News-Meldung

Seiteninhalt drucken

 

11.06.2012·08:20·UEFA EURO

Oxlade-Chamberlain: Im Eiltempo zur EURO

Auf der EM-Bühne: Jewgeni Konopljanka (links) und Alex Oxlade-Chamberlain  © Bongarts/GettyImages
Auf der EM-Bühne: Jewgeni Konopljanka (links) und Alex Oxlade-Chamberlain

Große Talente mit großen Ambitionen. Manche spielen schon bei internationalen Top-Klubs, andere wollen da noch hin. Und alle gehören zu den Hoffnungsträgern ihrer Länder. DFB.de stellt Spieler vor, die Sie sich merken sollten. In den kommenden drei Wochen und ziemlich sicher auch darüber hinaus. Heute: Gruppe D.

Jewgeni Konopljanka (Ukraine)

Wie lange noch?, fragen sie in der Ukraine. Wie lange noch bleibt Jewgeni Konopljanka in der Heimat? Der offensive Mittelfeldspieler gilt neben Andrei Jarmolenko als größtes Fußball-Juwel des Landes. Und weil er so schnell und dribbelstark ist, vergleicht ihn der Boulevard mit Lionel Messi. Warum auch klein denken, wenn man große Ansprüche hat? Interesse von Chelsea, Arsenal und Manchester United wird jedenfalls schon kolportiert.

Auch die Deutschen staunten beim Testspiel im November vorigen Jahres nicht schlecht, als der 22-Jährige von Dnjepr Dnjepropetrowsk ein ums andere Mal den Turbo zündete, mit Ball am Fuß oder ohne. Eine weitere Stärke von ihm: Er ist beidfüßig, was ihn in Kombination mit seiner Schnelligkeit unberechenbar. Seine erste größere Bühne war die U 21-EM vor einem Jahr, als das Team schon in der Vorrunde ausschied, er aber endgültig die Scouts der großen Klubs auf sich aufmerksam machte.

Dass er irgendwann dort landet, bezweifelt kaum jemand. Selbst sein Klubtrainer nicht. "Jewgeni ist sehr talentiert und wird noch viel besser werden", sagt Juande Ramos. "Er ist 50 Millionen Euro wert." Mal sehen, ob er das auch bei der EURO zeigt. Konopljanka spielt im eigenen Land, einen besseren Anlass gibt es nicht.

Alex Oxlade-Chamberlain (England)

Mit 17 von einem Drittligisten zu einem Champions-League-Teilnehmer zu gehen, ist ein durchaus ambitioniertes Vorhaben. Alex Oxlade-Chamberlain hat den Sprung geschafft, und ein Jahr später gehört der dynamische und schussgewaltige Außenstürmer sogar zum Kreis der 23, die für England bei der Europameisterschaft spielen. Ein kleines Fußball-Märchen. "Wer mir das vor einem Jahr erzählt hätte, den hätte ich ausgelacht", sagt der 18-Jährige, der nach dem Niederländer Jetro Willems der jüngste aller 368 EM-Spieler ist.

Schon sein Vater Mark, heute TV-Experte, spielte Anfang der 80er Jahre achtmal für die "Three Lions". Sein Sohn dürfte diese Marke locker übertreffen. "Wir sind uns durchaus ähnlich, vor allem, was die Schnelligkeit angeht", sagt der Papa (50) und schiebt lachend hinterher: "Aber das kann er sich gar nicht mehr vorstellen. Er denkt, ich hätte vor 100 Jahren gespielt, wenn er sieht, dass ich kaum noch die Treppe raufkomme."

Gegen Norwegen gab "The Ox" kurz vor dem EM-Start sein Debüt, gegen Belgien stand der jüngste englische Champions-League-Torschütze erstmals von Beginn an auf dem Platz. "Er hat seine Sache sehr gut gemacht", lobte Nationaltrainer Roy Hodgson seinen Jüngsten. Der wiederum sagt: "Ich freue mich riesig, dabei sein zu dürfen. Ich will viel lernen, und wenn ich meine Chance bekomme, werde ich alles geben und versuchen, sie zu nutzen."

Überzeugende Leistungen in der Zentrale: Yann M'Vila (links) und Rasmus Elm  © Bongarts/GettyImages/imago
Überzeugende Leistungen in der Zentrale: Yann M'Vila (links) und Rasmus Elm

Yann M'Vila (Frankreich)

Sein Gesicht war schmerzverzerrt, Tränen flossen. In diesen Momenten war Yann M'Vila sicher, dass er die EM verpassen würde. Er war gefoult worden im Spiel gegen Serbien, das Sprunggelenk war in Mitleidenschaft gezogen worden. "Ich hatte so eine Verletzung schon einmal, es hat Wochen gedauert, bis ich wieder fit war", sagte er. Doch so schlimm ist es nicht gekommen. Am Sonntag, einen Tag vor dem ersten EM-Spiel, ist der 21-Jährige ins Mannschaftstraining der Franzosen zurückgekehrt, doch es ist fraglich, ob er es bis zum Auftakt gegen England packt. Sie brauchen ihn, den Balleroberer, den Secher, den Strategen. Der spielt, als wäre er schon Jahre dabei. "Es gibt auf seiner Position wenige Fußballer seiner Qualität in Europa", sagt sein Vereinstrainer Frederic Antonetti.

Nicht umsonst wird M'Vila schon mit den früheren großen Mittelfeldspielern Patrick Vieira und Claude Makelele verglichen. Das ehrt ihn, gefällt ihm aber nicht wirklich. "Das sind große Namen im französischen Nationalteam, aber ich bin M'Vila", sagt er. "Ich habe meinen eigenen Stil, und ich hoffe die Menschen werden das von nun an wahrnehmen." Das dürfte kein Problem werden, spätestens, wenn er vom kleinen Stade Rennes zu einem namhafteren Klub wechselt. Und dem Vernehmen nach, kann er sich seinen neuen Arbeitgeber unter mehreren Angeboten aussuchen.

Aber natürlich weiß er auch, dass die EURO die perfekte Bühne ist, seinen Marktwert noch ein bisschen höher zu schrauben. Das wollte er eigentlich schon bei der WM vor zwei Jahren, doch Raymond Domenech strich ihn seinerzeit aus dem Kader. Vielleicht besser für M'Vila, den Sohn kongolesischer Eltern, der seither eines der Gesichter des Neuanfangs unter Laurent Blanc ist. Bei der EM will er das bestätigen: Am 29. Juni wird er 22, und seinen Geburtstag will er nicht im Urlaub feiern.

Rasmus Elm (Schweden)

"Er ist Schwedens größtes Talent seit Zlatan Ibrahimovic", sagte einst der ehemalige schwedische Nationaltrainer Lars Lagerbäck über Rasmus Elm. Seit drei Jahren gehört der 24-Jährige zum Stamm der "Tre Kronor", und in Polen und der Ukraine erlebt er sein erstes großes Turnier. "Ich betrachte das Ganze als einen enormen Erfahrungsschub. Ich werde eine Menge dazulernen, und ich hoffe, dass ich, egal auf welcher Position ich spiele, zur Stammformation gehören werde. Für mich ist es eine außergewöhnliche Herausforderung", sagt er.

Beim Turnier vertritt er als einziger die Familie Elm. Auch seine beiden Brüder sind Profis: David (29) spielt als Mittelstürmer daheim in Schweden bei IF Elfsborg Boras, stand zuvor eineinhalb Jahre beim FC Fulham unter Vertrag, Viktor (26) war Kapitän des SC Heerenveen und wechselt jetzt zum AZ Alkmaar. Dorthin, wo auch der Jüngste der drei, Rasmus, spielt. Bis jetzt zumindest.

Denn der zentrale Mittelfeldspieler mit feiner Technik und ausgeprägtem Talent für Standardsituationen und Weitschüsse hat längst das Interesse anderer Vereine geweckt. In der vergangenen Saison traf er in der Eredivisie zehnmal, auch das ein Beleg seiner Qualität. Nur im Nationalteam hat es mit dem Toreschießen noch nicht so geklappt: In 24 Spielen traf er bislang einmal. Vielleicht ändert sich ja auch das bald.

[gt]

Zur ersten Seite

Diesen Artikel teilen

 

Artikel kommentieren

Wenn Sie diese News-Meldung kommentieren möchten, können Sie dazu das folgende Formular verwenden. Das DFB-Redaktionsteam behält sich vor, Passagen von allgemeinem Interesse gegebenenfalls im Anhang zu dieser News-Meldung zu veröffentlichen. Wir freuen uns auf Ihren Kommentar!

Anrede: HerrFrau
Vorname: * Nachname: *
E-Mail: * (wird nicht veröffentlicht)
Website: Ort:
 
Kommentar: *
Spam-Schutz: *

 
Anzeige: