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26.05.2013·16:30·2. Frauen-Bundesliga

2. FBL: 1899 Hoffenheim nach "Herzschlagfinale" in der Bundesliga

Meisterlicher Jubel: Hoffenheims Theresa Betz trifft   © Bongarts/GettyImages
Meisterlicher Jubel: Hoffenheims Theresa Betz trifft

Die Frauen von 1899 Hoffenheim haben zum ersten Mal den Aufstieg in die Bundesliga geschafft. Mit einem 3:3 (1:2) in einem packenden "Endspiel" gegen den direkten Konkurrenten 1. FC Köln machte die Mannschaft von Trainer Jürgen Ehrmann am 22. und letzten Spieltag die Meisterschaft in der Süd-Staffel der 2. Frauen-Bundesliga und damit auch den Sprung in die höchste deutsche Spielklasse perfekt.

Vor der Rekordkulisse von 3050 Zuschauern im Dietmar-Hopp-Stadion, darunter auch der frühere DFB-Präsident Dr. Theo Zwanziger, gerieten die Kraichgauerinnen, die mit dem hauchdünnen Vorsprung von einem Punkt in dieses "Herzschlagfinale" gegangen waren, zweimal in Rückstand. Zunächst traf Jasmin Stümper (20.) per Kopfball zum 0:1 für die Kölnerinnen, die auch auf den zwischenzeitlichen 1:1-Ausgleich durch einen 25-Meter-Schuss von Theresa Betz (42.) eine schnelle Antwort hatten. Bilgin Defterli (43.) sorgte praktisch im Gegenzug für die erneute Führung der Gäste.

Rekordnationalspielerin Prinz als "Joker"

Kurz nach Beginn der zweiten Halbzeit wechselte 1899-Trainer Ehrmann mit Birgit Prinz die deutsche Rekordnationalspielerin ein, die in Hoffenheim als Standby-Spielerin aktiv ist, seit dem 1:1 im Hinspiel beim 1. FC Köln aber nicht mehr zum Einsatz gekommen war. Nur wenig später gelang Martina Moser (63.) der erneute Ausgleich. Für Riesenjubel in Sinsheim sorgte schließlich Hoffenheims Torjägerin Susanne Hartel (78.) mit ihrem 16. Saisontreffer zur 3:2-Führung. Der Kölner Treffer zum 3:3-Endstand durch die eingewechselte Tugba Tekkal (90.) kam für die Gäste zu spät.

In der Nachspielzeit stürmte sogar noch Kölns Torfrau Lena Nuding mit nach vorne, etwas Zählbares sprang dabei aber auch nicht mehr heraus. Den Rheinländerinnen reichte damit eine herausragende Saison mit nur einer Niederlage und insgesamt 55 Punkten "nur" zur Vizemeisterschaft hinter Hoffenheim (56).

Unmittelbar nach der Partie nahm die DFB-Delegation mit Daniela Quintana und Rosalinde Kottmann (beide DFB-Ausschuss für Frauen- und Mädchenfußball) sowie der ehemaligen Nationaltorhüterin Silke Rottenberg (aktuell DFB-Trainerin) die Meisterehrung vor.

"Auf dieses Ziel haben wir hingearbeitet, ich freue mich vor allem für die Spielerinnen und unser Trainerteam. Wir haben eine sehr gut funktionierende Einheit, in der es auch menschlich passt", so Hoffenheims Abteilungsleiter Ralf Zwanziger nach dem Triumph im Gespräch mit DFB.de. "Unser nächstes Ziel wird Klassenverbleib in der Bundesliga lauten."

Bad Neuenahr steigt ab - Comeback von Bajramaj und Laudehr

Zweiter Absteiger neben Schlusslicht SV Bardenbach ist die zweite Mannschaft des SC 07 Bad Neuenahr, die zum Saisonabschluss im Reserveduell gegen den 1. FFC Frankfurt II eine 0:4 (0:3)-Heimniederlage kassierte und damit den noch möglichen Sprung auf den Relegationsplatz zehn verpasste. In der Anfangsformation der Gäste aus Hessen standen mit Lira Bajramaj und Simone Laudehr zwei Nationalspielerinnen, die wegen ihrer langen Verletzungspause seit Ende September bzw. November nicht mehr gespielt hatten.

Nachdem Tina Wunderlich (6., Foulelfmeter/16.) schon in der Anfangsphase mit einem Doppelpack für die 2:0-Führung der Gäste gesorgt hatte, war es Lira Bajramaj (38.), die zum 3:0-Halbzeitstand traf. Nach den Auswechslungen der beiden Nationalspielerinnen stellte Jessica Reinhardt (71.) den Endstand her. Bad Neuenahr verabschiedete sich ohne Heimsieg in dieser Saison aus der 2. Frauen-Bundesliga.

Der 1. FFC Recklinghausen verlor sein letztes Saisonspiel beim ETSV Würzburg 0:4 (0:3), blieb aber wegen Bad Neuenahrs Niederlage auf dem zehnten Tabellenplatz und trifft jetzt in der Relegation gegen den Abstieg auf den Nord-Zehnten SV Blau-Weiß Hohen Neuendorf.

Jessica Koch (10.), Theresa Damm (20.) und Nicole Kreußer (32.) sorgten schon in der ersten Halbzeit für klare Verhältnisse, Würzburgs Top-Torjägerin Julia Manger (67.) setzte den Schlusspunkt. Mit insgesamt 24 Saisontreffern sicherte sich Manger die Torjägerkrone.

SC Sand fährt gegen Bardenbach zehnten Sieg in Serie ein

Der seit November unbesiegte Tabellendritte SC Sand krönte mit dem 6:1 (3:0) gegen den SV Bardenbach seine hervorragende Rückserie und verkürzte mit dem zehnten Sieg in Serie den Rückstand auf die Spitze noch bis auf zwei Punkte. Mit einem lupenreinen Hattrick traf Betsy Hassett (4./6./35.) zur 3:0-Pausenführung, Christine Veth (47./70.) und Isabelle Meyer (66.) gelangen die weiteren SCS-Treffer. Agata Tarczynska (52.) war für Bardenbach zum zwischenzeitlichen 4:1 erfolgreich. Die Gäste schlossen die Saison ohne Auswärtssieg ab und konnten den direkten Wiederabstieg nicht verhindern.

Der TSV Crailsheim fuhr zum Abschluss einen 2:1 (0:0)-Auswärtssieg bei der Reserve des FC Bayern München ein und verbesserte sich noch auf den vierten Tabellenplatz. Die 1:0-Führung der Gastgeberinnen durch Ramona Strahl (47.) konterten die eingewechselte Nikole Polny (58.) und Jasmin Klotz (65.) für den TSV.

Der 1. FFC 08 Niederkirchen und der 1. FC Saarbrücken trennten sich 1:1 (0:1). Julia Leykauf (42.) markierte kurz vor der Pause das Führungstor der Gäste. Silvana Arcangioli (89.) glich in der Schlussphase aus.

Nord: Holstein Kiel muss runter - Jena bleibt drin

Neben dem Tabellenletzten FFC Oldesloe muss auch Holstein Kiel aus der Staffel Nord der 2. Frauen-Bundesliga absteigen. Die Mannschaft von Holstein-Trainer Christian Fischer musste sich am 22. und letzten Spieltag beim SV Werder Bremen 2:4 (0:2) geschlagen geben und schloss die Spielzeit 2012/2013 damit auf dem elften Tabellenplatz ab, der den direkten Abstieg bedeutet. Der ebenfalls gefährdete SV Blau-Weiß Hohen Neuendorf kassierte bei der Reserve des 1. FFC Turbine Potsdam zwar eine 0:7 (0:3)-Derbyniederlage, erreichte aber trotzdem mit einem Punkt Vorsprung vor Kiel die Abstiegsrelegation gegen den Süd-Zehnten 1. FFC Recklinghausen.

Doppel-Torschützin Stephanie Goddard (28./45.) leitete in der ersten Halbzeit den Bremer Heimsieg gegen die "Störchinnen" ein, Meggie Schröder (51.) und Maria Doll (88., Foulelfmeter) erzielten die weiteren Werder-Treffer. Für die Gäste aus Kiel waren Joy Grube (68.) und die eingewechselte Emine Ibrahimi (90.+1) erfolgreich.

Der SV Blau-Weiß Hohen Neuendorf verlor in Potsdam zwar auch das zweite Spiel unter der Regie seines neuen Trainers Michael Lameli, erhält in der Relegation aber zumindest noch eine weitere Chance, den Verbleib in der zweithöchsten Spielklasse zu sichern. Gleich viermal traf Venus El-Kassem (8./25./30./72.) für die "Torbienen", markierte dabei in der ersten Halbzeit einen lupenreinen Hattrick. Charline Pantelmann (75., Eigentor), Franziska Klausch (87., Eigentor) und Asano Nagasato (88.) ließen ebenfalls Potsdam jubeln. Für die Mannschaft von Turbine-Trainer Thomas Kandler war es der neunte Sieg aus den vergangenen zehn Partien.

Weil auch die Konkurrenz im unteren Tabellendrittel verlor, bleibt die Reserve des FF USV Jena trotz der 0:2 (0:2)-Heimniederlage gegen den 1. FC Lokomotive Leipzig in der 2. Frauen-Bundesliga. Sophie Görner (39.) und Christian Nauesse (44.) trafen für die Gäste.

Geehrt: Staffel-Meister BV Cloppenburg  © Bongarts/GettyImages
Geehrt: Staffel-Meister BV Cloppenburg

Meister Cloppenburg siegt auch in Herford

Der bereits zuvor feststehende Meister und Bundesliga-Aufsteiger BV Cloppenburg gewann auch sein letztes Saisonspiel beim ärgsten Verfolger Herforder SV 2:0 (1:0) und schloss die Saison mit sieben Punkten Vorsprung vor den Ostwestfälinnen ab. Gentjana Rochi (27.) und Agnieszka Winczo (67.) machten den 17. Saisonsieg des BVC perfekt.

Die DFB-Ehrungsdelegation, angeführt von Margit Stoppa (Vorsitzende des DFB-Ausschusses für Frauen- und Mädchenfußball) und der DFB-Trainerin Anouschka Bernhard, nahm nach der Partie im Jahn-Stadion die Meisterehrung für den BV Cloppenburg vor. Zumindest einen "Titel" haben aber auch die Gastgeberinnen vom Herforder SV sicher. Ihre Torjägerin Anna Laue (22 Saisontreffer) holte sich die Torschützenkrone im Norden.

Schlusslicht FFC Oldesloe verabschiedete sich mit einem 1:0 (1:0)-Heimsieg gegen den Tabellendritten SV Meppen zumindest vorerst aus der 2. Frauen-Bundesliga. Nach fast acht Monaten ohne Dreier vor eigenem Publikum (29. September/2:1 gegen Turbine Potsdam II) bescherte Kristina Kucharski (23.) der Mannschaft von FFC-Trainer Michael Clausen zum Abschluss noch einmal ein Erfolgserlebnis. Meppen verpasste die Chance, noch auf den zweiten Tabellenplatz zu klettern.

Beim 1:2 (1:0) gegen den 1. FC Lübars blieb der Magdeburger FFC auch im sechsten Spiel in Serie sieglos. Nach der 1:0-Führung der Gastgeberinnen durch Katja Gabrowitsch (36.) wendeten Katharina Bonk (80.) und Lavinia Timme (87.) in der Schlussphase das Blatt. Für Lübars war es die fünfte Partie in Folge ohne Niederlage. Damit behaupteten die Berlinerinnen auch den siebten Tabellenplatz vor Magdeburg.

[mspw]

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