Osterlehrgang des JLK-Berlin

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Unterhaltsam, informativ und kurzweilig - ja, so kann ein Jungschiedsrichter-Lehrgang durchaus sein. Marian Bodenstedt aus Krankenhagen im Kreis Schaumburg erzählt von ihren Erlebnissen bei einem Osterlehrgang des JLK-Berlin im April 2009.

Auch 2009 fand in der Woche vor Ostern ein Jungschiedsrichter-Lehrgang des Berliner Fußball-Verbandes statt. Dieser erstreckte sich über insgesamt sechs Tage und Bestand im Wesentlichen aus theoretischer Schulung, praktischen Einheiten und nettem Beisammensein. Gastgeber war der JLK (Junioren Landeskader) Berlins mit seinen 22 Mitgliedern im Alter von 15 bis 19 Jahren. Diese pfeifen die Jugendverbandsligen in Berlin und sind der hoffnungsvolle Nachwuchs des Berliner Schiedsrichter-Wesens. Die Leitung des Lehrgangs lag allen voran bei Uwe Specht als Hauptorganisator. Zusätzlich zu den Mitgliedern des JLK nahmen Jungschiedsrichter aus ganz Deutschland an dem Lehrgang Teil, wobei jeder Landesverband einen Teilnehmer melden konnte. Ebenso waren drei Wiener Schiedsrichter und einer aus den Niederlanden anwesend, die Einblicke in ihre heimischen Unterschiede im Schiedsrichter-Wesen gaben.



Inka Müller

Zunächst ist die Berliner Gastfreundschaft hervorzuheben, die während der gesamten sechs Tage deutlich zu spüren war und mit dem Abholen bei der Anreise begann und sich wie ein roter Faden weiter durch den Lehrgang zog. Diese sorgte auch schon nach kurzer Zeit für eine sehr kollegiale Atmosphäre, welche vor allem bei den Laufprüfungen zum Ausdruck kam. Neben dem Cooper-Test wurde auch der FIFA-Test gelaufen, welcher auf Grund seiner Realitätsnähe durch die Kraft-Ausdauer-Anforderungen den Cooper-Test schon aus höheren Spielklassen verdrängt hat. Zu dem weiteren sportlichen Programm gehörten ein Fußballturnier, ein Regenerationslauf, Sprinttraining und eine taktische Fußballschulung. Diese taktische Schulung, welche nicht zu dem üblichen Programm eines Schiedsrichter-Lehrgangs gehört, stellte einen interessanten Einblick in das taktische Verhalten einer Abwehrkette da und kann somit für die Arbeit als Schiedsrichter-Assistent sehr hilfreich sein. Selbstverständlich gehörte auch ein Regeltest zu dem Programm, der gleichzeitig existenziell für den Verbleib der Berliner im Landeskader war. Dementsprechend groß war die Anspannung und zugleich die Freude, dass er von allen bestanden wurde. Zu der theoretischen Schulung gehörten von allen Teilnehmern gehaltene Referate sowie Vorträge diverser Referenten. Das Highlight dabei stellte die Spielanalyse eines Bundesligaspiels aus der Sicht eines Beobachters da, der aufzeigte, wie in einer Profiliga mit einem Spiel umgegangen wird.

Ebenso interessant wie erfrischend war das Referat von FIFA-Assistentin Inka Müller, die es schaffte völlig neue Aspekte im Zusammenspiel zwischen Schiedsrichter und Assistenten zu beleuchten und somit wertvolle Tipps für die Praxis mitgeben konnte. Carsten Voss war es, der mit der Analyse von Rollenspielen mittels Video einigen Teilnehmern individuelle Verbesserungsvorschläge geben konnte. Diese von dem Regelwerk losgelösten Erfahrungen vermittelt zu bekommen, war äußerst interessant und ist etwas, was auf die eigene Spielleitung angewendet werden kann.

Doch auch kulturelle, entspannende Aspekte waren Bestandteil des Lehrgangs. So wurde eine Stadtrundfahrt unternommen, der Bundestag besucht und das Musical „Der Schuh des Manitu“ angeschaut. Abschließend lässt sich sagen, dass dieser rundum gelungene Lehrgang in toller Atmosphäre eine persönliche Bereicherung darstellt, viel Freude und neue Freunde gebracht hat.

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