Förderprogramm

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Mit der Unterstützung von Projekten auf lokaler und überregionaler Ebene schafft das Förderprogramm der Stiftung bundesweit Räume für die Diskussion darüber, was der Fußball für eine nachhaltige gesellschaftliche Entwicklung leisten kann. Auch fußballhistorische Projekte werden unterstützt. Beispielhaft für mehr als 70 Initiativen stehen die folgenden:


Der Ball ist bunt. Fußball, Migration und Vielfalt der Identitäten in Deutschland.

Der Sammelband von Diethelm Blecking und Gerd Dembowski wirft einen Blick auf das kosmopolitisch geprägte Vereinsleben dieser Tage, in dem vielerorts ein Zusammenleben jenseits von Ausgrenzungen, Rassismus und Geschlechterbarrieren stattfindet, verschweigt aber auch Probleme nicht. Neben Mirko Slomka und Mesut Özil kommt auch Patrick Owomoyela zu Wort: „Die Herkunft der Spieler spielt absolut keine Rolle. Fußball kann also weltweit jeder mit jedem spielen. Das ist das Phantastische am Fußball.“


 

Kicker, Kämpfer, Legenden – Juden im deutschen Fußball

Die 2006 vom Berliner Centrum Judaicum kuratierte Wanderausstellung portraitiert die herausragenden jüdischen Fußballpioniere: Walther Bensemann, Mitgründer und Namensgeber des DFB, Gründer des „Kicker“. Kurt Landauer, langjähriger Präsident und Vater des modernen FC Bayern München. Julius Hirsch und Gottfried Fuchs, Karlsruher Nationalspieler und Rekordtorjäger der 1910er Jahre. Die Wanderausstellung, die seit mehreren Jahren unter Federführung der Evangelischen Gedächtniskirche in der Gedenkstätte des KZ Dachau ununterbrochen durch Vereinsheime, Rat- und Gewerkschaftshäuser tourt, hält diese Erinnerung wach.


Hörpol – Erinnerungen für die Zukunft

„Hörpol“ ist eine Audioführung durch Berlin-Mitte für Jugendliche ab 14. Sie erzählt an 27 Orten Geschichten über jüdische Geschichte, über Mut und Respekt, von Freiheit, von Liebe. Alle Texte sowie der zugehörige Stadtplan können kostenlos aus dem Internet herunter geladen werden. Die Texte werden von Schauspielern und Moderatoren gesprochen. Prominente Fußballer und Radioreporter erzählen von den jüdischen Wurzeln des Berliner Fußballs. 2010 wurde „Hörpol“ mit dem Deutschen Bildungsmedienpreis ausgezeichnet.


Seitenwechsel

Im Mittelpunkt des Theaterstücks von Chris Chibnall steht George, Familienvater und Trainer des unterklassigen Teams Northbrigde Town. Die Stadt steht Kopf, als das Los seiner Mannschaft ein Pokalspiel gegen den FC Liverpool beschert, doch alles läuft aus dem Ruder. Nach dem Spiel gesteht Darren Quinn, das 17-jährige Nachwuchstalent, George seine Liebe. Ein Kuss, ein Blitzlicht und ein Foto in der Zeitung, das einen Skandal auslöst. „Seitenwechsel“ beschäftigt sich mit einem der letzten Tabuthemen im Fußball: Homosexualität. Nach erfolgreichem Start an den Hamburger Kammerspielen tourt das Ein-Personen-Stück mit Stefan Jürgens während der FIFA Frauen-Weltmeisterschaft 2011 durch viele Austragungsstädte.


Spurensuche am Ball

Unter diesem Motto macht sich eine 7. Klasse der Wolfram-Eschenbach- Hauptschule Wiesbaden auf die Suche nach den jüdischen Wurzeln des Wiesbadener Fußballs. Gleichzeitig setzt das von der Jugendinitiative Spiegelbild des Aktiven Museums Spiegelgasse organisierte Projekt einen zweiten Schwerpunkt der Jugendarbeit: Im Videoprojekt „Stolz“ entwickeln die Teilnehmer des Jugendzentrums Wiesbaden-Biebrich einen Film zu den Themen Stolz, Ehre und Patriotismus. Er nimmt Bezug auf die Ausstellung „Kicker, Kämpfer und Legenden“, in deren Rahmen die Bildungsprojekte stattfinden. Das Projekt wurde 2011 mit dem Julius Hirsch Preis des DFB ausgezeichnet.


Schuhgröße 37 – Frauenfußball in Ägypten, Palästina, der Türkei und Deutschland

Für Frauen im Nahen Osten ist Fußball noch heute mehr als Sport, nämlich Ausdruck von Selbstbewusstsein und Emanzipation. Das Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg beschäftigt sich anlässlich der FIFA Frauen-WM 2011 in der Foto-Ausstellung „Schuhgröße 37“ im Kreuzberg- Museum mit diesem Thema. Im Mittelpunkt stehen die Portraits von Claudia Wiens, die Fußballerinnen in Ägypten, Palästina und der Türkei getroffen hat. Ergänzt wird die Ausstellung um „Berliner-Portaits“ von jungen fußballbegeisterten Migrantinnen in der Hauptstadt. Sie ist zeitgleich auch in den Goethe-Instituten in Kairo, Oberägypten, Khartoum, Algier, Beirut, Damaskus, Ramallah und Amman zu sehen.


Die andere Fußball-Nationalmannschaft

Nur die wenigsten Fußballinteressierten wissen, dass es in den 20er Jahren neben der Nationalmannschaft des DFB noch eine zweite Auswahl gab. Rolf Frommhagen hat sich auf eine jahrelange Spurensuche begeben und erzählt die Geschichte der Bundesauswahl der deutschen Arbeitersportler seit 1924, die mit der Zerschlagung der Arbeitersportbewegung durch die Nationalsozialisten 1933 endete. In Kontext ihrer gesellschaftspolitischen Verhältnisse wird die Chronik von mehr als 70 Länderspielen einer Mannschaft erzählt, in der auch Erwin Seeler, Vater des späteren DFB-Ehrenspielführers Uwe Seeler, spielte.


Verlacht, verboten und gefeiert

Eduard Hoffmann und Jürgen Nendza rekapitulieren in ihrem Buch die Geschichte des Frauenfußballs in Deutschland von den Anfängen in den 1920er Jahren bis zu den großen Erfolgen der Gegenwart. Zahlreiche Originaldokumente machen das Werk zu einer anschaulichen Reise durch fast 100 Jahre Gesellschafts- und Fußballgeschichte. Die gleichnamige Ausstellung, aus der das Buch hervorgegangen ist, wurde seit Anfang 2005 bundesweit unter großem öffentlichen Interesse in mehr als 60 Städten gezeigt.


Frankfurter Fußballfrauen

Immer wieder macht das Eintracht Frankfurt Museum durch innovative Konzepte auf sich aufmerksam, die weit über die Geschichte des Traditionsvereins hinausgehen. Die Ausstellung „Frankfurter Fußballfrauen“ beleuchtet die lange Geschichte dieses Sports in der selbsternannten „Hauptstadt des Frauenfußballs.“ Das Besondere: Konzeption, Recherche und Gestaltung wurden von 15 Schülerinnen der Anne-Frank-Schule im Rahmen einer Geschichtswerkstatt selbst durchgeführt. Das Projekt mündete während der FIFA Frauen-WM 2011 in die Ausstellung „20 Köpfe, 11 Geschichten“ in der Frankfurter Paulskirche.

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