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FC Bayern will über Madrid ins "Finale dahoam"
Ein Remis reicht, und das weiß auch Mario Gomez. "Ich träume davon, ins Finale zu kommen", sagt der Nationalspieler, "und es ist nicht nur ein Traum. Wir haben auch den Glauben und die Möglichkeit, es zu schaffen." Die Erfüllung dieses Traums vom "Finale dahoam" am 19. Mai in der Allianz-Arena ist für Bayern München nach dem 2:1 im Halbfinalhinspiel in der Champions League gegen Real Madrid zum Greifen nah. Doch im Rückspiel heute (ab 20.45 Uhr, live bei Sat.1 und bei Sky) im Estadio Santiago Bernabéu wartet eine Herkulesaufgabe.
"2:1, das ist ein gefährliches Ergebnis", mahnt Gomez nach seinem zwölften Treffer im laufenden Wettbewerb, "wir müssen noch mal 90 Minuten Vollgas geben." Die Verantwortlichen bemühen mit Blick auf das Gastspiel in der spanischen Hauptstadt Wörter wie "schwierig" (Karl-Heinz Rummenigge), "hartes Stück Arbeit" (Trainer Jupp Heynckes) oder "heißer Tanz" (Sportdirektor Christian Nerlinger).
Auch DFB-Präsident Wolfgang Niersbach ist heute Bayern-Fan: "Es wäre riesig für das Renommee des deutschen Fußballs, wenn die Finalteilnahme gelingen würde. Ein Finale in München mit dem FC Bayern, für den FC Bayern zu organisieren - das ist auch ein persönlicher Traum, der nun Realität werden kann."
"Real kann immer zwei, drei Tore machen"
Ex-Bayern Torwart Oliver Kahn warnt indes vor der Offensivstärke der Spanier: "Real schießt zu Hause sehr, sehr viele Tore. Sie können immer zwei, drei Tore machen." Doch auch die Bayern hätten gezeigt, dass sie auswärts stark sind. "Ihnen ist immer alles zuzutrauen, in jedem Moment", so Kahn weiter.
"Das wird ganz schwer, ist aber eine große Chance für uns. Wir dürfen keine Angst haben", meint Ribéry, im Hinspiel Schütze des 1:0, und fügt auf die Frage zu den sieben Gelb-vorbelasteten Kollegen David Alaba, Holger Badstuber, Jerome Boateng, Luiz Gustavo, Toni Kroos, Philipp Lahm und Thomas Müller an: "Wenn du spielst, denkst du nicht daran."
Real optimistisch, aber mit Respekt
Bei Real Madrid gibt man sich siegessicher. "Bayern hat eine starke Mannschaft, einen sehr guten Trainer. Sie haben jedes Recht der Welt, vom Endspiel zu träumen", sagt Trainer José Mourinho - doch beim Träumen soll es auch bleiben. "Das Finale ist um die Ecke, und wir müssen diese Gelegenheit wahrnehmen", sagt Real-Torwart Iker Casillas.
"Ich brenne darauf, dieses Spiel zu bestreiten. Und ich bin sicher, dass wir gewinnen werden, weil wir zu Hause spielen. Egal, gegen wen wir im Finale spielen werden: wer da sein wird, ist Madrid", ergänzt Superstar Cristiano Ronaldo, der mit dem 2:1-Siegtreffer am vergangenen Wochenende beim FC Barcelona praktisch die Meisterschaft sicherte - es war bereits sein 42. Ligator, Rekord.
Schon sechs Niederlagen in Madrid
Nicht weniger als einen Sturmlauf Reals wird es werden, glauben die Bayern. Das aber, so Franz Beckenbauer, könnte ihnen Möglichkeiten eröffnen: "Real muss offensiver spielen, da wird es Räume zum Kontern geben." Die Chancen auf den neunten Endspiel-Einzug beziffert der "Kaiser" deshalb optimistisch auf "60:40". Rummenigge sieht die Münchner beim zehnten Auftritt in Madrid (zwei Siege, sechs Niederlagen) "nicht chancenlos", Arjen Robben meint gar: "Wir kommen weiter."
Am vergangenen Freitag durften die Bayern die Trophäe mit den großen "Ohren" schon mal aus nächster Nähe betrachten: Da brachte UEFA-Präsident Michel Platini den Pokal fürs Finale an die Isar - und dort soll er nach dem Wunsch der Bajuwaren auch nach dem 19. Mai bleiben.
Bayern in drei von fünf Halbfinals gegen Real erfolgreich
Für die Münchner ist es das 14. Halbfinale der Champions League beziehungsweise des Europapokals der Landesmeister. In bislang acht Fällen erreichte der deutsche Rekordmeister anschließend das Endspiel.
Zum fünften Mal trifft der FC Bayern in der Runde der letzten Vier auf Real Madrid, in denen sich der FCB dreimal durchsetzte. Von den acht Endspielen gewann Bayern München vier (1974, 1975, 1976, 2001), ebenso oft setzte es aber auch Niederlagen (1982, 1987, 1999, 2010).



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