliche Verantwortung bei DFB-Direktor Willi Hink. Seit 2008 wird die Abteilung vom ehemaligen FIFA-Schiedsrichter Lutz Michael Fröhlich geleitet. Fröhlich ist zudem Mitglied des Schiedsrichterausschusses und der Kommission Elite.