Interview mit Jürgen Hiebel, Vorsitzender des Liegenschaftsausschusses, Spvgg Nahbollenbach

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„Wir sparen Geld und müssen uns um nichts kümmern“

Vereine, die klamm sind, müssen auf eine Modernisierung ihrer Sportstätten nicht verzichten. Die Spvgg Nahbollenbach in Idar-Oberstein hat ihre umweltfreundliche Heizung mit einem cleveren Modell finanziert: dem Contracting. „Wir bezahlen nicht für die Anlagen, sondern nur für die Wärme, die wir brauchen“, sagt Jürgen Hiebel. Besonders attraktiv dabei: Der Verein muss sich um Wartung, Reparatur und Betrieb von Pelletheizung und Solaranlage nicht kümmern.

Herr Hiebel, wie kam die Spvgg Nahbollenbach zum Contracting?

Heizung und Duschen haben in unseren zwei Sportheimen zwar noch funktioniert, aber es war klar, dass die Technik viel zu viel verbraucht. Die Heizung war 27 Jahre alt, die Duschen liefen permanent, weil sie keinen automatischen Stopp hatten. Allerdings ist unser Verein aus früheren Zeiten noch verschuldet, so dass kein Geld für Investitionen da war. Beim Öko-Check dann machte uns der Berater auf die Möglichkeiten des Contracting aufmerksam.

Was funktioniert das?

Normalerweise schafft man sich eine preisgünstige Heizungsanlage an und vergisst oft, dass ja hohe Folgekosten entstehen durch Wartung, Reparaturen und den Kauf von Heizöl oder Gas. Beim Contracting kauft der Verein nicht die billigste Heizung, sondern die billigste Wärme. Die ganzen Neben- und Betriebskosten und die Abschreibung für die Anlagen sind in diesem Preis schon eingeschlossen.

Die neuen Anlagen gehören dann nicht dem Verein?

Nein, Holzpellet-Heizung, Warmwasserspeicher und die 20 Quadratmeter große Solaranlage stehen zwar bei uns, aber sie bleiben Eigentum des Contractors, in unserem Fall einer hiesigen Heizungsfirma. Sie kauft die Pellets, macht alle Wartungs- und Reparaturarbeiten, kümmert sich um den Betrieb aller Anlagen. Seit Februar 2007 zahlen wir nur für die Wärme, die wir verbrauchen.

Was heißt das in Euro und Cent?

Pro Monat zahlt der Verein einen Grundpreis von 405 Euro, pro Kilowattstunde sind das 15 Cent. Für die nächsten drei Jahre bleibt der Preis konstant. Danach ändern sie sich eventuell: Werden Pellets teurer, zahlen wir mehr, werden sie billiger, etwas weniger. Wir rechnen allerdings mit keinen großen Veränderungen. Insgesamt, schätze ich, sparen wir mindestens 15 Prozent im Vergleich zu einer modernen Ölheizung.

Wie fanden Sie Ihren Contractor?

Das war nicht einfach. Denn das Contracting war nicht nur für uns neu, sondern auch für die meisten Firmen in der Region. Wir haben sechs Heizungsfirmen angeschrieben und um einen Contracting-Vorschlag gebeten. Geantwortet hat keine. Dann hat ein hiesiges Heizungsunternehmen eher zufällig von unseren Plänen gehört und kam von selbst auf uns zu. Das Angebot war für uns wirtschaftlich, also haben wir den Vertrag gemacht.

Wie findet ein Verein den richtigen Contractor?

Es sollte eine Firma aus der Region sein. Denn sie wird es tunlichst vermeiden, sich einen schlechten Namen zu machen. Außerdem spielt Vertrauen eine große Rolle, denn der Contractor hat ja ständig Zugang zu den Anlagen und man bindet sich über viele Jahre.

Was hat die Sanierung gekostet?

Pelletheizung und Solaranlage rund 50.000 Euro, die neuen sparsamen Duschen 10.000 Euro. Für die Heizung haben wir vom Sportbund Rheinland und von der Kommune insgesamt 45 Prozent Zuschüsse erhalten, die Duschen wurden zu 50 Prozent vom DOSB und zu zehn Prozent von der Kommune gefördert. In Eigenleistung haben wir noch das Dach besser gedämmt, damit weniger Wärme verloren geht.

Und Sie mussten keinerlei Kredite aufnehmen?

Nein, denn unseren Anteil an der Heizung bezahlen wir ja über den monatlichen Grundpreis an den Contractor. Und für die Duschen hatten wir genügend Rücklagen.

Was passiert, wenn der Vertrag mit dem Contractor ausläuft?

In zehn Jahren gehört die Heizung dem Verein. Aber im Moment läuft das so reibungslos, dass ich denke, dass wir dann mit dem Contractor einen neuen Vertrag machen. Vermutlich wird dann auch die Kilowattstunde billiger, weil die Anlagen bis dahin abgeschrieben sind. Vor allem ist es so bequem, wenn man sich als Fußballer nicht um die Technik kümmern muss.

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