Autoren- Nationalmannschaft

Seiteninhalt drucken

 

Anpfiff zum Kick der Weltliteraturen



Die Autoren-Nationalmannschaft

Die Autorennationalmannschaft, kurz Autonama, ist ein Fußballteam aus Schriftstellern: Romanciers, Lyriker, Dramatikern. Gegründet im Spätsommer 2005 kicken sie seitdem im Rahmen der Writers’ League oder beim Schriftsteller-„Wor(l)d Cup“ gegen andere Künstler- oder Literaten-Mannschaften aus allen Nationen der Welt und gewinnen dabei immer: an Erfahrung, Ausdrucksvermögen, Freundschaften.

Die Gründung der deutschen Autorennationalmannschaft verdankt sich dem als Fußballfan bekannten Autor Thomas Brussig. Für ein Turnier mit vier europäischen Schriftstellerteams in einem toskanischen Dörfchen hörte er sich nach kickenden Autoren um und organisierte keine zwei Monate später ein Trainingslager in der mecklenburgischen Provinz. Vor allem engagierte er auch gleich einen Trainer mit ebensoviel fußballerischen Sachverstand wie Wortwitz: Bundesligatrainer Hans Meyer. Meyer begleitete das Team auch in die Toskana, wo nach einem 1:0 Halbfinalsieg gegen Italien das Finale mit 0:5 gegen Schweden verloren wurde.



Frank-Walter Steinmeier, Dr.Theo Zwanziger und Shelly Kupferberg

Bereits zur ersten Autoreneuropameisterschaft im eigenen Land reiste das Team im Juni 2006 mit 20 Mann nach Bremen an. Trotz der numerischen Stärke und des professionellen Coachings von Ex-Bundesligatrainer Uwe Rapolder wurde nach einer 2:3 Halbfinalniederlage gegen Schweden und einem 0:3 gegen Ungarn diesmal nur der 4. Platz erreicht. Die taktischen Defizite und der hohe Anteil von Berliner Schriftstellern veranlasste das Team, einen festen Trainingstermin in der Hauptstadt einzurichten. Seit August 2006 kicken die deutschen Autoren jeden Montagabend auf dem Platz von Blau-Weiß Berolina Mitte in der Kleinen Hamburger Straße, mitten in Berlin.



Die Autoren-Nationalmannschaft gewann 2010 die Europameisterschaft

Den besonderen literarischen Kick verleiht dem Projekt seither die intensive Zusammenarbeit mit der DFB-Kulturstiftung, die den fußballerischen Kulturaustausch mit besonders beziehungsreichen Länder ermöglicht.

Ausgangspunkt der Kooperation war das Gastspiel der israelischen Schriftsteller-Nationalmannschaft in Berlin unter Schirmherrschaft des damaligen Außenministers Frank-Walter Steinmeier und Dr. Theo Zwanziger sowie das Rückspiel anlässlich eines Turniers in Tel Aviv im Dezember 2008. Ein halbes Jahr später kam es im Hamburger Millerntor-Stadion zum ersten Länderspiel gegen die türkische Autoren-Nationalmannschaft, das die deutsche Mannschaft mit 7: 1 gewann. Nach dem Schlusspfiff verwandelte sich die Südtribüne des Stadions in Deutschlands größte Lesebühne. Mehr als drei Dutzend türkische und deutsche Autoren lasen parallel auf rund einem Dutzend Bühnen, unter anderem in den Umkleidekabinen.

Ein gutes Jahr später war wieder die Türkei der Gegner im Finale der Autoren-Europameisterschaft in Unna anlässlich der RUHR.2010, an der sieben Mannschaften teilnahmen. Dort wurde Torhüter Albert Ostermaier zum Helden des Tages. Nachdem es im historischen Dortmunder Stadion „Rote Erde“ trotz bester deutscher Chancen am Ende 0:0 stand, kam das unvermeidliche Elfmeterschießen – und die Sternstunde für den ganz in existenzialistischem Schwarz gekleideten Torhüter. Im Showdown mit Moosty Öztürk behielt er die Nerven und bescherte seinem Team mit einer höchst ansehnlichen Parade den Titel des Europameisters. „Schöner als der Literatur-Nobelpreis“, entschlüpfte es ihm im anschließenden Siegestaumel vor laufenden Kameras.



Zweikampf beim Autorenländerspiel in Frankfurt

Anlässlich der Frankfurter Buchmesse kam es im Oktober 2010 schließlich zum ersten Autoren-Duell mit einem südamerikanischen Gegner. Mit Gastland Argentinien präsentierte sich eine junge und erfolgshungrige Mannschaft und gewann mit 1:0 gegen das erstmals von Trainer-Legende Dettmar Cramer gecoachte deutsche Team. Auf Augenhöhe zeigten sich die Deutschen bei anschließenden Lesungen im Nationaltheater Mannheim und auf der Buchmesse.




Anzeige: