Anti-Doping

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Bekenntnis ohne Wenn und Aber



Steigende Zahlen bei den Tests: In der Saison 2007/2008 wurden im deutschen Fußball 1388 Dopingkontrollen durchgeführt

Katrin Krabbe. Floyd Landis. Johann Mühlegg. Ben Johnson. Marion Jones. Die Skandale, die Enthüllungen und Beichten im Blitzlichtgewitter haben eine lange Haltbarkeit, die großen Doping-Fälle brennen sich in das kollektives Gedächtnis und bleiben uns über Jahrzehnte in Erinnerung. Die Folgen für die gedopten Sportler, aber auch für die Wettbewerbe und schließlich die gesamte Sportart sind verheerend.

Die eindeutig ablehnende Position der Öffentlichkeit erklärt sich aus der Sorge um die Gesundheit des Athleten und die Verärgerung über den manipulierten Wettbewerb. Eigentlich ist alles ganz einfach: Wir wollen keine im Labor gebauten Monster, sondern natürlich trainierte Sportler siegen sehen. Eltern würden massenweise ihre Kinder abmelden, müssten sie fürchten, die jungen Talente würden im Verein gedopt oder auch nur zum Doping aufgefordert. Drittens resultiert die Spannung, egal ob für den Zuschauer auf der Stadiontribüne oder am Fernsehschirm, aus der Unvorhersehbarkeit des Geschehens. Wenn wir wissen, dass die Entscheidung schon vorher im Reagenzglas gefallen ist, kaufen wir keine Karte. Wir schalten den Fernseher ab.



DFB-Vizepräsident Dr. Rainer Koch

DFB hat sich klar positioniert

In der Präambel der Anti-Doping-Richtlinien des Deutschen Fußball-Bundes (Anlage 2 der Durchführungsbestimmungen) heißt es denn auch: „Der DFB bekennt sich zum Dopingverbot, um die Spieler und Spielerinnen vor Gesundheitsschäden zu bewahren und die Fairness im sportlichen Wettbewerb zu erhalten.“ Paragraph 1, Absatz 1 umfasst nur einen einzigen Satz, ohne Wenn und Aber: „Doping ist verboten“.

Diese klare Positionierung entspricht dem Selbstverständnis des Verbandes, den drei Säulen des deutschen Fußballs: Leistungssport, Nachwuchsarbeit und das Bekenntnis zu einem wertorientierten Sport. „Wir haben uns auf den Weg gemacht, ein wertorientierter Verband zu sein, und das heißt in erster Linie auch: Kampf dem Doping“, sagte DFB-Präsident Dr. Theo Zwanziger etwa im Rahmen seiner Jahresbilanz 2008.

Das englische Wort ‚Doping’, das Gerundium des Verbes „to dope“ (Drogen verabreichen), stammt aus dem Afrikaans. ‚Dop’ nannten die weißen Buren im Süden Afrikas einen schweren, bei Dorffesten getrunkenen Schnaps. Anfang des 20. Jahrhunderts begann die chemisch induzierte Leistungssteigerung beim Sport, damals durch Substanzen wie Kokain, Morphin, Strychnin und Koffein. In den 30er Jahren hielt das medikamentöse Doping Einzug. Erst zu den Olympischen Spielen in Mexiko City 1968 führte das Internationale Olympische Kommittee Dopingkontrollen ein.

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