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Kickers: Der Drei-Jahres-Plan geht auf
Perfekter Masterplan: Im ersten Jahr sportlich konsolidieren, in der folgenden Spielzeit oben mitspielen, in der dritten Saison aufsteigen - diesen Plan haben die Stuttgarter Kickers und ihr Trainer Dirk Schuster in der Regionalliga Süd exakt eingehalten.
Bereits zwei Spieltage vor dem Ende der Spielzeit 2011/2012 standen die "Blauen" als Meister und damit als Aufsteiger in die 3. Liga fest. Am Ende hatten die Schwaben mit 78 Punkten einen deutlichen Vorsprung vor Vizemeister SG Sonnenhof Großaspach (69) und Eintracht Frankfurt II (67). "Wir haben besonders in den vergangenen 18 Monaten, in denen wir nur zwei Spiele verloren haben, Herausragendes geleistet", so Ex-Nationalspieler Dirk Schuster zu DFB.de nach dem Aufstieg.
Seinen Vertrag hat er inzwischen um ein weiteres Jahr verlängert und will mit den Kickers auch in der 3. Liga für Furore sorgen. "Unsere Mannschaft ist mit einer unglaublichen Siegermentalität ausgestattet, das wollen die Zuschauer in Degerloch sehen", sagt Schuster. "Das Ziel in unserer ersten Saison ist, uns in der 3. Liga zu etablieren und einen Mittelfeldplatz zu belegen."
Meister in vielen Statistiken an der Spitze
Der letzte Meister der Regionalliga Süd in ihrer bisherigen Form war in der abgelaufenen Saison in zahlreichen Statistiken das Maß aller Dinge. So holten die Stuttgarter Kickers die meisten Siege (23) aller Vereine, kassierten die wenigsten Niederlagen (2), mussten die wenigsten Gegentore hinnehmen (29) und waren sowohl die beste Heim- (40 Punkte) als auch die erfolgreichste Auswärtsmannschaft (38).
Kurios: In der Heim- und in der Auswärtstabelle belegten Großaspach (37 bzw. 32 Punkte) und die Eintracht-Reserve (37/30) ebenfalls jeweils die Plätze zwei und drei. Beide Teams konnten den souveränen Liga-Primus lediglich bei den erzielten Toren hinter sich lassen. Die SG Sonnenhof stellte mit 78 Treffern den mit Abstand torgefährlichsten Angriff vor Eintracht Frankfurt II und 1899 Hoffenheim II (je 69). Die Kickers (66) kamen hier nur auf Rang vier.
Hoffenheim: Viele Tore bedeuten nicht immer viele Punkte
Dass viele Tore und vergleichsweise auch wenige Gegentreffer nicht unbedingt immer für eine Spitzenposition reichen, mussten die Hoffenheimer erfahren. 69 Tore bedeuten Rang zwei in der Offensiv-Rangliste, 36 Gegentreffer ebenfalls den zweitbesten Wert der Liga. Trotzdem reichte es für die Sinsheimer, die vor allem während der Hinserie einige Kantersiege eingefahren hatten, aber nur zu 52 Zählern und Rang sieben.
Die wenigsten Treffer in dieser Saison erzielte die Zweitvertretung des TSV 1860 München, die in 34 Partien gerade einmal 28 Treffer bejubeln durfte. Auch der FC Memmingen (37), der Tabellenletzte FC Bayern Alzenau (39), der SC Pfullendorf und der SV Waldhof Mannheim (jeweils 40) stellten die gegnerischen Abwehrreihen nur selten vor unlösbare Probleme.
Ingolstadts Lappe ist der Toptorjäger
Der "Schrecken" aller Defensivreihen war Karl-Heinz Lappe vom Neuling FC Ingolstadt 04 II. Der 24 Jahre alte Angreifer holte sich mit 18 Treffern in nur 27 Spielen die Torjägerkrone, obwohl er nach der Winterpause nur noch sieben Partien bestritten hatte und dabei lediglich zweimal erfolgreich war. Viermal kam Lappe in der 2. Bundesliga für die "Schanzer" zum Einsatz. Ein Tor gelang ihm dabei aber nicht.
In der Regionalliga Süd landete Elia Soriano von Eintracht Frankfurt II mit 17 Treffern auf Rang zwei. "Bronze" teilten sich die beiden Großaspacher Matthias Morys und Nicolo Mazzola (je 16 Tore).
Bayern Alzenau musste die meisten Gegentore (76) hinnehmen und weist auch die schwächste Tor-Differenz (-36) auf. Über 60 Gegentreffer kassierten sonst nur noch der Tabellenvorletzte FSV Frankfurt II (70) und der SC Pfullendorf (65).
Bayern-Reserve zumeist ein "guter Gastgeber"
Weder bei Heim- noch bei Auswärtsspielen gelang es einer Mannschaft, ungeschlagen zu bleiben. Meist ein "guter Gastgeber" war der Drittliga-Absteiger FC Bayern München II mit gerade einmal drei Siegen und insgesamt nur 13 Zählern im eigenen Stadion. Der FSV Frankfurt II (15) schnitt nicht viel besser ab.
Der FC Bayern Alzenau gewann in der Fremde als einzige Mannschaft nicht, lag in der Auswärtstabelle mit fünf Zählern auf dem letzten Platz. Der SC Pfullendorf kam bei immerhin zwei Auswärtssiegen auf neun Zähler, der FC Memmingen auf zwölf Punkte.
KSC II verabschiedet sich mit sieben Siegen in Serie
Ein wichtiger Baustein für den Erfolg der Stuttgarter Kickers war die Konstanz der Mannschaft aus Schwaben. Von Anfang Oktober bis Anfang November gelangen der Schuster-Elf sieben Siege in Serie. Das gleiche Kunststück gelang auch dem Tabellenvierten Wormatia Worms und kurz vor dem Saisonende dem Karlsruher SC II.
Umso bitterer für die Badener, dass sie nach dem Abstieg der eigenen Profis aus der 2. Bundesliga in der nächsten Saison trotzdem nicht in der neuen Regionalliga Südwest an den Start gehen dürfen. Als Reserve eines Drittligisten ist der KSC II in der vierthöchsten neuen Spielklasse nicht startberechtigt. Auf jeweils sechs Siege in Serie kamen die Reserve-Mannschaften von Eintracht Frankfurt und 1899 Hoffenheim.
Alzenau stoppt Sonnenhof Großaspach
Auf das Konto der Stuttgarter Kickers ging auch die längste Serie ohne Niederlage. 15 Mal blieben die "Stukkis" zwischen dem 20. und 34. Spieltag unbesiegt. In immerhin 14 Partien in Folge blieb Wormatia Worms ungeschlagen. Die SG Sonnenhof Großaspach hatte ihre längste Serie bereits am ersten Spieltag begonnen, musste sich dann nach neun erfolgreichen Partien ausgerechnet in Alzenau (1:2) erstmals geschlagen geben.
Die längste Zeit ohne Punktgewinn blieb der FSV Frankfurt II. Vom 25. November bis zum 18. März gingen die Hessen sechsmal in Serie leer aus. Der SC Pfullendorf und Bayern Alzenau musste zwischenzeitlich am längsten - nämlich zehnmal hintereinander - auf einen Dreier warten.
Kickers: Auch Krösus im Zuschauerranking
Auch in der Zuschauer-Tabelle landeten die Stuttgarter Kickers auf Platz eins. Die Heimspiele des früheren Bundesligisten sahen insgesamt 61.545 Zuschauer, im Schnitt waren das 3620 Besucher. Knapp dahinter folgte der SV Waldhof Mannheim (Schnitt: 3367) auf dem zweiten Platz. Sonst kamen nur noch Hessen Kassel (1743), Wormatia Worms (1586), Sonnenhof Großaspach (1333) und FC Memmingen (1314) auf einen vierstelligen Zuschauerschnitt. Wenig überraschend belegen sechs Reserve-Mannschaften von Profi-Klubs die letzten Plätze der Zuschauertabelle. Den geringsten Zuspruch verzeichneten dabei die SpVgg Greuther Fürth II (191), der SC Freiburg II (202) und der FSV Frankfurt II (211).
Die größte Kulisse der Saison (7150 Zuschauer) gab es erst am letzten Spieltag beim 2:0 von Meister Stuttgart gegen Bayern München II. Auf den weiteren Plätzen folgten zwei Auswärtsauftritte der Kickers. 6750 Besucher wollten das Gastspiel der Schwaben in Mannheim (0:0) sehen, 5712 Zuschauer kamen zum "Gipfeltreffen" zwischen der SG Sonnenhof Großaspach und den Stuttgartern (2:2).
Zu 306 Partien kamen insgesamt 307.390 Besucher, was einem Schnitt von 1005 entspricht. Im Vergleich zur Vorsaison (durchschnittlich 1234 Zuschauer) gingen die Zuschauerzahlen vor allem deshalb zurück, weil sich mit dem SV Darmstadt 98 ein Zuschauer-Magnet in die 3. Liga verabschiedet hatte und sich die Besucherzahlen beim früheren "Krösus" Hessen Kassel wegen des ausbleibenden sportlichen Erfolges mehr als halbierten.
Hoffenheim fährt die höchsten Siege ein
Die regelmäßigen Besucher der Heimpartien von 1899 Hoffenheim II konnten sich über Langeweile nur selten beschweren. Besonders zufrieden dürften die Anhänger zwei Partien im September verlassen haben. Denn das 8:0 gegen den SC Pfullendorf (mit fünf Toren von Sven Schipplock/ebenfalls Rekord) und das 6:0 gegen Wormatia Worms waren die höchsten Heimsiege der Saison. Aber auch auswärts schlugen die Kraichgauer zu, landeten mit dem 7:0 beim TSV 1860 München II ebenfalls den deutlichsten Erfolg.
Nicht beteiligt waren die Sinsheimer allerdings am torreichsten Spiel der Saison. Gleich neun Treffer gab es beim 2:7 des Karlsruher SC II im Reserveduell gegen Eintracht Frankfurt II. Im Schnitt fielen in den 306 Begegnungen insgesamt 914 Tore. Damit liegt der Schnitt bei fast drei Toren pro Spiel (2,99). Häufigstes Ergebnis war das 2:1 (52 Mal), gefolgt vom 1:0 (45 Mal) sowie vom 1:1 (35) und 2:0 (34).
Nur vier Trainerwechsel - Scholl kehrt zurück
Die Trainerwechsel hielten sich in Grenzen, was sicherlich auch dem fehlenden sportlichen Abstieg geschuldet war. Nur drei Vereine wechselten aus sportlichen Gründen den Trainer. Beim SC Pfullendorf, der bis zum elften Spieltag auf seinen ersten Sieg warten musste, folgte Adnan Sijaric auf Kristijan Djordjevic, bei 1860 München II Klaus Koschlick auf Bernhard Winkler. Bei Hessen Kassel übernahm zunächst Holger Brück als Interimstrainer für den beurlaubten Christian Hock. Nach der Winterpause stand dann Uwe Wolf in der Verantwortung.
Den vierten Wechsel gab es bei der Reserve des Karlsruher SC II. Nach der Beförderung von Markus Kauczinski zum neuen Cheftrainer rückte Josef "Joe" Zinnbauer auf und landete mit seiner Mannschaft in neun Spielen acht Siege.
Bei der Zweitvertretung des FC Bayern München hat Andries Jonker sein Trainer-Engagement zum Saisonabschluss beendet. Sein Nachfolger ist aus Bayern-Sicht ein alter Bekannter. Mehmet Scholl wird auf die Trainer-Bank der Münchner zurückkehren. Der ehemalige Nationalspieler hatte die FCB-Reserve bereits von April 2009 bis Juni 2010 in der 3. Liga betreut und dort am Ende auf Rang acht geführt. Beim Lokalrivalen TSV 1860 wird der bisherige Co-Trainer Alexander Richter der neue "Chef".



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