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08.01.2014·13:40·Nationalmannschaft

"Hitzlsperger bekommt jede Unterstützung vom Fußball"

Geht den Schritt in die Öffentlichkeit: der 52-malige Nationalspieler Thomas Hitzlsperger  © imago
Geht den Schritt in die Öffentlichkeit: der 52-malige Nationalspieler Thomas Hitzlsperger

Der 52-malige Nationalspieler Thomas Hitzlsperger wird sich am Donnerstag in einem Interview der Wochenzeitschrift DIE ZEIT zu seiner Homosexualität bekennen.

DFB-Präsident Wolfgang Niersbach hat dem WM-Teilnehmer 2006 und EM-Teilnehmer 2008 die Unterstützung des gesamten Fußballs zugesagt: "Thomas Hitzlsperger war zur seiner Zeit als Nationalspieler immer ein Vorbild, vor dem ich den höchsten Respekt hatte - und dieser Respekt ist jetzt noch weiter gewachsen. Er hat sich entschieden, den Schritt in die Öffentlichkeit zu gehen, und ich stehe zu unserem Wort, dass er von uns jede erdenkliche Unterstützung bekommt."

Bierhoff über Hitzlspergers Outing: "Das verdient Anerkennung und Respekt"

Bundestrainer Joachim Löw fordert Respekt für Hitzlspergers Entscheidung: "Thomas hat für sich persönlich entschieden, diesen Schritt zu gehen, und er sollte in einer toleranten Gesellschaft von allen respektiert werden. Für mich als Trainer sind alleine die sportlichen Leistungen und das soziale Verhalten eines Spielers entscheidend, und ich habe Thomas immer als ehrgeizigen, zuverlässigen Profi kennengelernt. Ich wünsche mir, dass sein Bekenntnis bei uns allen zu einem entspannteren Umgang mit dieser Thematik beiträgt."

Auch Nationalmannschaftsmanager Oliver Bierhoff äußert seine Anerkennung: "Als Thomas noch aktiver Nationalspieler war, hatten wir von seiner Homosexualität keine Kenntnis. Er hat sich erst nach seinem Karriereende an uns gewandt und uns darüber informiert. Dass er sich nun auch öffentlich bekennt, verdient Anerkennung und Respekt. Ich begrüße diesen Schritt, wir werden ihm alle Unterstützung zukommen lassen, damit er seinen mutigen Weg weitergehen kann."

Der heute 31 Jahre alte Hitzlsperger, der in seiner aktiven Zeit unter anderem für den VfB Stuttgart und Aston Villa spielte, absolvierte sein Debüt für die deutsche Nationalmannschaft am 9. Oktober 2004 beim 2:0 im Iran. Sein letztes Länderspiel bestritt er beim 2:2 in Dänemark am 11. August 2010. Für sein Engagement gegen Antisemitismus und Rassismus bekam er 2011 den Julius-Hirsch-Ehrenpreis verliehen.

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"Anscheinend sind Fußballer auch nur Menschen mit unterschiedlichen Neigungen. Mir ist egal, welcher Mensch welchen Menschen liebt beziehungsweise welche Neigung er hat. Es muss sich niemand für seine Neigung rechtfertigen, und es geht uns auch nichts an. Schwul sein ist nichts Besonderes oder Schlimmes. Hoffentlich kommt das mal bei allen Menschen an." (Marcel Lippert)

"Ich finde es richtig richtig toll, dass er sich geoutet hat. Dazu muss man sich erst mal durchringen. Ich hoffe, dass das Thema Homosexualität bald die nötige Anerkennung erhält." (Carolin Reger, Schneeberg)

"Klasse, Thomas Hitzlsperger! In einer toleranten Welt sollten vermeintliche Tabuthemen wie die Homosexualität von Fußballern eigentlich keine mehr sein. Aber da liegt noch ein Stück Weg vor uns. Daher ein guter Beitrag eines intelligenten Spielers, der mit Sicherheit wieder ein Stück zur Normalisierung dieses Themas beiträgt. Hoffentlich sind schwule Fußballer bald so normal wie Tore." (Frank Behrendt, Köln)

"Großer Dank und Respekt an Thomas Hitzlsperger. Ganz bestimmt bringt sein Outing unsere Gesellschaft wieder einen Schritt voran zu mehr Toleranz." (Susanne Kühnest, Berlin)

"Eine mutige und richtige Entscheidung. Ich befürchte, dass es trotzdem noch ein langer Weg sein wird, bis sich Spieler ohne Angst vor Diskrmininierung während ihrer aktiven Spielerkarriere outen." (Thomas Bauer, München)

"Ich finde, dass sein Outing größten Respekt verdient. Es ist nicht leicht, sich in dieser Branche als homosexuell zu outen. Auch wenn es wohl noch ein langer Weg ist, bis die Homosexualität in der Sportwelt gänzlich akzeptiert wird, so ist es doch ein Anfang. (Michaela Kribs, Newel)

"Ich freue mich sehr, dass das Thema Homosexualität endlich auch beim Fußball angekommen ist. Unser Sohn, 37 Jahre alt, hat im November 2013 in Berlin seinen Partner geheiratet, und wir als Eltern haben in unserer kleinen Stadt, in der wir sehr bekannt sind, eine Heirats-Anzeige in der örtlichen Presse geschaltet. Wir und unser Sohn sowie Schwiegersohn haben nur positive Erfahrungen gemacht und hoffen, dass solch eine Heirat bzw. Anzeige zukünftig ganz 'normal' eingestuft wird. Beste Grüße und alles erdenklich Gute und viel Glück an Thomas Hitzelsperger!" (Helga Pierlings, Meinerzhagen)

"Endlich traut sich einer. Großen Respekt." (Fritz Künning)

"Mich stört der aktuelle öffentliche Diskurs über Herrn Hitzlsperger und die Frage, ob sich Homosexualität und Profisport vereinbaren lassen, weil die meisten Medien darüber berichten, als habe er es trotz einer ganz schlimmen Behinderung und inmensen Einschränkungen trotzdem geschafft, im Fußball erfolgreich zu sein. WAS FÜR EIN BLÖDSINN !!! Das zeigt, wie intolerant unsere Gesellschaft in der Realität noch immer ist. (Michael Werf)

[th]

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