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19.06.2013·19:55·Frauen-Nationalmannschaft

DFB-Frauen gewinnen gegen Olympiadritten Kanada

Erneut ohne Gegentreffer: Nadine Angerer  © Bongarts/GettyImages
Erneut ohne Gegentreffer: Nadine Angerer

Die deutsche Frauen-Nationalmannschaft hat dem Verletzungspech erneut getrotzt und auch den zweiten Test in der unmittelbaren Vorbereitung auf die EM in Schweden (10. bis 28. Juli) gewonnen. Vier Tage nach dem souveränen 3:0 gegen Schottland setzte sich das Team von Bundestrainerin Silvia Neid in Paderborn gegen den Olympiadritten Kanada verdient 1:0 (0:0) durch.

Leonie Maier (53.) erzielte in ihrem achten Länderspiel das Tor des Tages für den siebenmaligen Europameister. Am Donnerstag wird Neid ihren endgültigen Kader von 23 Spielerinnen bekannt geben. Dafür muss sie noch eine Torfrau und eine Feldspielerin aus dem Aufgebot streichen, bevor am 29. Juni in der Münchner Allianz Arena die EM-Generalprobe gegen Weltmeister Japan ansteht.

Silvia Neid: "Ich bin sehr zufrieden"

"Ich bin sehr zufrieden. Es war anstrengend bei diesen Witterungsbedingungen, aber wir haben trotzdem ein gutes Spiel gezeigt. Einstellung, Leidenschaft und Kreativität haben gestimmt", sagte Neid, und Torschützin Maier ergänzte: "Ich habe mich sehr über das Tor gefreut, aber viel wichtiger war, dass wir uns als Mannschaft gesteigert haben."

Neid hatte in den letzten Wochen gleich sechs personelle Rückschläge verkraften müssen. Die potenziellen Stammspielerinnen Babett Peter (Fraktur im Kahnbein), Kim Kulig (Knieprobleme), Linda Bresonik (Achillessehnenentzündung), Alexandra Popp (Bänderriss im Sprunggelenk), Verena Faißt (Pfeiffersches Drüsenfieber) und Viola Odebrecht (Knie-OP) hatten ihre Teilnahme an der EURO abgesagt.

Im Vergleich zum 3:0 gegen die Schottinnen hatte die Bundestrainerin ihre Startelf auf zwei Positionnen umgestellt. Leonie Maier verteidigte wieder auf ihrer angestammten rechten Verteidigungsseite, zudem rückte Lena Lotzen ins rechte Mittelfeld. Ansonsten vertraute Neid etablierten Kräften. Die zuletzt lange verletzten Simone Laudehr und Fatmire Bajramaj (Knie-Operationen) saßen zunächst auf der Bank, wurden aber in der 70. Minute gemeinsam eingewechselt.

Deutschland vs. Kanada

Trotz der Verletztenmisere und Temperaturen von fast 33 Grad in der mit 9781 Zuschauern besetzten Benteler-Arena suchten die deutschen Frauen von Beginn an den Weg nach vorn. Allerdings musste sich Nadine Angerer bereits in der zweiten Minute erstmals auszeichnen, als Diana Matheson frei vor der deutschen Nummer eins auftauchte. Der Abschluss der 29-Jährigen war aber kein Problem für Angerer. Auf der Gegenseite parierte Erin McLeod einen ersten Warnschuss von Anja Mittag (4.).

Das Spiel der deutschen Mannschaft wurde nun flüssiger. Die beiden Sechser Lena Goeßling und Nadine Keßler spielten den Ball immer wieder in die Spitze, wo sie die Außenspielerinnen Mittag und Lena Lotzen sowie die einzige Stürmerin Celia Okoyino da Mbabi suchten. In der 13. Minute hielt Mittag erneut drauf, verfehlte aus rund 18 Metern das Tor aber deutlich. Die bis dahin größte Chance bot sich Okoyino da Mbabi, die nach einer Flanke von Keßler in der Strafraummitte völlig frei zum Kopfball kam, das 1:0 aber knapp verpasste (19.).

Deutschland blieb spielbestimmend und kam folgerichtig zu weiteren Tormöglichkeiten. Zuerst verhinderte Rhian Wilkinson in letzter Sekunde die Führung durch Okoyino da Mbabi (30.), dann entschärfte McLeod einen Schuss der 78-maligen Nationalspielerin (31.). Kanada, Bronzegewinner bei den Olympischen Spielen 2012 in London, fand offensiv hingegen überhaupt nicht statt. Die deutsche Defensive stand sicher und ließ kaum einen Angriff der Nordamerikanerinnen in Strafraumnähe kommen.

Kurz vor dem Pausenpfiff setzte Mittag Okoyino da Mbabi erneut glänzend in Szene und diesmal waren es nur Zentimeter, die Deutschland von der verdienten Führung trennte (41.). Ein Schuss aus rund 16 Metern von Lotzen landete in der 45. Minute im Fangnetz hinter dem kanadischen Tor.

Erzielt den Siegtreffer: Leonie Maier (r.)  © Bongarts/GettyImages
Erzielt den Siegtreffer: Leonie Maier (r.)

Maier mit erstem Tor im achten Länderspiel

In der Halbzeit nahm Neid zwei Wechsel vor: Melanie Leupolz ersetzte Mittag auf der linken Mittelfeldseite und Luisa Wensing kam für Saskia Bartusiak ins Team. Für die 19-jährige Leupolz vom SC Freiburg war es der erste Einsatz in der deutschen Frauen-Auswahl. Der Spielfluss wurde durch die personellen Veränderungen nicht gestört. Im Gegenteil - die deutsche Mannschaft drängte weiter auf die Führung. Goeßling probierte es aus der Distanz, der Ball rauschte aber erneut knapp am Gehäuse der Gäste vorbei (49.).

Nur wenig später verpasste Okoyino da Mbabi eine Hereingabe von Dzsenifer Marozsan (52.). Der nächste Angriff brachte dann endlich Zählbares: Maier kam am rechten Strafraumeck an den Ball und ließ McLeod mit einem platzierten Schuss ins lange Eck keine Abwehrchance (53.). Das 2:0 verhinderte der Pfosten, nachdem Marozsan abgezogen hatte (66.).

In den letzten 20 Minuten nahm Neid erneut mehrere Wechsel vor, so kam Isabelle Linden von Bayer Leverkusen zu ihrem Länderspieldebüt. Der Sturmlauf ebbte nun auch merklich ab, zwar erarbeitete sich Deutschland weiter klare Feldvorteile, zwingende Torabschlüsse kamen nun aber kaum mehr dabei heraus. Erst in der Nachspielzeit hatten Jennifer Cramer, Luisa Wensing (beide 90.+1) und Lira Bajramaj (90.+4) noch einmal gute Möglichkeiten zum zweiten Treffer für die deutsche Mannschaft, es blieb aber beim 1:0 .

Das meinen DFB.de-User:

"Herzlichen Glückwunsch!!! Wir haben ein sehr gutes Spiel der deutschen Mannschaft gesehen. Überragend die beiden Außenverteidigerinnen Leonie Meier und Jennifer Cramer." (Bernd Schönbach, Selters)

"Ich schliesse mich der Meinung von HR. Schönbach an. Aber ich fand auch,dass die Kanadierinnen gestern nicht so stark waren,wie beim Eröffnungsspiel 2011. Gut gefallen hat mir auch L.Goessling. Trotz der vielen Ausfälle glaube ich, dass wir in Schweden gute Chancen haben,den Titel zu verteidigen." (Karl-Heinz Pietsch, Wassenberg)

"Ich möchte der Mannschaft auch zu der sehr guten Leistung bei der Hitze gratulieren. Dass Ihr verletzungsbedingte Ausfälle zu verkraften habt, davon war nichts zu sehen. Wenn jetzt noch die Schrecksekunden (z.B.: 2. Minute) abgestellt werden und Ihr aus den zahlreichen Ecken etwas mehr macht, dann könnt Ihr in München Japan auch zeigen, wer der wahre Weltmeister ist, und dann wird Euch keine andere Mannschaft bis zum Gewinn der Europameisterschaft mehr aufhalten." (Andreas Stave)

[sid/rs]

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