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19.06.2014·18:15·FIFA WM

Mertesacker: "Ghana körperlich noch stärker als Portugal"

Steht vor seinem 100. Länderspiel: Per Mertesacker  © GES-Sportfoto
Steht vor seinem 100. Länderspiel: Per Mertesacker

Die Konzentration gilt längst dem Spiel gegen Ghana am Samstag (ab 21 Uhr MESZ, live in der ARD). Bevor am Donnerstagabend der Flieger in den Spielort Fortaleza abhebt, präsentieren sich Per Mertesacker und Roman Weidenfeller den Vertretern der Presse. DFB.de hat die wichtigsten Aussagen zusammengefasst.

PER MERTESACKER ÜBER...

... die Einschätzung vor dem Ghana-Spiel: Sie wollen brillieren, haben den Wunsch sich in jedem Eins-gegen-Eins auszuzeichnen. Wir müssen kompakt und wie eine Einheit stehen und die Grundtugenden wie schon gegen Portugal an den Tag legen. Ich denke, die Afrikaner sind vor allem körperlich noch stärker als die Portugiesen. Es wird ein hitziges Spiel, auch wegen der wärme in Fortaleza.

... über das Bruderduell Boateng und das Foul von Kevin-Prince Boateng an Ballack: Wir lassen das völlig außen vor und konzentrieren uns auf das gesamte Team. Damals war es für uns ein Schock und wir wussten zunächst nicht wie wir Michael Ballack ersetzen. Aber es ist heute überhaupt kein Thema mehr. Wir wissen, dass Ghana eine gewisse Qualität hat. 2010 hat ihnen nur der Torabschluss gefehlt.

... Niederlagen im zweiten Gruppenspiel: In den letzten beiden war es Turnieren so, dass wir das erste Spiel gewonnen, das zweite aber verloren haben. Das sollte Warnung genug sein. Zumal es für Ghana ein Endspiel ist. Wir dürfen uns nicht auf Eins-gegen-Eins-Duelle verlassen. Es wird nicht einfach, zumal Ghana wie gesagt die Patt-Situation jetzt schon hat.

... die Aufnahme in den Club der 100er: Wirklich gerechnet hätte ich damit nicht vor ein paar Jahren. Ich bin verdammt stolz auf die Zeit, seit fast zehn Jahren jetzt Teil des DFB-Teams zu sein. Es macht mir viel Spaß und solch Turniere wie hier in Brasilien sind natürlich Highlights. Auch wenn ich so langsam in die Jahre komme, hoffe ich, dass ich da noch ein gewisse Frische reinbringe. 2004 war das für mich nicht begreifbar, und ich musste mich immer wieder mal neu beweisen. Dennoch gab es jede menge Schlüsselerlebnisse, die dazu geführt haben, dass ich nun so lange in dieser Mannschaft bin.

... Flexibilität in der Defensive: Wenn alle fit bleiben, dann geht man natürlich davon aus, dass die Grundformation spielt. Dem Trainer ist natürlich wichtig, dass eine Einheit spielt. Aber wer hätte denn gedacht, dass wir auf einmal mit vier gelernten Innenverteidgern spielen. Das spricht ja auch für die Flexibilität.

... Mats Hummels' Verletzung: Ich gehe davon aus, dass Mats am Samstag spielen kann.
Am Mannschaftstraining hatte Hummels am Donnerstag nicht teilgenommen, sondern stattdessen eine individuelle Einheit auf dem Fahrrad absolviert, zudem wurde er intensiv behandelt. Man könne derzeit noch keine Prognose für das Ghana-Spiel stellen, sagte Pressechef Jens Grittner.

... eine mögliche Rolle als rechter Verteidiger: Ich habe mein erstes Bundesligaspiel, damals in Köln, als rechter Verteidiger gespielt und wurde nach 45 Minuten ausgewechselt und war fertig mit er Welt. Danach habe ich nie wieder als Außenverteidiger gespielt.

... über Reservistenrollen: Man möchte natürlich unbedingt spielen, im Vorfeld bereitet man sich vor. Klar, wenn die Mitteilung kommt, ist es wie ein schlag ins Gesicht. Das war auch eine neue Erfahrung für mich. Ich habe ein wenig gebraucht, bis ich gemerkt habe, dass auch ich nur ein kleiner teil der Mannschaft bin. Wenn ich das nun mit 2012 vergleiche, dann habe ich natürlich diesmal ein richtig gutes Gefühl.

... Jürgen Klinsmann: Er war der Erste, der einer ganz jungen Generation vertrauen geschenkt hat. Dank ihm ist ein frischer Wind in den DFB eingekehrt. Was Jürgen Klinsmann damals mitangefangen hat, wird heute noch weitergelebt. Viele Leute sind ja auch noch da von damals. Auch Jogi Löw hat sich in der Zeit entwickelt. Klar, wir zehren noch immer ein wenig von der Zeit, daher ist das Spiel immer noch etwas Besonderes gegen ihn und die USA.

... Euphorie in Deutschland Wir waren 2006 am Anfang überrascht, wie sehr die Fanmeilen anziehen. Diesmal bekommen wir vor allem über die sozialen Netzwerke schon mit, was da so passiert. Das ist natürlich fantastisch. Wir sind stolz darauf, die Massen zu bewegen. Ich habe das bei der WM 2006 gemerkt. Da bekommt man auch ein wenig Gänsehaut und wir wissen das wirklich zu schätzen.

... Skodran Mustafi: Junge Spieler bringen so eine gewisse Frische rein, denn man bekommt neue Ideen. Musti bringt eine Ruhe mit rein und spielt dank seiner Einsätze in Italien taktisch klug, da kann ich mir durchaus auch noch was abgucken. Und sie fordern einen natürlich auch: Kann ich da noch mithalten? Jeder hat seinen eigenen Charakter, was für mich auch ganz wichtig ist.

... mögliche Vorteile der Südamerikaner bei heißem Klima: Ich denke vor allem an die Schweizer, die gegen Ecuador in allerletzter Sekunde getroffen und gewonnen haben. Aber insgesamt fällt schon auf, dass südamerikanische Teams besser zurecht kommen. Das hat man gestern auch bei den Chilenen gesehen.

Roman Weidenfeller: "Haben außergewöhnlichen Teamgeist"  © GES-Sportfoto
Roman Weidenfeller: "Haben außergewöhnlichen Teamgeist"

ROMAN WEIDENFELLER ÜBER...

... das zweite Gruppenspiel gegen Ghana: Wir haben die Basis gegen Portugal gelegt und wollen nun natürlich den zweiten Sieg holen, um weiterzukommen.

... den Zusammenhalt innerhalb des Teams: Wir haben einen außergewöhnlichen Teamgeist. Das hat man gerade beim Tor von Mats gesehen, als sich alle riesig gefreut haben - auch und erst recht auf der Bank.

... das Aus der Spanier: Wir wurden erst falsch informiert, denn wir waren auf dem Trainingsfeld. Wir wurden damit dann später überrascht. Die Leistungsdichte bei der WM ist extrem groß. Die Chilenen haben gezeigt, dass man niemanden auf die leichte Schulter nehmen sollte.

... Kevin-Prince Boatengs forsche Töne vor dem Spiel: Ich kenne ihn noch aus der gemeinsamen Zeit bei Borussia Dortmund. Er hat immer einen lockeren Spruch auf den Lippen und will sicherlich auch polarisieren. Aber er hat im ersten Spiel nicht von Beginn an gespielt und man sollte es auch nicht überbewerten.

[sid/sts]

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