Fair Play Liga: Drei simple Regeln und der langfristige Effekt…

Was 2007 in Aachen begonnen hat, erobert langsam aber kontinuierlich die Kinder-Fußballplätze der gesamten Nation: die Fair Play Liga. Hinter dem Begriff verbirgt sich eine innovative Organisationsform für den Kinderfußball (Bambini bis E-Junioren). Der Deutsche Fußball-Bund, der nach den Jugendfachtagungen 2013 die Empfehlung aussprach, die Organisationsform in der kommenden Saison deutschlandweit umzusetzen, erhofft sich durch die relativ simplen Anpassungen im Spielbetrieb langfristige Auswirkungen im gesamten Fußball. Willi Hink, DFB-Direktor für Amateurfußball, Qualifizierung, Schiedsrichter und Gesellschaftliche Verantwortung, spricht auf TWO über…

… das Besondere an der „Fair Play Liga“
Bei der Fair Play Liga stehen der Fußball und der Spaß an der Bewegung im Mittelpunkt. Die Kinder können sich zu einhundert Prozent auf den Ball und den Gegner konzentrieren.

… die Regeln
Es gelten die normalen Fußball-Regeln für diese Altersklasse. Dazu kommen drei ganz entscheidende Zusätze:
1. Eltern und Zuschauer müssen mindestens 15 Meter weg vom Spielfeld stehen.
2. Die beiden Trainer stehen direkt nebeneinander und treten sozusagen als ein Trainerteam auf.
3. Es wird ohne Schiedsrichter gespielt.
… die Effekte der Regeln
Regel eins bewirkt, dass es viel ruhiger auf dem Feld ist, da die Eltern zu weit weg stehen, um Einfluss auf ihre Kinder zu nehmen. Anfeuerungsrufe gibt es noch, aber nicht mehr diese Menge an teilweise aggressiven Kommandos, die die Kinder nicht verarbeiten können. Das tut dem Eltern-Kind-Verhältnis gut.
Regel zwei reduziert ebenfalls die Hektik auf dem Platz. Konflikte und negative Emotionen von siegorientierten Trainern, sind geringer. Außerdem bekommen die Trainer ein Bewusstsein dafür, dass gegenseitiges Betrügen und Anpöbeln nichts auf dem Fußballplatz zu suchen hat. Der Wettkampf soll fair und sauber ablaufen. Der Verlierer sucht erst einmal die Verantwortung bei sich und nicht beim Schiedsrichter.
Die dritte Regel sorgt dafür, dass die Kinder selbst Verantwortung übernehmen und Entscheidungen treffen. Sie befinden sich im besten Lernalter: Wenn wir ihnen da beibringen, dass sie selbst dafür verantwortlich sind, dass ein Spiel sauber und fair abläuft, vergessen sie das hoffentlich ein Leben lang nicht mehr. Falls die Spieler mal nicht weiter wissen, kommen ihnen die Trainer zusammen zu Hilfe. Spätestens dann müssen die Trainer gemeinsam die Verantwortung für das Spiel übernehmen.
Insgesamt bieten die Regelzusätze den Kindern gute Möglichkeiten, sie in ihrer Entwicklung, in der Durchsetzungsfähigkeit und in der Akzeptanz von Regeln zu fördern.

 ... langfristige Folgen
Langfristig profitieren die Kinder genauso wie der Fußball an sich. Die Jugendspieler von heute sind die Aktivenspieler, Trainer, Schiedsrichter, Fans und Funktionäre von Morgen. Wenn schon in frühen Jahren ein Verständnis füreinander, für den Umgang mit Regeln und für die eigene Verantwortung für das Spiel entsteht, kann sich das langfristig auszahlen.

… den „Erfinder“ der Fair Play Liga
Ausgedacht hat sich das Ganze Ralf Klohr, Jugendtrainer aus Aachen. Grund war ein abgebrochenes F-Jugendspiel, bei dem sich Eltern wegen einer Schiedsrichterentscheidung vor den eigenen Kindern geprügelt hatten. Für sein Engagement hat Ralf Klohr 2010 vom DFB die „Fair ist mehr“-Auszeichnung erhalten.

… den Status quo des Projektes
2007 begann das Projekt im Fußballkreis Aachen. Mittlerweile wird in den Landesverbänden Mittelrhein und Niederrhein nach den Regeln der Fair Play Liga gespielt. In Schleswig-Holstein, Niedersachsen, Südwest, Hessen, Hamburg, Rheinland, FLV Westfalen und Bayern liefen Pilotprojekte. Nach den Sommerferien werden hier bestimmt weitere folgen.

… die Zukunft der Fair Play Liga
Neben den  Projekten in den Landesverbänden haben wir das Thema bei unterschiedlichen Tagungen besprochen und es wurde intensiv bei den DFB-Jugendfachtagungen Ende Februar, Anfang März 2013 thematisiert. Dort sind wir dann auch zu dem positiven Ergebnis gekommen, diese Organisationsform deutschlandweit zu empfehlen. Alle sind sich einig, dass es ein hervorragendes Konzept mit jeder Menge Potenzial ist.

[PS]

[bild1] Was 2007 in Aachen begonnen hat, erobert langsam aber kontinuierlich die Kinder-Fußballplätze der gesamten Nation: die Fair Play Liga. Hinter dem Begriff verbirgt sich eine innovative Organisationsform für den Kinderfußball (Bambini bis E-Junioren). Der Deutsche Fußball-Bund, der nach den Jugendfachtagungen 2013 die Empfehlung aussprach, die Organisationsform in der kommenden Saison deutschlandweit umzusetzen, erhofft sich durch die relativ simplen Anpassungen im Spielbetrieb langfristige Auswirkungen im gesamten Fußball. Willi Hink, DFB-Direktor für Amateurfußball, Qualifizierung, Schiedsrichter und Gesellschaftliche Verantwortung, spricht auf TWO über…

… das Besondere an der „Fair Play Liga“
Bei der Fair Play Liga stehen der Fußball und der Spaß an der Bewegung im Mittelpunkt. Die Kinder können sich zu einhundert Prozent auf den Ball und den Gegner konzentrieren.

… die Regeln
Es gelten die normalen Fußball-Regeln für diese Altersklasse. Dazu kommen drei ganz entscheidende Zusätze:
1. Eltern und Zuschauer müssen mindestens 15 Meter weg vom Spielfeld stehen.
2. Die beiden Trainer stehen direkt nebeneinander und treten sozusagen als ein Trainerteam auf.
3. Es wird ohne Schiedsrichter gespielt.
… die Effekte der Regeln
Regel eins bewirkt, dass es viel ruhiger auf dem Feld ist, da die Eltern zu weit weg stehen, um Einfluss auf ihre Kinder zu nehmen. Anfeuerungsrufe gibt es noch, aber nicht mehr diese Menge an teilweise aggressiven Kommandos, die die Kinder nicht verarbeiten können. Das tut dem Eltern-Kind-Verhältnis gut.
Regel zwei reduziert ebenfalls die Hektik auf dem Platz. Konflikte und negative Emotionen von siegorientierten Trainern, sind geringer. Außerdem bekommen die Trainer ein Bewusstsein dafür, dass gegenseitiges Betrügen und Anpöbeln nichts auf dem Fußballplatz zu suchen hat. Der Wettkampf soll fair und sauber ablaufen. Der Verlierer sucht erst einmal die Verantwortung bei sich und nicht beim Schiedsrichter.
Die dritte Regel sorgt dafür, dass die Kinder selbst Verantwortung übernehmen und Entscheidungen treffen. Sie befinden sich im besten Lernalter: Wenn wir ihnen da beibringen, dass sie selbst dafür verantwortlich sind, dass ein Spiel sauber und fair abläuft, vergessen sie das hoffentlich ein Leben lang nicht mehr. Falls die Spieler mal nicht weiter wissen, kommen ihnen die Trainer zusammen zu Hilfe. Spätestens dann müssen die Trainer gemeinsam die Verantwortung für das Spiel übernehmen.
Insgesamt bieten die Regelzusätze den Kindern gute Möglichkeiten, sie in ihrer Entwicklung, in der Durchsetzungsfähigkeit und in der Akzeptanz von Regeln zu fördern.

[bild2] ... langfristige Folgen
Langfristig profitieren die Kinder genauso wie der Fußball an sich. Die Jugendspieler von heute sind die Aktivenspieler, Trainer, Schiedsrichter, Fans und Funktionäre von Morgen. Wenn schon in frühen Jahren ein Verständnis füreinander, für den Umgang mit Regeln und für die eigene Verantwortung für das Spiel entsteht, kann sich das langfristig auszahlen.

… den „Erfinder“ der Fair Play Liga
Ausgedacht hat sich das Ganze Ralf Klohr, Jugendtrainer aus Aachen. Grund war ein abgebrochenes F-Jugendspiel, bei dem sich Eltern wegen einer Schiedsrichterentscheidung vor den eigenen Kindern geprügelt hatten. Für sein Engagement hat Ralf Klohr 2010 vom DFB die „Fair ist mehr“-Auszeichnung erhalten.

… den Status quo des Projektes
2007 begann das Projekt im Fußballkreis Aachen. Mittlerweile wird in den Landesverbänden Mittelrhein und Niederrhein nach den Regeln der Fair Play Liga gespielt. In Schleswig-Holstein, Niedersachsen, Südwest, Hessen, Hamburg, Rheinland, FLV Westfalen und Bayern liefen Pilotprojekte. Nach den Sommerferien werden hier bestimmt weitere folgen.

… die Zukunft der Fair Play Liga
Neben den  Projekten in den Landesverbänden haben wir das Thema bei unterschiedlichen Tagungen besprochen und es wurde intensiv bei den DFB-Jugendfachtagungen Ende Februar, Anfang März 2013 thematisiert. Dort sind wir dann auch zu dem positiven Ergebnis gekommen, diese Organisationsform deutschlandweit zu empfehlen. Alle sind sich einig, dass es ein hervorragendes Konzept mit jeder Menge Potenzial ist.