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Inka Müller-Schmäh: Schiedsrichterin aus Berufung
Das DFB-Pokalfinale der Frauen zwischen dem 1. FFC Frankfurt und dem FC Bayern München, das am Samstag (ab 16 Uhr, live im ZDF) in Köln ausgetragen wird, steht unter der Leitung von Inka Müller-Schmäh (Potsdam). Mit ihr schickt der DFB eine seiner erfahrensten Schiedsrichterinnen ins Endspiel. Die 36-Jährige pfeift seit 1997 Spiele in der Frauen-Bundesliga und ist nach Martina Storch-Schäfer die dienstälteste Unparteiische in der deutschen Frauenfußballspitze. Anja Kunick über die Schiedsrichterin aus Berufung.
Inka Müller-Schmäh kann auf reichhaltige Erfahrung bauen. Viermal war sie bereits im DFB-Pokalfinale als Assistentin dabei und hat den Schiedsrichterinnen mit ihrer ganzen Routine den Rücken freigehalten. Da sie sowohl den Job als Spielleiterin als auch den als Schiedsrichterassistentin sicher beherrscht, wurde sie 2001 als Assistent Referee auf die FIFA-Liste berufen. Seitdem hat sie an drei U 20-Weltmeisterschaften teilgenommen, wurde für die Frauen-WM 2007 nominiert und hat die Olympischen Spiele in China miterlebt. Hinzu kommen zahlreiche Einsätze bei A-Länderspielen und der Champions League, wo sie mehrere Male beim Finale mit in der Verantwortung stand. Doch bei all den großen Erfolgen ist die Leitung des DFB-Pokalfinales der Frauen der absolute Höhepunkt in Müller-Schmähs Schiedsrichterkarriere. „Ich freue mich auf das Spiel, weil es national das bedeutendste Klubspiel ist und somit auch für die Schiedsrichterin eine große Ehre, die Verantwortung dafür übertragen zu bekommen.“
Rechtswältin als Beruf, Schiedsrichterin als BerufungWährend sich die Rechtsanwältin beruflich für die Rechte anderer Menschen einsetzt, sieht sie das Schiedsrichterdasein ebenfalls als ihre Berufung an. „Ich bin seit 17 Jahren Woche für Woche als Schiedsrichterin unterwegs und jedes Spiel, egal ob Männer oder Frauen, ist immer wieder eine neue spannende Herausforderung für mich“, sagt die gebürtige Stendalerin, die verletzungsbedingt ihre aktive Laufbahn beenden musste und 1995 ihrem Vater, der ebenfalls Schiedsrichter war, folgte. „Diesen Weg auch zu gehen, war aus heutiger Sicht eine tiefgreifende Entscheidung für mich. Sich durchzubeißen und durchzusetzen, in schwierigen Situationen standhaft bleiben, sich von Kritikern nicht unterkriegen lassen – das hat meine Persönlichkeitsentwicklung maßgeblich geprägt. Deswegen kann ich jungen Menschen nur immer wieder empfehlen, Mut zu haben und Schiedsrichter zu werden.“
Doch das ist längst nicht alles, was den Reiz an diesem Job ausmacht. Die Komplexität des Spiels und der damit verbundenen Vielfalt von Anforderungen sind Ansporn für Inka Müller-Schmäh immer weiterzumachen, voranzugehen und mit Verantwortung sorgfältig umzugehen. „Wenn wir es im Rahmen der Regeln schaffen, den Raum für das Spiel so zu gestalten, dass es sich am besten entwickeln und entfalten kann, dann haben wir einen guten Job gemacht. Dass einem Schiedsrichter dabei auch Fehler unterlaufen und man es nicht jedem Recht machen kann, ist menschlich leider unvermeidbar. Aber auch damit müssen wir leben können.“, sagt die Juristin, die gelernt hat, mit Kritik umzugehen. „Kritik bringt diese Arbeit mit sich und müssen wir aushalten können. Umso wichtiger ist der konstruktive Umgang mit den eigenen Fehlern und das selbstkritische Beleuchten der Konsequenzen unseres Handelns.“
Möglichst wenig Diskussionen
So wird es auch ihr Ziel sein, dass es nach diesem Pokalfinale möglichst wenig Diskussionen um das Schiedsrichterteam gibt. Deswegen bereitet sich Inka Müller-Schmäh wie die beiden Finalisten professionell auf die Begegnung vor. Neben dem obligatorischen Fitnesstraining werden ihre große Endspielerfahrung der mentalen Vorbereitung dienen, um zum Anpfiff topfit und hochkonzentriert das Spiel anzugehen.
An den Seitenlinien wird sie von Mirka Derlin (Bad Schwartau) und Kathrin Heimann (Gladbeck) assistiert. Als Vierte Offizielle kommt Christine Baitinger (Magstadt) zum Einsatz.
Das meinen DFB.de-User:
"Es ist schön zu sehen, dass in diesem Sport auch Frauen als Schiedsrichterinnen vertreten sind. In unserem Kreis haben wir nur 1-2, die sich Woche für Woche das Spektakel "antun". Und wenn sie einmal ganz oben angekommen sind, sind sie echt eine kleine Berühmtheit. Natürlich neben Stark, Kinhöfer und den anderen Kollegen ;-)" (Christoph Bartsch, Cottbus)



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