Gruppendynamik und Grillabend

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Florian Cacalowski

Nachdem ich bereits in der abgelaufenen Fußballsaison 2008/2009 zur Halbserie in den Talentkader berufen wurde und somit bereits einen Lehrgang erfolgreich absolviert hatte, stand für mich nun an diesem Wochenende wieder der Talentlehrgang in Barsinghausen auf dem Programm. Die Aufregung war aber nicht weniger groß als beim ersten Lehrgang, schließlich verhieß schon ein Blick auf die Einladung ein sehr interessantes, aber auch anspruchsvolles Programm. Ein weiterer Blick auf die Teilnehmerliste verriet, dass auch dieses Jahr wieder viele neue Gesichter an dem Lehrgang teilnehmen werden und damit die Gruppe der Lehrgangsteilnehmer wieder neu gemischt worden war.

Als wir uns dann am 28. August 2009 um 16 Uhr vor der Sportschule trafen, ging es nach einer kurzen Begrüßung von Bernd Domurat, in Fahrgemeinschaften gleich weiter zum August-Wenzel-Stadion, wo der erste Teil der Leistungsüberprüfungen anstand, der Helsen-Test. Nach einem selbständigen Aufwärmprogramm und einer kleinen Einweisung von Bernd Domurat, mit anschließender Einteilung in zwei Gruppen, mussten die Gruppen die Kurzstrecke absolvieren. Hierbei mussten sechs Sprints auf einer Strecke von 40 Meter in jeweils unter 6,2 Sekunden absolviert werden, diese Aufgabe bereitete aber keinem der Teilnehmer größere Probleme. Anschließend stand die Langstrecke an, hierbei mussten jeweils 150 Meter in maximal 30 Sekunden zurückgelegt werden, anschließend hatte man 35 Sekunden Zeit um eine Strecke von 50 Meter im Gehen zurückzulegen. Dieses wurde über eine Strecke von zehn Runden wiederholt, so dass man am Ende eine Strecke von 4000 Meter zurücklegte. Auch hier bewiesen die ,,Talente“, dass sie zurecht so genannt werden. Bis auf eine Ausnahme schafften alle Teilnehmer den Helsen-Test ohne Probleme. Besonders positiv fiel hierbei auf, dass sich die Teilnehmer, obwohl sich die meisten ja noch nicht kannten, gegenseitig anfeuerten und antrieben und dieses zum Teil auch lautstark. Man hatte schon hier das Gefühl zu einer funktionierenden Gruppe zu gehören und wenn sich einer mal etwas fallen ließ, trieben ihn die anderen gleich wieder an.

Nachdem wir zurück in der Sportschule waren, stand nach einer ausführlichen Vorstellungsrunde und der wirklich sehr guten Begrüßung durch den Vorsitzenden des Verbands-Schiedsrichter-Ausschusses Wolfgang Mierswa ein Grillabend auf dem Programm. Auch bei diesem Anlass zeigte sich eine hervorragende Gruppendynamik, so bauten alle ,,Talente“ zusammen auf, es wurden schnell zwei ,,Grillmeister“ gefunden und anschließend wurde alles wieder zusammen abgeräumt. Bei interessanten Gesprächen und einem regen Erfahrungsaustausch hatte man die Gelegenheit die ,,neuen“ und ,,alten“ Lehrgangsteilnehmer noch besser kennenzulernen.

Beim Frühstück am Morgen war meine Lockerheit vom Vorabend jedoch schnell wieder ver-schwunden, denn anschließend stand der Regeltest an, bei dem 20 Regelfragen schriftlich zu beantworten waren und anschließend kontrolliert wurden. Bevor wir jedoch unsere Ergebnisse bekamen, standen noch sehr interessante Vorträge von Jens Goldmann über die Meilensteine einer Spielleitung mit vielen wichtigen Hinweisen für die Praxis und eine Gruppenarbeit des Lehrwartes des Bezirkes Braunschweig, Klaus-Peter Otto, zu verschiedenen Themen aus dem Regelwerk an. Dabei konnten alle Talente eindrucksvoll belegen, welche Fähigkeiten der Spiellenkung ein Schiedsrichter neben der Regelkenntnis besitzen muss.

Anschließend wurden die neuen Talente eingekleidet, damit sie sich auch äußerlich in den Lehrgang einfügten. Dieses war jedoch nur möglich, weil die Spitzenschiedsrichter des NFV auf eine Einkleidung durch den Verband verzichteten. An dieser Stelle herzlichen Dank für diese nette Geste und das damit verbundene Vertrauen in uns ,,Talente“.

Bernd Domurat besprach dann mit uns verschiedene Videoszenen des DFB-Beobachterlehrgangs, bevor er uns die Ergebnisse des Regeltestes mitteilte. Netterweise fing Bernd bei der Verkündung der Ergebnisse gleich mit dem wichtigsten Satz an und spannte uns somit nicht lange auf die Folter: "Keiner ist durchgefallen und die höchste Fehlerzahl liegt bei zwei Fehlern“. Auch hier bewiesen alle der 18 Talente, dass sie zu Recht hier sitzen, denn ein Fehlerdurchschnitt von 0,61 war mehr als hervorragend.

Nachdem nun die Anspannung komplett von mir gefallen war und sich ein inneres Gefühl der Zufriedenheit breit machte, hielt der Vorsitzende des Bremer Schiedsrichter-Ausschusses Torsten Rischbode einen Vortrag zum Spielbetrieb in der Junioren-Regionalliga. Durch seine sehr erfrischende Art konnten wir uns schnell davon überzeugen, mit Torsten einen der Schiedsrichter-Ansetzer erwischt zu haben, die wirklich stets ein offenes Ohr für die Anliegen ihrer Schiedsrichter haben.

Als vorletzter Programmpunkt stand der Vortrag des Schiedsrichters Harm Osmers an, der selber zur Gründung des Talentkaders Mitglied in diesem war und nun mittlerweile Schiedsrichter der 3.Liga ist und in dieser Saison in der 2. Liga assistieren darf. Sein Vortrag machte uns Mut weiter hart an uns zu arbeiten und uns weiter für die Schiedsrichterrei so zu engagieren wie bisher. Er machte uns jedoch auch deutlich, dass es nicht immer nur Aufstiege geben kann sondern das auch ein Verbleib in einer Spielklasse manchmal ein Erfolg sein kann. Denn wie sagt man immer so schön: "Qualität setzt sich am Ende immer durch“ bzw. wie hat es Wolfgang Mierswa in seiner Begrüßungsrede passend ausgedrückt: "Man muss Täler durchwandern um Berge erklimmen zu können.“ Zum Tagesausklang stand der Besuch des Stadtfestes in Barsinghausen an, wo wir unser gutes Abschneiden beim Lehrgang ein bisschen feiern konnten.

Am Sonntagmorgen standen noch interessante Seminareinheiten auf dem Programm. So hielt der Lehrwart des Bezirkes Lüneburg, Matthias Kopf, einen sehr interessanten Vortrag zum Thema Kommunikation und der Lehrwart des Bezirkes Hannover Uwe Herrmann hielt einen, mit sehr viel Humor gespickten, Vortrag, der einen gleichzeitig ein bisschen zum Nachdenken animierte, zum Thema: "Wie verhalte ich mich als Talent“. Nach der Abschlussbesprechung mussten wir dann alle, was mir nach diesem tollen Wochenende wirklich schwer fiel, den Heimweg antreten.

Mein Fazit, das der übrigen Talente und auch das der Betreuer fiel durchweg positiv aus. Besonders erwähnt wurde die gute Gruppenharmonie und –dynamik, die uns trotz der Bezirksgrenzen und der unterschiedlichen Erfahrungen sichtbar ein Stück näher hat zusammen rücken lassen. Und die guten Seminareinheiten bei denen man wirklich, auch mit vielen Tipps aus der Praxis, viele neue Dinge für seine persönliche Spielleitung mitnehmen konnte. Ich bin mir sicher, dass wir nun gut gerüstet sind für die Spielleitungen in dieser Saison und freue mich jetzt schon auf dem Lehrgang im März und darauf die anderen "Talente“ wiederzusehen. Bedanken muss ich mich nun nur noch bei den Betreuern und der Lehrgangsleitung, die es diesmal wieder geschafft haben einen hervorragenden Lehrgang auf die Beine zu stellen und bei den anderen Lehrgangsteilnehmern, denn: "Jede Gruppe ist nur so stark wie der einzelne!“

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