Bundessieger 2011/2012

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Die Preisträger 2012

Fair ist mehr: Zum 16. Mal ehrt der DFB wieder Sportler für außerordentlich faires Verhalten.

Eine Jury hatte zuvor aus mehr als 600 Einsendungen die Sieger ausgewählt. Seit der Gründung der Arbeitsgruppe "Fair Play" 1997 gingen über 5000 Meldungen aus allen Landesverbänden und Spielklassen beim DFB ein.

DFB.de stellt die Preisträger des Jahres 2012 vor.

Hier folgt die Schilderung der Aktionen der Preisträger im Einzelnen:

Bundessieger: Steffen Fricke (Eintracht Mahlsdorf)
Landesverband: Berliner FV
Spielklasse: Bezirksliga, C-Jugend, Eintracht Mahlsdorf - Friedrichshagener SV
Datum: 27.11.2011

Beim Meisterschaftsspiel zwischen Eintracht Mahlsdorf und dem Friedrichshagener SV steht es in der zweiten Halbzeit 2:1 für den Friedrichshagener SV. Da entscheidet der Schiedsrichter (ein Betreuer von Mahlsdorf) bei einer strittigen Situation auf Tor für Mahlsdorf. Daraufhin kommt es zu Protesten der Friedrichshagener Spieler und Betreuer, da der Ball aus deren Sicht eindeutig nicht hinter der Linie befand. Auch ein Zuschauer hinter dem Tor signalisiert dem Schiedsrichter, dass der Ball nicht drin war. Doch der Schiedsrichter lässt sich nicht von seiner Entscheidung abbringen. Daraufhin signalisiert der Trainer, Steffen Fricke, von Eintracht Mahlsdorf dem Schiedsrichter, dass der Ball tatsächlich nicht im Tor war. Zudem setzt sich der Steffen Fricke dafür ein, dass das Tor nicht gegeben wird. Dies ist nun auch für den Schiedsrichter Anlass genug seine Entscheidung zurück zu nehmen und das Spiel mit Schiedsrichterball fortzusetzen. Damit wird die Partie mit dem Spielstand 2:1 für Friedrichshagen fortgesetzt. Der Trainer Steffen Fricke handelt vorbildlich und zeigt allen jungen Spieler auf dem Platz, dass Fair Play genauso wichtig ist wie ein möglicher Sieg oder Punktgewinn. Mit seinem Verhalten ist der Trainer Steffen Fricke seiner Pflicht als Vorbild für die jungen Spieler zu 100% gerecht geworden. Durch solches Verhalten können wir den jungen Spielern signalisieren, dass ein soziales und gerechtes Miteinander genauso wichtig ist wie der sportliche Erfolg.

Bundessieger: Mike Wunderlich (FC Viktoria Köln)
Landesverband: FV Mittelrhein
Spielklasse: NRW-Liga, Senioren, FC Viktoria Köln – KFC Uerdingen
Datum: 25.04.2012

Vor fast 4.000 Zuschauern im RheinEnergie Stadion will der FC Viktoria Köln im Spiel gegen den KFC Uerdingen den Aufstieg in die Regionalliga feiern. Allerdings steht es kurz vor Ende der Partie überraschend 3:2 für die Gäste aus Uerdingen. In der 83. Minute hat kein Abwehrspieler der Viktoria mehr die Möglichkeit das vorentscheidende 2:4 zu verhindern, der Ball rollt in Richtung leeres Tor. Doch da greift ein Kölner Auswechselspieler unsportlich in das Geschehen ein. Er rennt auf den Platz und hält den Ball vor Überschreiten der Torlinie mit dem Fuß auf. Der Schiedsrichter zeigt dem Sünder regelgerecht „Gelb“ und entscheidet auf indirekten Freistoß. Mike Wunderlich, der Spielführer des FC Viktoria Köln, will aus der Unfairness seines Mitspielers keinen ungerechtfertigten Vorteil für sein Team ziehen. Mike Wunderlich gibt seiner Mannschaft klare Anweisungen: Weder der Torwart noch eine Abwehrmauer sollen die Uerdinger bei der Ausführung des Freistoßes behindern. So kommen die Krefelder doch noch zum zunächst „gestohlenen“ Tor und dem 4:2 Sieg. Erfreulich ist auch, dass der Trainer Heiko Scholz nach Spielende nicht so sehr die verschobene Aufstiegsfeier beklagt, sondern vor allem kritische Worte zum unfairen Eingreifen seines Auswechselspielers fand. Der FC Viktoria Köln hat dann weniger später der Aufstieg in die Regionalliga perfekt gemacht.

Bundessieger: A-Jugend (SG Taucha 99 Leipzig)
Landesverband: Sächsischer FV
Spielklasse: Pokalfinale, A-Jugend, SG Taucha 99 Leipzig– TSV Böhlitz-Ehrenberg/TuS Leutzsch
Datum: 30.06.2012

Im Endspiel des Stadtpokals Leipzig läuft beim Spielstand von 0:0 die 90. Minute. Ein Spieler der SG Taucha bleibt bei Temperaturen von 35 Grad mit Krämpfen verletzt liegen. Der Ball wird vom TSV Böhlitz-Ehrenberg fair ins Seitenaus gespielt, um eine Spielunterbrechung zu ermöglichen. Nach der Spielunterbrechung will ein Spieler der SG Taucha zum gegnerischen Torwart zurückwerfen, doch da spritzt ein Stürmer von Taucha dazwischen, umkurvt den verduzten Torwart und schiebt den Ball ins leere Tor zum 1:0. Nach kurzer Diskussion einigen sich die Spieler der SG Taucha, dass man so nicht das Pokalfinale gewinnen möchte. Daher lassen sie die Mannschaft des TSV Böhlitz-Ehrenberg den Anstoß ausführen und den gegnerischen Stürmer aufs Tor zulaufen. Der Torhüter geht beiseite damit der Stürmer ungestört zum 1:1 verwandeln kann. In der Verlängerung verliert die SG Taucha das Pokalfinale. Ohne jenes faires Verhalten in der 90. Minute wären sie Stadtpokalsieger geworden.

Bundessieger: Andreas Weiner (Frohnauer SC)
Landesverband: Berliner FV
Spielklasse: Landesliga, B-Junioren, Frohnauer SC – Lichterfelder FC
Datum: 26.04.2012

Beim Meisterschaftsspiel zwischen dem Frohnauer SC und dem Lichterfelder FC läuft die 60. Spielminute. Es geht für den Frohnauer SC um wichtige Punkte im Abstiegskampf. Beim Spielstand von 1:1 unterbricht der Schiedsrichter das laufende Spiel auf Grund einer Verletzung eines Frohnauer Spielers. Der LIchterfelder SC befindet sich zu diesem Zeitpunkt in seiner Spielhälfte. Bei der Ausführung des Schiedsrichter-Balles spielt Frohnau den Ball hoch in Richtung Torwart des Lichtenfelder SC zurück – auf Grund der Schärfe des zurückgespielten Balles und der Fehleinschätzung des Torwartes senkt sich der Ball über diesen hinweg ins Tor zum 2:1. Nach kurzer Rücksprache des Referees mit dem Kapitän von Frohnau und dem Trainer, Andreas Weiner, wurde beschlossen den LFC vom Anstoß „durchdribbeln“ zu lassen, um ein Tor zu erzielen. Ein Spieler von Lichterfelde dribbelt jedoch nur wenige Meter und schießt, zum Entsetzten aller Beteiligten aus ca. 30 Metern neben das Frohnauer Gehäuse. Auf Anweisung des Frohnauer Trainers, Andreas Weiner, spielt daraufhin der Keeper von Frohnau den fälligen Abstoß in den Fuß eines Lichterfelder Angreifers, der dann den Ball zum 2:2 Ausgleich ins Netz befördert. Gleichzeitig ist dies auch der Endstand der Partie und Andreas Weiner verzichtet durch sein faires Verhalten auf wichtige Punkte im Abstiegskampf für seine Mannschaft.

Bundessieger: Frank Rombey (Viktoria Arnoldsweiler)
Landesverband: FV Mittelrhein
Spielklasse: Kreisliga A, Viktoria Birkesdorf – Viktoria Arnoldsweiler

Im Spitzenspiel der Kreisliga zwischen dem Tabellendritten Viktoria Birkesdorf und dem Tabellenzweiten Viktoria Arnoldsweiler steht es eine Viertelstunde vor Schluss unentschieden 1:1, als eine unschöne Szene die Gemüter erhitzt. Ein Spieler von Arnoldsweiler hat nach einem fairen, aber verlorenen Zweikampf seinen Birkesdorfer Gegenspieler bespuckt. Jemanden bespucken ist nicht nur äußert hässlich, sondern wird im Sportrecht wie eine Tätlichkeit bestraft. Da aber weder der Schiedsrichter noch der zuständige Linienrichter den Vorfall gesehen hatten, wäre der Sünder wohl straffrei davongekommen. Der bespuckte Gegenspieler ließ sich nicht provozieren, machte jedoch den Arnoldsweiler Trainer, Frank Rombey, auf die Verfehlung seines Spielers aufmerksam. Frank Rombey hatte den Vorfall selbst auch nicht gesehen, erkundigt sich jedoch sofort bei den Umstehenden und zieht nach deren Bestätigung seine Konsequenz: Er wechselt seinen unsportlichen Spieler aus, obwohl es sich um einen seiner Leistungsträger handelt und er damit seine Mannschaft sportlich schwächt. Frank Rombey setzt seine konsequente Haltung auch nach dem Spiel fort: Er suspendiert den Spieler vom Training und setzt ihn in den folgenden Spielen nicht ein. „Eine solche Respektlosigkeit gegenüber einem Gegenspieler kann ich in meiner Mannschaft nicht dulden und auch nicht ungestraft durchgehen lassen“ begründet Frank Rombey seine Handlungsweise. Das sei er auch dem Ansehen seines Klubs schuldig.

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