50 Jahre, 50 Gesichter

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50 Jahre, 50 Gesichter. Für DFB.de erzählt der Autor und Historiker Udo Muras die Geschichte der Bundesliga an Persönlichkeiten nach, die die deutsche Eliteliga prägten. Jahr für Jahr.

1996/1997: Joachim Löw

Zwei Tage vor Saisonstart trennt sich der VfB Stuttgart von seinem Trainer Rolf Fringer. So begann über Nacht die Karriere des heutigen Bundestrainers Joachim Löw. Fringers damaliger Assistent übernahm eine hoch veranlagte, aber auch schwierige Mannschaft. Im wichtigsten Spiel der Saison krönte Löw sein erstes Jahr als Profi-Trainer: In Berlin wurde der VfB gegen Energie Cottbus DFB-Pokalsieger. mehr

1995/1996: Matthias Sammer

Als er im Winter 1992/1993 für acht Millionen D-Mark aus Italien zurückkam, gab es in der Sportpresse wochenlang kein anderes Thema. Matthias Sammer verstärkte nach nur halbjährigem Intermezzo bei Inter Mailand Borussia Dormund und das weckte Erwartungen. Über Nacht war der BVB zu einem Titelfavoriten geworden, hatte der Nationalspieler doch schon den VfB Stuttgart 1992 zur Schale mitverholfen. mehr

1994/1995: Giovanni Trapattoni

1994 wurde Bayern München wieder Deutscher Meister, und alle Welt war sich einig: Es war das Werk eines Mannes. Franz Beckenbauer, der deutsche Fußball-Kaiser, hatte die Bayern als Aushilfstrainer auf den Gipfel gehievt. Sein Nachfolger war nicht zu beneiden. Der geeignetste Nachfolger schien gefunden: Giovanni Trapattoni. mehr

1993/1994: Anthony Yeboah

Nach zwei dritten Plätzen peilte Eintracht Frankfurt 1993/1994 endlich die Meisterschaft an. Der hochkarätig besetzte Kader mit Namen wie Uli Stein, Uwe Bein und Maurizio Gaudino verleitete zu großen Hoffnungen. Liebling der Fans war allerdings ein anderer: Anthony Yeboah. mehr

1992/1993: Helmut Schulte

Die Bundesliga stößt in eine neue Dimension vor. Sat.1 erhält die Erstsenderechte. Das Format ist gewöhnungsbedürftig: An den Spieltagen gibt es eine große Show mit Analysen, Interviews und Statistiken. Dafür brauchen sie sachkundige und eloquente Reporter und Experten. Einen wie Helmut Schulte, zum Beispiel. mehr

1991/1992: Guido Buchwald

Wenn ein Verteidiger einmal in die Rolle des Stürmers schlüpfte, erregte das früher noch Aufsehen. Guido Buchwald, der kantige Innenverteidiger des VfB Stuttgart, hatte zwar als Mittelfeldspieler seine Karriere begonnen, aber schon bald wurde er von Vereins- und Nationaltrainer nach hinten versetzt. mehr

1990/1991: Karl-Heinz Körbel

Michael Prengel hatte sich keine Freunde gemacht, als er im Spiel zwischen dem FC St. Pauli und der Frankfurter Eintracht deren Kapitän Karl-Heinz Körbel verwarnte. Denn alle wussten: das war’s jetzt für den "treuen Charly". 602 Bundesligaspiele hatte er gesammelt, mehr als jeder andere, 600 davon in der Startelf. mehr

1989/1990: Andreas Thom

Spätestens seit jenem Tag im September 1988 kannte ihn ganz Fußball-Deutschland – auch wenn es noch geteilt war. Das Los hatte im Europapokal der Meister für ein Duell zwischen dem DDR-Meister und dem der BRD gesorgt und es hatte einen Star: Andreas Thom überragte beim 3:0 im Hinspiel in Berlin alle. mehr

1988/1989: Christoph Daum

Als er anfing, musste er mit Spott leben. Wer Daum heißt, wird auf dem Boulevard schnell zum "Däumling", jedenfalls wenn er noch so jung ist und nichts vorzuweisen hat. Christoph Daums Karriere als Bundesliga-Trainer begann im September 1986; der Nachfolger von Georg Kessler galt als Übergangslösung, schließlich war er erst 32 und hatte nur als Jugend- und Co-Trainer der Kölner gearbeitet. mehr

1987/1988: Lajos Detari

Im Sommer 1987 beschloss der Vorstand einen Strategiewechsel: neuer Trainer, neuer Torwart und neuer Spielmacher. Karl-Heinz Feldkamp, der mit Bayer Uerdingen den Pokal gewonnen hatte, und Uli Stein, dreimaliger Meister-Torwart des HSV, sollten das Siegergen an den Main importieren. Und dann war da noch ein 24 Jahre alter smarter, schlaksiger Blondschopf aus Ungarn, der für Glamour sorgen sollte.mehr

1986/1987: Udo Lattek

Dass er gehen wollte, hatte er schon im November 1986 angedeutet. Heim nach Köln zog es ihn, wo sein Häuschen stand. Er hatte genug vom Trainerdasein, mit 52 wollte er sich "nicht mehr jeden Tag den Arsch nass regnen lassen". Udo Lattek begab sich in der Saison 1986/1987 auf seine Abschiedstournee als Trainer, nicht mal er selbst ahnte, dass er noch für drei Klubs auf der Bank sitzen würde.mehr

1985/1986: Jürgen Wegmann

Vor seiner dritten Saison bei Borussia Dortmund musste Jürgen Wegmann einige unerfreuliche Dinge über sich lesen. Das "Milchgesicht" aus Essen sei ein Fehleinkauf, hieß es über den 21-Jährigen. Doch ohne ihn wäre der BVB abgestiegen und das hängt wesentlich mit dem 19. Mai 1986 zusammen. mehr

1984/1985: Lothar Matthäus

Mit 18 war Lothar Matthäus in Mönchengladbach Bundesligaspieler geworden, mit 19 war er bereits Europameister. Als er 22 war, hatte sich daran nichts geändert, Titel hatte er noch nicht gewonnen. So musste er nicht lange zaudern, als ihn die Münchner Bayern im November 1983 ansprachen. mehr

1983/1984: Helmut Benthaus

Als er kam, fragte sich so mancher im Schwaben-Land: "Helmut wer?" In Zeiten, als der Fußball noch nicht bis in den letzten Winkel durchleuchtet war, konnten auch Ex-Nationalspieler noch in Vergessenheit geraten. Erst recht, wenn man sich wie Helmut Benthaus, der unter Sepp Herberger zu acht Länderspielen gekommen war, im Ausland aufhielt. mehr

1982/1983: Rudi Völler

Sie nannten ihn "Ente". Weil er mit seinem Watschelgang so stark an den Essener Willi Lippens erinnerte, der in den Siebzigern als erster in der Bundesliga diesen Spitznamen trug. Lippens blieb immer die "Ente", aber es wäre Rudi Völler nicht gerecht geworden, sich nach der Saison 1982/1983 noch über ihn lustig zu machen. Er wurde alsbald umgetauft. Sein Vorname spielte dabei natürlich auch eine Rolle, er ließ sich so herrlich dehnen. mehr

1981/1982: Horst Hrubesch

Er war das, was man einen Spätzünder nennt. Erst mit 24 begann Horst Hrubesch seine Profikarriere, Rot-Weiß Essen zog ihn aus der Bezirksliga direkt hoch in die Bundesliga. Trotz seiner 38 Tore stieg RWE nach zwei Jahren ab, und auch 41 Zweitligatreffer brachten die Essener nicht wieder hoch. Ihn selbst schon, der HSV angelte sich das "Kopfballungeheuer". Weiter ging sein Aufstieg im IC-Tempo: 1979 Meister, 1980 Nationalspieler und Europameister. mehr

1980/1981: Karl-Heinz Rummenigge

Sechs Jahre musste er für die Bayern spielen, um zu erreichen was anderen auf Anhieb gelungen ist: Deutscher Meister zu werden. Länger musste der Rekordmeister nie auf die Meisterschale warten als zwischen 1974 und 1980. An Karl-Heinz Rummenigge lag es gewiss nicht, der junge Stürmer aus Lippstadt war phasenweise der einzige Nationalspieler der Münchner in jener Epoche des Umbruchs. mehr

1979/1980: Jürgen Grabowski

Jürgen Grabowski war einer der letzten der in den Achtzigern aussterbenden Gattung von Spielern, die ihre Karriere nur bei einem Verein verbrachten. Längst nannten sie ihn "Mister Eintracht", und als er an der Seite von Teamkollege Bernd Hölzenbein 1974 Weltmeister geworden war, dichteten die Fans: "Frankfurts Stolz - der Grabi und der Holz". Der Kult lebt bis heute. mehr

1978/1979: Kevin Keegan

Wann immer ein ausländischer Spieler in der Bundesliga Anlaufschwierigkeiten hat, dient den Verantwortlichen in den Klubs ein historisches Beispiel als Beruhigungspille. Kevin Keegan, der erste Engländer in der Bundesliga, galt beim Hamburger SV schon als Fehleinkauf, ehe sie ihn doch noch auf Händen trugen. Die Geduld mit dem 1,6-Millionen-Mark-Transfer aus Liverpool, damals die höchste Ablösesumme der Ligageschichte, machte sich am Ende bezahlt. mehr

1977/1978: Paul Breitner

Die ersten Gerüchte kamen am 12. April 1977 in Umlauf. Etwas zu spät für einen April-Scherz und doch war mancher geneigt, sie noch in diese Schublade zu legen. Aber schon am nächsten Tag wurde das Geschäft abgeschlossen und das Gerücht Tatsache: Paul Breitner kehrt in die Bundesliga zurück, aber nicht zu seinen Bayern, die er 1974 als Weltmeister verlassen hatte, sondern zu Eintracht Braunschweig. mehr

1976/1977: Wolfgang Overath

Mit Start der Saison 1976/1977 ist Wolfgang Overath der einzige Bundesliga-Spieler, der aus der Premieren-Saison übrig geblieben ist – und vor allem nie gefehlt hat. Längst darf er sich Bundesliga-Rekordspieler nennen. Der Zähler steht bei 385 Einsätzen, als die Saison beginnt. Dass es seine letzte sein wird, weiß da noch niemand. mehr

1975/1976: Klaus Toppmöller

Klaus Toppmöller stand am Scheideweg. Eintagsfliege oder doch Bundesliga-Star? Der Schlaks mit dem Wuschelkopf zeigte es allen und spielte mit dem 1. FC Kaiserslautern eine hervorragende Saison, die den Klub ins Pokalfinale und in den UEFA-Pokal führte. "Toppi" schoss in allen Wettbewerben 32 Tore. mehr

1974/1975: Jupp Heynckes

Im Sommer 1974 war Jupp Heynckes im Zwiespalt in der Bewertung dessen, was er in der abgelaufenen Saison geleistet und was er dafür geerntet hatte. Gewiss, er war auch Weltmeister geworden, aber im Finale saß er nach einer Verletzungspause 90 Minuten auf der Bank. mehr

1973/1974: Franz Beckenbauer

Aber sie sprangen wieder drüber. Und so hoch wie nie! Unter Trainer Udo Lattek erlebte das Starensemble ujm Franz Beckenbauer im Frühjahr und Sommer 1974 die erfolgreichsten Monate der Klub-Geschichte. Zwar kosteten zwei umstrittene Elfmeter in Frankfurt die Teilnahme am DFB-Pokal-Finale, aber sonst glückte den Kaiserlichen alles. mehr

1972/1973: Günter Netzer

Im Finale des DFB-Pokals wird Günter Netzer zur Legende: Nach 90 Minuten wechselt er sich beim Stand von 1:1 selbst ein. Trainer Hennes Weisweiler genehmigt den letzten rebellischen Akt seines Kapitäns nonverbal, man schaut sich nur kurz an. Drei Minuten auf dem Platz, schmettert Netzer den Ball nach Doppelpass mit Rainer Bonhof mit links in den Winkel. Es ist das Siegtor. mehr

1971/1972: Gerd Müller

Vor der Saison 1971/72 wusste Gerd Müller, dass er etwas gut zu machen hatte. In der abgelaufenen Spielzeit hatte er "nur" 22 Tore geschossen und seine Bayern waren nicht Meister geworden. Seit dem 25. Februar 1970 firmierte Müller bereits als Rekord-Torjäger, damals löste er Dortmunds Lothar Emmerich (115 Tore) ab. Am Saisonende 69/70 hatte er stolze 38 Tore geschossen, damals auch ein Bundesliga-Rekord. mehr

1970/1971: Lothar Kobluhn

Lothar Kobluhn hat in jener Saison wahre Wunderdinge vollbracht und für den Abstiegskandidaten Rot-Weiß Oberhausen 24 rettende Tore geschossen – als Mittelfeldspieler. Eine Sensation, die auch die Medien dankbar aufnahmen. Der Kicker widmete ihm am 26. April 1971 die Titelgeschichte: "Kobluhn beschämt die Stürmer". Der Leser erfuhr, dass er seine Tore im Grunde aus purer Verzweiflung schoss. mehr

1969/1970: Hennes Weisweiler

Borussia war am Ziel und mit ihr Hennes Weisweiler. Dabei war er erst am Anfang. Er hatte noch viel vor am Bökelberg und übertraf sogar die Erwartungen; 1975 ging er als Meister und UEFA-Pokalsieger im Triumph nach Barcelona. Hennes Weisweiler war, was nicht viele glauben, geschweige denn wissen, ein sehr moderner Trainer. Schon 1970 arbeitete er mit "Scouts", kaum ein Talent entging ihm, und Statistikern. mehr

1968/1969: Branko Zebec

Wo Branko Zebec war, da war Erfolg. In München marschierte er vom ersten Spieltag 1968/69 von der Spitze weg – 34 Tabellenführungen, das gab es noch nie. Schon am 31. Spieltag, kurioserweise nach einer Niederlage in Nürnberg (0:2), waren sie Meister. Auch ein Rekord – wie der Fakt, dass Zebec mit nur 13 Spielern auskam. Einmalig in 50 Bundesliga-Jahren. mehr

1967/1968: Franz Brungs

Wenn einer 25 Tore schießt und nicht einmal zu einem Sichtungslehrgang der Nationalmannschaft eingeladen wird, dann muss es wohl eine Zeit gewesen sein, in der die Torjäger auf den Bäumen wuchsen. Die Karriere mit dem Adler auf der Brust blieb Franz Brungs verwehrt, doch Deutscher Meister wurde er trotzdem. mehr

1966/1967: Lothar Ulsaß

In jedem dritten Bundesligaspiel schoss Lothar Ulsaß statistisch ein Tor und spielte die Hauptrolle im ersten Fußball-Märchen der neuen Liga. In der Saison 1966/1967 wurde nämlich ein Abstiegskandidat Meister: Eintracht Braunschweig. Und Ulsaß war der Scharfschütze des Titelträgers – allein 14 Tore gingen auf sein Konto. mehr

1965/1966: Lothar Emmerich

Tore waren sein Leben. Schon das allererste in der Bundesliga-Historie wird mit Lothar Emmerich in Verbindung gebracht. Geschossen hat er es zwar nicht damals in Bremen, aber die Vorlage auf Friedhelm "Timo" Konietzka kam von ihm, und der anschließende Torjubel lässt Betrachter glauben, er sei der Torschütze. mehr

1964/1965: Willi Multhaup

Spitznamen gibt es viele. Die meisten sind Verniedlichungen des Vor- und Nachnamens und erklären sich von selbst. Den wohl seltsamsten aller Bundesliga-Akteure hat der Fußball-Lehrer Willi Multhaup (1903 - 1982), den alle nur "Fischken" nannten, was so viel wie kleiner Fisch heißt. mehr

1963/1964: Max Morlock

Er hat die Bundesliga nicht gebraucht, um berühmt zu werden. Die Bundesliga ihn schon. Max Morlock war einer der ersten großen Stars der Liga, einer von drei Weltmeistern. Kölns Hans Schäfer und Meiderichs Helmut Rahn standen am 24. August 1963 ebenfalls auf dem Rasen, um den lang ersehnten Moment aus der Nähe mitzuerleben. mehr
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