Geschichte

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Deutscher Meister 2013: VfL Wolfsburg

Die Fußball spielenden Frauen und Mädchen feierten im Jahr 2000 ein Jubiläum: Zehn Jahre zuvor war die Bundesliga in zunächst zwei Gruppen gestartet – ein wichtiger Schritt auf dem weitere zwanzig Jahre vorher beschrittenen Weg, die Förderung des Frauenfußballs energisch voranzutreiben. Diese Aufgabe hatte der Deutschen Fußball-Bund beim DFB-Bundestag 1970 in seine Satzung aufgenommen und so grünes Licht für eine Entwicklung gegeben, die 1997 endlich in die Gründung einer eingleisigen Frauen-Bundesliga mündete.

Auf nationaler Ebene darf diese Maßnahme zur Konzentration der Kräfte als weiterer Schritt in die richtige Richtung angesehen werden. Zuvor hatte es die Bundesliga zunächst in zwei Gruppen (Nord und Süd) gegeben. Seit der Saison 1990/1991 ermittelten die beiden besten Mannschaften jeder Staffel in Halbfinale und Finale den Gesamtsieger.

Erster Bundesliga-Meister wurde der TSV Siegen durch einen 4:2-Finalerfolg über den FSV Frankfurt. Die meisten Titel seit Einführung der eingleisigen Bundesliga holte der 1. FFC Frankfurt (sieben Titel: 1999, 2001, 2002, 2003, 2005, 2007, 2008). Zudem konnte der FFC auch 2002, 2006 und 2008 den UEFA-Pokal gewinnen. Dieser Erfolg gelang 2005 und 2010 (als Champions League) auch dem 1. FFC Turbine Potsdam, der 2004, 2006 und 2009 bis 2012 als Deutscher Meister jeweils in die Frankfurter Phalanx eingebrochen war. 2009 sicherte sich der FCR 2001 Duisburg die europäische Krone, der aktuelle Meister ist der VfL Wolfsburg, der sich 2013 erstmals den Titel sicherte.

Exzellente Vorarbeit, was die Popularität des Frauenfußballs angeht, hatte in den Jahren zuvor – aber auch seitdem – die Nationalmannschaft geleistet. Nach 1989, 1991, 1995, 1997, 2001 und 2005 gelang am 10. September 2009 durch einen 6:2-Finalsieg gegen Enngland im finnischen Helsinki zum siebten Mal der EM-Gewinn. Am 13. Oktober 2003 hatte das Nationalteam in Carson (USA) erstmals den WM-Titel durch ein 2:1 im Finale gegen Schweden geholt. 2007 in China wurde dieser Titel durch ein 2:0 im Finale gegen Brasilien erfolgreich verteidigt.



Der TSV Siegen feierte 1996 den letzten Meistertitel.

Das WM-Silber 1995 wurde zudem garniert durch die direkte Qualifikation für die Premiere des olympischen Fußball-Turniers 1996 in Atlanta. Frauenfußball: einst noch belächelt, nun olympisch. Und das mit Erfolg für Deutschland, wie auch der Gewinn der Bronze-Medaillen bei den Olympischen Spielen 2000 in Sydney, 2004 in Athen und 2008 in Peking zeigt.

Mit zwei Namen sind die Erfolge und der stetige Fortschritt untrennbar verbunden. DFB-Trainer Gero Bisanz betreute die Nationalmannschaft seit ihrem ersten internationalen Auftritt im Jahr 1982 bis zum Olympia-Auftritt 1996 in Atlanta und wurde anschließend von DFB-Trainerin Tina Theune-Meyer abgelöst. Assistentin Silvia Neid war ebenfalls ununterbrochen dabei. Zuvor trug sie 111-mal das DFB-Trikot. Seit dem 1. August 2005 ist Silvia Neid selbst Cheftrainerin der deutschen Frauen-Nationalmannschaft.

So selbstverständlich, wie heutzutage von Frauen und Mädchen Fußball gespielt wird, so verpönt war diese Freizeitbeschäftigung viele Jahre. Lange dauerte der dornenreiche Weg zur öffentlichen Anerkennung. Vorbei ist die graue Vorzeit, als einem Frauen-Fußballspiel die Jahrmarkt-Atmosphäre angehängt wurde. Das tragende Element ist einfach der Spaß am Fußballspiel, die Ernsthaftigkeit, es möglichst perfekt zu beherrschen, die Lust, auf diesem sportlichen Weg, die Kräfte und das Können zu messen.

Der Frauen-Fußball ist ein integraler Bestandteil unserer Gesellschaft, sofern sie sich mit dem Sport identifiziert. Er hat seinen Platz in den vergangenen Jahren ehrenhaft und überzeugend erkämpft. Wer beispielsweise an die großen Erfolge der Nationalmannschaft denkt, weiß um die hochentwickelte Leistungsfähigkeit und dürfte auch einen Eindruck über die davon ausgehende Attraktivität gewonnen haben.

Seit 1993 gilt bei den Frauen auch die gewohnte Spielzeit von zweimal 45 Minuten – früher waren es insgesamt zehn Minuten weniger gewesen. 1.077.215 Mitglieder im DFB sind nach der letzten Statistik (2012) weiblichen Geschlechts. Frauenfußball ist wahrlich stärker, als man(n) gemeinhin denkt.

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