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14.12.2012·08:10·Internationale Beziehungen

Margret Kratz leistet Frauenfußball-Entwicklungshilfe in Bolivien

Mit einer Fülle von Eindrücken aus Bolivien zurück: Kratz (l.)  © DFB
Mit einer Fülle von Eindrücken aus Bolivien zurück: Kratz (l.)

Mit einer Fülle von Eindrücken kehrt Margret Kratz aus Bolivien zurück. Die Verbandstrainerin des Saarländischen Fußballverbandes hatte im Rahmen eines Kurzzeitprojektes des Deutschen Olympischen Sportbundes und des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) Frauenfußball-Entwicklungshilfe in Bolivien geleistet. Deutsches Know-how für Südamerika, das ankam. Im Mittelpunkt ihres Aufenthaltes in verschiedenen Landesteilen stand die Trainerausbildung: Vier Wochen lang wurden intensive Schulungen auf und neben dem Platz durchgeführt, bestimmten praktische und theoretische Einheiten den Tagesablauf. Ingesamt 173 Teilnehmer machten in vier Wochen bei dem Programm mit.

Ein Lama als Meisterschale

Aufgeteilt war der Aufenthalt in vier verschiedene Abschnitte. Zu Beginn wurden erfahrenen Trainern Theorie und Praxis mit dem Schwerpunkt modernes Defensiv- und Offensiverhalten nahegebracht. In der zweiten Woche stand die Entwicklungsarbeit im Mittelpunkt, mit Trainern, die noch am Anfang ihrer Laufbahn stehen. "In dieser Zeit haben wir gemeinsam begonnen Ideen zu sammeln, um ein Konzept zu erarbeiten, das Wege aufzeigt, wie man Frauen- und Mädchenfußball in Bolivien fördern kann", erzählt Margret Kratz.

Schließlich steht der Sport in dem südamerikanischen Land noch am Anfang. In ländlichen Regionen etwa werden beispielsweise nicht organisierte Spielrunden veranstaltet, an deren Ende aber genauso ein Meister gekrönt wird, wie im organisiertem Frauenfußball, nur das es als Trophäe keine Meisterschale gibt. Da kann es schon mal vorkommen, dass dem Sieger ein Lama überreicht wird.

Auch Trainer von Männer-Erstligisten dabei

In der dritten Woche durfte Margret Kratz dann eine gemischte Trainergruppe begrüßen. Unter den 59 Teilnehmern dieses Lehrgangs befanden sich 40, die eine Männermannschaft trainieren. "Da waren auch Erst- und Zweitligisten dabei", so Margret Kratz. Zum Abschluss des vierwöchigen Aufenthalts stand dann der Kurs mit Trainern weiblicher Teams auf dem Programm, in dem auch das Entwicklungskonzept zur Förderung des Frauen- und Mädchenfußballs in Bolivien vervollständigt wurde.

"Frauen- und Mädchenfußball befindet sich in Bolivien noch in den Kinderschuhen": Kratz  © DFB
"Frauen- und Mädchenfußball befindet sich in Bolivien noch in den Kinderschuhen": Kratz

Neben den Trainingseinheiten nutzte Margret Kratz die Gelegenheit, sich umfassend über den Entwicklungsstand in Sachen Frauenfußball in Bolivien zu informieren. Beispielsweise besuchte sie die Tahuichi-Schule, eine Fußballschule in der seit drei Jahren auch Mädchen zugelassen sind. Unter 3000 Jungen befinden sich 300 Mädchen – ein Anfang.

"Frauen- und Mädchenfußball befindet sich in Bolivien noch in den Kinderschuhen", sagt Margret Kratz. "Nur in drei von neun Bezirken des Landes wird Frauenfußball organisiert gespielt, die Nationalmannschaft wird nur alle vier Jahre gebildet, wenn eine Qualifikation für ein internationales Turnier ansteht. Bei den U-Mannschaften alle zwei Jahre, ebenfalls nur zu internationalen Turnieren. Alles in allem hat es mir sehr gut gefallen", so das Fazit von Margret Kratz. "Auch, wenn es noch viel Arbeit gibt, bis der Frauen- und Mädchenfußball auch hier akzeptiert und respektiert wird."

[as]

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