Rene Adler

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"Wollte immer schon Bundesligatorwart werden"



Rene Adler

Welcher ambitionierte Jugendfußballer träumt nicht davon, sich durchzuspielen bis hinein in die Bundesliga, ein Teil zu sein von einer der besten Fußball-Ligen der Welt. Es nicht nur beim Traum zu belassen, sondern hart an dessen Erfüllung zu arbeiten, das war das Motto eines langen dünnen Jungen.

Und deshalb verließ er sogar die Heimat. Kein leichter Gang für einen 15-Jährigen. Dennoch hat René Adler ihn gerne getan, denn dies sollte der erste entscheidende Schritt hin auf die Erfüllung seines Traums sein ­– Fußballprofi zu werden. Heute, knapp neun Jahre später, hat er nicht nur diese Etappe erfolgreich abgeschlossen, er hat gleich noch weitere Ziele verwirklicht und steht in der deutschen Nationalmannschaft.

„Mein große Ziel war es schon als Jugendlicher, Bundesligatorwart zu werden“, sagt der gebürtige Leipziger, der seine erste Begegnung mit der Bundesliga noch im alten Zentralstadion machte, das Sitzplätze für 100 000 Zuschauer bot.  Denn als der VfB Leipzig 1993 nach der Wiedervereinigung von der Zweiten in die Erste Liga aufstieg, war der damals Achtjährige mit Vater Jens ebenso dabei wie bei so manchem Bundesligaspiel in der folgenden Saison.



Adler ist stets aufgeschlossen

In späteren Jahren, der VfB, der 2004 nach der zweiten Insolvenz aufgelöst wurde, spielte nach nur einem Erstligajahr wieder in der Zweiten Liga, war René Adler dann aktiv im Zentralstadion dabei -  als Balljunge. Da machte er sich dann einen Sport daraus, nach Spielschluss zu den Torhütern zu laufen und sie um die Herausgabe der Handschuhe zu bitten. „Deshalb gehen beim mir heute auch so viele Handschuhe durch die Hände: Ich verschenke sie.“ Nur zu gut erinnert sich der 24-Jährige noch daran, wie er als Fan oft lange an Zäunen und Gittertoren gewartet hat, um nach einem Spiel noch ein Autogramm zu erhalten.

 

Etwas viel Wertvolleres erhielt René Adler kurze Zeit nach seinem Wechsel im Sommer 2000 nach Leverkusen.  Der damals 15-Jährige wohnte bei der Familie von Rüdiger Vollborn. Leverkusens Torwartlegende, Uefa-Cup- und DFB-Pokalgewinner sowie Rekordspieler der Werksmannschaft, hatte das Torwarttalent aus Leipzig in seiner Familie aufgenommen und trainierte den ehrgeizigen Adler. Nun wusste er von ihm, dass der dänische Nationaltorhüter Peter Schmeichel sein großes Vorbild wird. Als nun Schmeichel mit Sporting Lissabon zum Champions-League-Spiel in die BayArena kam, nahm Rüdiger Vollborn den jungen René Adler an die Hand und stellte ihn dem Idol vor. „Der hat sich sogar mit mir unterhalten und hat mir dann nicht nur seine Handschuhe, sondern auch sein Trikot geschenkt. Die Handschuhe habe ich dann beim Training getragen, um mit ihnen einmal gespielt zu haben. Danach haben sie einen Ehrenplatz bei mir erhalten“, erinnert sich René Adler bestens an die Episode von damals.

 

Inzwischen stand Leverkusens Torhüter selbst schon auf der Europapokalbühne. Nur elf Tage nach seinem Bundesligadebüt am 25. Februar 2007 beim 1:0-Sieg auf Schalke spielte er im Achtelfinale des Uefa-Pokals beim belgischen Vertreter RS Lens. Doch das alles soll erst der Anfang sein. „Fußballprofi ist das schönste, was ich beruflich machen kann“, sagt René Adler voller Begeisterung. „Für mich ist jedes Training ein Baustein auf meinem weiteren Weg, auch in meiner persönlichen Entwicklung.“



Adler in Aktion

Deshalb nutzt er diese Saison, in der sich die Leverkusener erst zum zweiten Mal in den letzten zwölf Jahren nicht für die Champions League oder den Uefa-Pokal qualifizieren konnten, auf seine spezielle Art: Der Torhüter legt im Training Extraschichten ein. So nutzt er die zur Verfügung stehende Zeit, um durch „sehr hohen Trainingsaufwand auf dem Platz und im Fitnessbereich“ sich weiterzuentwickeln.

 

Bei diesen zusätzlichen Einheiten steht ihm Rüdiger Vollborn gerne zur Seite. Sein damaliger Jugendtrainer ist heute für die Torhüter im Profibereich von Bayer 04 verantwortlich. Er hatte vor neun Jahren das große Talent bei René Adler entdeckt, als er ihn im Rahmen eines Auswahltrainings des DFB betreute. Und schon damals war er nicht nur von den fußballerischen Künsten des Jungen beeindruckt, sondern auch von dessen unbeirrtem Willen und gesundem Ehrgeiz. Beides, so der frühere Junioren-Nationaltorhüter, seien Voraussetzungen dafür, einmal ein ganz Großer in der Branche zu werden.

 

Doch sportliche Erfolge sind für den Torwarttrainer nur die eine Seite. „Für mich ist es auch sehr wichtig, dass man bei allem Erfolg auch Mensch bleibt.“ Es sei nicht einfach, so Rüdiger Vollborn, in jungen Jahren schon weit oben zu stehen, ohne dabei den Boden unter den Füßen zu verlieren. Auch ihm sei früher zuweilen vorgeworfen worden, arrogant zu sein oder zumindest zu erscheinen. „Ich werde jedenfalls darauf achten, dass René seine Freundlichkeit behält, die ihn als Jugendlichen immer ausgezeichnet hat. Nicht zuletzt auch deshalb, weil Fußballprofis Vorbildcharakter besitzen.“  

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