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"San Iker" gegen "San Gigi": Das Gipfeltreffen der Torhüter
Der "heilige Iker" gegen den "heiligen Gigi": Im EM-Finale am Sonntag zwischen Spanien und Italien kommt es in Kiew zum Gipfeltreffen der Weltklasse-Torhüter (ab 20.45 Uhr, live im ZDF). Ein Elfmeterschießen mit den Protagonisten Iker Casillas und Gianluigi Buffon wäre ein "High Noon".
Der Spanier Casillas hat bereits ein Elfmeterschießen hinter sich - im Halbfinale gegen Portugal war er einer der Matchwinner. "Wir hatten keine Angst", sagte Abwehrspieler Sergio Ramos: "Wir wussten, dass wir den besten Torhüter der Welt haben. Und Iker hat uns nicht im Stich gelassen."
Casillas und Buffon jeweils viermal Welttorhüter
Bei der Wahl zum Welttorhüter hat sich der 31 Jahre alte Casillas in den vergangenen vier Jahren immer durchgesetzt. Nur einer kommt sonst noch auf vier Siege: Der Italiener Buffon (2004/2005/2006/2007). In der offiziellen Rangliste der Welttorhüter des 21. Jahrhunderts führt der drei Jahre ältere Buffon mit 199 Punkten knapp vor Casillas (197), der Rest folgt mit meilenweitem Abstand.
Es gibt einige wenige Dinge, die die beiden gemeinsam haben. Sie fallen beide durch Vereinstreue auf - Buffon spielt seit 2001 für Juventus Turin, Casillas gar seit 1999 für Real Madrid. Und sie haben beide auffallend schöne Frauen an ihrer Seite - Buffon ist mit dem Model Alena Sederova verheiratet, Casillas will nach der EM die TV-Moderatorin Sara Carbornero vor den Traualtar führen. Die Szene, als der Keeper seine verdutzte Freundin nach dem WM-Finale 2010 vor laufender Kamera küsste, bleibt unvergessen.
Doch viel mehr, als sie verbindet, trennt die beiden überragenden Schlussmänner. Buffon stammt aus einer Sportlerfamilie. Die Mutter Diskuswerferin, der Vater Gewichtheber, der Onkel Basketballer, die Schwestern Volleyballerinnen. Er ist von kräftiger Statur, ein eher extrovertierter Frauenschwarm und Lebemann, der vor der EM auch für negative Schlagzeilen sorgte, weil er in einem Wettbüro in Parma Geld gesetzt haben soll - obwohl den Profis laut Verbandsstatuten jegliche Wettbeteiligung untersagt ist. Er mache mit seinem Geld, was er wolle, entgegnete "Gigi" lapidar.
Skandale ranken sich um Casillas, der bei Real von Bodo Illgner lernte und 2002 im Champions-League-Finale gegen Bayer Leverkusen nach einer Verletzung von Stammkeeper César auf die große Bühne trat, dagegen nie. Der Vater ist Angestellter im Erziehungsministerium, die Mutter arbeitete als Putzfrau. Und der für einen Torhüter eher schmächtige Spanier wirkt wie der nette, unscheinbare Junge von nebenan. Bescheidenheit und Freundlichkeit sind neben Ehrgeiz seine hervorstechenden Eigenschaften. "Lob schwächt", lautet eine seiner Devisen. "Der Rasen ist wichtiger als die Farbe der Stutzen", eine andere.
"Ich bin kein Galaktischer, ich bin aus Móstoles"
Doch da er so erfolgreich ist, kann er sich zahlreicher Ehrungen nicht erwehren. In seiner Heimstadtstadt Móstoles ist eine Straße nach dem Welt- und Europameister und zweimaligen Champions-League-Sieger benannt. Zudem steht dort ein Gedenkstein. Darin eingraviert ein berühmtes Zitat von Casillas: "Ich bin kein Galaktischer, ich bin aus Móstoles."
In der Gruppe der oft eitlen und launischen Stars bei Real und der Nationalelf ist der spanische Rekordnationalspieler, der im Finale mit dem 100. Sieg im Trikot der "Roja" seinen Weltrekord ausbauen könnte, der Ruhepol, die Konstante - und die Zuverlässigkeit in Person. Und dadurch, "Tiki-Taka" hin oder her, der Garant des Erfolges. "Buffon ist ein echter Anführer. Aber das ist Iker auch", sagte Mitspieler Cesc Fà bregas.
Einmal schon, im Viertelfinale der EM 2008, standen sich Buffon und Casillas in einem Elfmeterschießen bei einem großen Turnier gegenüber. Der Italiener hielt einen Schuss, der Spanier zwei. Die Iberer warfen den damaligen Weltmeister raus und holten am Ende ihren ersten Titel seit 44 Jahren. Genauso lange ist vor dem Finale der letzte EM-Triumph Italiens her.



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