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Jahn-Allzweckwaffe Kurz: "Im Hinspiel den Grundstein legen"
Auf welcher Position spielt Thomas Kurz? Das ist die knifflige Frage, die sich die Fans des Drittligadritten SSV Jahn Regensburg, aber auch der jeweilige Gegner des Jahn regelmäßig stellen. Die Antwort fällt schwer, da der 24-Jährige in der abgelaufenen Saison schon in der Abwehr, im Mittelfeld und auch im Angriff im Einsatz war. Damit ist Kurz die Allzweckwaffe von Trainer Markus Weinzierl und könnte so zu einem wichtigen Trumpf in den beiden bevorstehenden Relegationsspielen gegen den Karlsruher SC werden.
Mit einer Mischung aus "Vorfreude und Anspannung" gehen Thomas Kurz und die Regensburger nach dem 1:1 gegen den FC Carl Zeiss Jena im letzten Saisonspiel nun in die Duelle mit dem Drittletzten der 2. Bundesliga und haben am Freitag (ab 20.30 Uhr) zunächst Heimrecht. Das Rückspiel steigt am Montag (ab 20.30 Uhr) in der badischen Stadt.
"Der KSC ist als Zweitligist Favorit. Wir wissen aber, dass die ganze Stadt Regensburg hinter uns steht und wollen vor eigenem Publikum den Grundstein für den Aufstieg legen", so Kurz vor dem bereits mit 11.000 Zuschauern ausverkauften Hinspiel im heimischen Jahnstadion im Gespräch mit DFB.de.
"Eine Stadt, ein Team, ein Traum"
Riesengroß war der Jubel beim Verein aus der viertgrößten Stadt Bayerns, die 2004 aus der 2. Bundesliga abgestiegen war, nach dem letzten Saisonspiel gegen den FC Carl Zeiss Jena (1:1). Die Jahn-Spieler feierten nach dem Abpfiff mit über 7000 Fans den dritten Platz hinter den beiden Direkt-Aufsteigern SV Sandhausen und VfR Aalen. "In der gesamten Region ist eine große Euphorie entstanden. Die ganze Saison ist wie ein Traum. Nun müssen wir noch den letzten Schritt machen", sagt Kurz, von seinen Mitspielern trotz der stattlichen Körpergröße von 1,90 Meter nur "Kurzer" gerufen.
Der im benachbarten und berühmten Kurort Altötting geborene Rechtsfuß verweist auf die eher geringeren Möglichkeiten im Vergleich zu den meisten Konkurrenten. "So eine Saison war überhaupt nicht zu erwarten", betont Kurz. Doch was hatte der Jahn den anderen Vereinen in dieser Drittliga-Saison voraus? "Kurzer" hat die Antwort sofort parat: "Die mannschaftliche Geschlossenheit ist unser Trumpf." Passend dazu ist das Relegations-Shirt der Regensburger mit der Aufschrift "Eine Stadt, ein Team, ein Traum" bedruckt.
Was wird aus Weinzierl?
Eher zur Nebensache wurde beim abendlichen Mannschaftsessen nach dem Jena-Spiel (1:1) der mögliche Abschied des langjährigen Jahn-Trainer Markus Weinzierl, der mit dem Bundesligisten FC Augsburg in Verbindung gebracht wird. "Markus hat uns vom Interesse eines anderen Vereins informiert. Er ist ein hervorragender Trainer. Doch darüber sollten wir uns nicht den Kopf zerbrechen. Wir haben eine vielleicht einmalige Chance, in die 2. Bundesliga zu kommen, die wir nutzen wollen", so Kurz.
Dem ehrgeizigen Markus Weinzierl, der bereits seit November 2008 als Cheftrainer in Regensburg arbeitet, hat der vielseitig einsetzbare Mann mit der Rückennummer "21" einiges zu verdanken. Im vergangenen Sommer hatte der 37-Jährige den zu dieser Zeit vereinslosen Thomas Kurz (zuvor beim FC Bayern München II) als Stürmer zum Jahn geholt. "Ich hatte zu diesem Zeitpunkt wenig Optionen und war sehr glücklich über das Angebot des SSV Jahn."
Ein eher zufälliger Sechser
Der Wechsel von Thomas Kurz, der in einer rund 40 Quadratmeter großen Wohnung in der Regensburger Innenstadt lebt, vom Angriff auf die so genannte "Sechser-Position" kam eher zufällig zu Stande. "Wir hatten auf dieser Position zu Saisonbeginn einige personelle Probleme. Markus Weinzierl hat darauf meinen ehemaligen Co-Trainer Rainer Ulrich vom FC Bayern München II angerufen und sich erkundigt, wie ich mich zum Ende der vergangenen Spielzeit im defensiven Mittelfeld geschlagen habe", erinnert sich "Kurzer", der während seiner Jugendzeit übrigens sogar mal kurzzeitig als Torhüter aktiv war.
Auf der eher ungewohnte Position fand sich der in der Jugend des SV 1963 Unterneukirchen sowie beim FC Bayern München und beim SV Wacker Burghausen ausgebildete Stürmer aber sofort gut zurecht und ist nun dank seiner Vielseitigkeit aus der Regensburger Mannschaft kaum mehr wegzudenken.
Fiel etwa Torjäger Tobias Schweinsteiger aus, dann rückte der 24-Jährige hin und wieder in den Sturm. Gab es in der Abwehr einen Engpass, dann half Allrounder Kurz auch schon mal in der Innenverteidigung aus. Nach 29 Einsätzen kommt der Mann mit den gestylten braunen Haaren immerhin auf sechs Treffer. "Das zeigt, dass ich nichts verlernt habe", sagt Kurz und hat gut lachen.
Vertrag bis 2014 verlängert
Im Relegations-Hinspiel gegen den Karlsruher SC dürfte Thomas Kurz trotz der verletzungsbedingten Ausfälle der beiden Stammabwehrspieler Ronny Philp und André Laurito erneut als "Sechser" auflaufen. "Ich habe mich von Spiel zu Spiel gesteigert und will gar nicht mehr weg von der Position", grinst der Rechtsfuß.
Für die Regensburger spricht in jedem Fall die Statistik. Seit der Einführung der Relegation zwischen der 2. Bundesliga und der 3. Liga setzten sich mit dem SC Paderborn 07 und Dynamo Dresden (jeweils gegen den VfL Osnabrück) sowie mit dem FC Ingolstadt (gegen Hansa Rostock) immer die jeweiligen Drittligisten in den Entscheidungsspielen durch. Bisher konnten die Zweitliga-Clubs noch nicht eine von sechs Partien gewinnen.
Geht es nach Thomas Kurz, dann soll diese Serie auch am Freitag halten. "Wir werden alles in die Waagschale werfen und versuchen, im ersten Spiel möglichst kein Gegentor zu bekommen. Dann hätten wir eine gute Ausgangsposition", so Kurz. Unabhängig vom Ausgang der Relegation hat sich Regensburgs Allzweckwaffe bereits ligenunabhängig bis 2014 an den Verein gebunden und wird damit auch in der kommenden Saison für den Jahn kicken. Am liebsten in der 2. Bundesliga.



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