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Laudrup: "Sensation wie 1992 nicht mehr machbar"
Es sind die Gene, die Brian Laudrup (43) zu einem der größten Fußballer Dänemarks werden ließen. Sein Vater Finn war ebenso Profispieler wie sein älterer Bruder Michael, der 104 Länderspiele für Dänemark absolvierte. Brian bestritt zwischen 1987 und 1998 82 Länderspiele – mit dem Gewinn der Europameisterschaft 1992 als Höhepunkt seiner Karriere. Dänemark nahm bei der damaligen Endrunde in Schweden den Platz des bereits qualifizierten, wegen des Bosnienkriegs dann jedoch ausgeschlossenen jugoslawischen Teams ein und besiegte im Endspiel die deutsche Nationalmannschaft mit 2:0.
Exklusiv für DFB.de präsentiert Dänemarks einstiger Stürmerstar, der unter anderem in der Bundesliga für Bayer Uerdingen (1989/1990) und Bayern München (1990/1992) spielte, vor der EURO 2012 den dritten Gruppengegner der deutschen Mannschaft am Sonntag, 17. Juni (ab 20.45 Uhr, live in der ARD) in Lwiw.
Sensation wie 1992 nicht machbar
"Nein, eine Sensation wie 1992, als wir Dänen die Deutschen im Finale der EM schlugen, ist bei dieser Europameisterschaft nicht machbar. Im Fußball ist zwar alles möglich, doch eine Wiederholung dieses Triumphes schließe ich aus. Vor 20 Jahren hat sich alles so grandios zusammengefügt. Wir hatten einen Lauf und schwammen auf einer beispiellosen Erfolgswelle.
Es wäre für die aktuelle dänische Elf schon ein großer Erfolg, sollte sie in dieser schweren Vorrunden-Gruppe überleben und in die nächste Runde einziehen. Es würde unserem Titelgewinn damals gleichkommen. Dänemark ist der große Außenseiter in dieser hammerharten Gruppe. Schließlich zählen die Niederlande und Deutschland sogar zu den großen Turnierfavoriten. Und auch die Portugiesen sind in der Weltrangliste unter den Top 10 vertreten, wie übrigens seit neuestem auch das dänische Team.
Homogene und eingespielte Mannschaft
Um gegen die favorisierten Mannschaften von Joachim Löw und Bert van Marwijk bestehen zu können, müssen die Dänen schon einen Supertag erwischen. Mehr traue ich ihnen in der Begegnung mit den Portugiesen zu, die wir in der Qualifikation schon besiegt haben. Auch wenn Portugal mit Cristiano Ronaldo und Nani über zwei absolute Weltklassespieler verfügt, haben wir zuletzt gegen diese Nation immer recht gut ausgesehen und schon häufiger ein Ausrufezeichen gesetzt.
Dänemark verfügt über eine homogene und eingespielte Mannschaft, die vom Teamgeist lebt. Es gibt keine großen Stars. Es gibt indes herausragende Individualisten, die ein Spiel bestimmen und allein entscheiden können. Dazu zählt Nicklas Bendtner, der extrovertierte Torjäger. Ich vergleiche ihn immer mit Preben Elkjaer-Larsen, der auch sein Leben genossen hat und immer für einen Spruch gut gewesen ist.
Stürmerstar Bendtner polarisiert
Bendtner, den Arsenal an Sunderland ausgeliehen hat, ist ein Spieler, der polarisiert. Mit seinen Eskapaden kann er die Fans gegen sich aufbringen. Wenn er trifft und Partien entscheidet, liegen ihm die Anhänger zu Füßen. Leider war er in dieser Saison häufig verletzt. Bleibt zu hoffen, dass er wieder zu seiner Form findet. Als Mittelstürmer ist er alternativlos.
20 Jahre jung erst ist Christian Eriksen, unser Jahrhunderttalent, das bei Ajax Amsterdam spielt. Der Techniker kann ein Spiel bestimmen; die Mannschaft im offensiven Mittelfeld führen, kann er jedoch noch nicht. Dafür ist er halt zu jung, muss noch zwei, drei Jahre reifen, um als Führungsspieler zu gelten.
In der Defensive hört alles auf das Kommando von Daniel Agger, unserem Mann aus Liverpool und wohl der bekannteste dänische Nationalspieler. Auch der Abwehrchef plagte sich mit Verletzungen, wie überhaupt viele Akteure. So auch Anders Lindegaard, der Torhüter.
Kompliment an den Coach
Lindegaard hat sich bei Manchester United bewährt, der erfahrene Stammkeeper Thomas Sörensen, ebenfalls in der Premier League, bei Stoke City unter Vertrag, musste kurzfristig wegen einer Rückenverletzung absagen. Zur ersten Elf zählen zudem Spieler, die aus der Bundesliga bekannt sind wie Lars Jacobsen, früher in Hamburg und Nürnberg, oder William Kvist, der in Stuttgart brilliert.
Ein großes Kompliment muss ich unserem Coach aussprechen. Ich habe mit Morten Olsen noch in Köln kurzzeitig zusammengespielt. Wie als Spieler, so tritt er auch als Trainer auf. Engagiert und professionell, ein akribischer Arbeiter, immer bestens vorbereitet auf den Gegner, immer fair im Umgang mit den Spielern.
Olsen musste eine neue Elf aufbauen, als er 2000 anfing. Es ist ihm gelungen, obwohl im letzten Jahrzehnt in meiner Heimat nicht mehr so viele Talente heranwuchsen, wie noch zu meiner aktiven Zeit."



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