Seit über 20 Jahren ist Wilfried Zülch Vorsitzender des FSV Rengshausen. Die letzten beiden waren nicht nur pures Vergnügen: Der kleine Club in der Nähe von Kassel hat eine ökologische Grundsanierung hinter sich. Zülchs Erfahrung: „Geschenkt wird einem nichts“.
Herr Zülch, Hand aufs Herz: Kannten Sie früher den Wasser- und Stromverbrauch Ihres Vereins?
Nein, denn die Fixkosten trägt die Gemeinde. Das geht bei uns, weil wir einen alten Pachtvertrag mit der Kommune haben.
Was bracht den FSV Rengshausen dann dazu, sich um Umweltschutz Gedanken zu machen?
Unser Sporthaus stammt aus den 60er Jahren und ist nie modernisiert worden. Wir hatten sehr alte Heizstrahler, von denen einer kaputt ging. Außerdem fing das Dach an, undicht zu werden. Uns blieb gar nichts übrig, als die Sanierung anzupacken.
In den letzten zwei Jahren haben Sie ihr Vereinsheim von Grund auf modernisiert.
Ja, und das war nicht immer vergnüglich. Über den bürokratischen Aufwand, an Fördergelder zu kommen, könnte ich ein Buch schreiben. Es gibt so viele unterschiedliche Richtlinien. Da muss man schon einige Zeit investieren, um durchzublicken.
Aber ohne Fördermittel…
….kann ein kleiner Fußballverein gar nicht sanieren, das ist klar. Aber geschenkt wird einem nichts.
Und wie kam es zum Öko-Check?
Leider hab ich vom Öko-Check und den Fördermöglichkeiten erst erfahren, als wir die Planung für den Umbau des Sporthauses schon fertig hatten. Trotzdem war die Beratung sehr hilfreich, denn wir haben einen Überblick über die gesamten Maßnahmen erhalten, die sinnvoll für uns wären.
Zum Beispiel?
Die neue Gasheizung bezahlt uns die Gemeinde. Aber es lag ja noch anderes im Argen. So wurde uns ein neues, gut gedämmtes Dach empfohlen, außerdem moderne Duschen, die viel weniger Wasser verbrauchen als die alten. Auch eine der Außenwände war völlig durchnässt, darauf hat uns erst der Berater aufmerksam gemacht. Einiges kam nicht in Frage, zum Beispiel eine Solarthermie-Anlage, denn wir sind haben nicht das ganze Jahr über Spielbetrieb. Deshalb ist unser Wärmebedarf im Sommer zu klein.
Wie heizen Sie künftig?
Mit einer modernen Gastherme, die auch das Duschwasser erhitzt. Vorher lief das ja alles über Strom. Der Gaskessel ist sogar solarfähig. Das war nur wenig teuer und vielleicht will der Verein ja irgendwann mal Absorber aufs Dach setzen.
Was kostet das alles?
Insgesamt rund 20.000 Euro. Der Anteil des Vereins liegt bei rund 3500 Euro und unsere Mitglieder erbringen über 2000 Stunden Eigenleistungen.
Das heißt, der Aufwand für Fördermittel hat sich gelohnt?
Ja. Wir bekommen Zuschüsse von Kreis, Land und vom Landessportbund Hessen. Trotzdem war das Ganze nur machbar, weil wir so viel wie möglich selbst gemacht haben: das alte Dach abgebaut, Duschen gefliest, Elektrokabel verlegt, Fußböden erneuert, Türen gesetzt. Denn 3500 Euro sind für einen Verein mit 2,50 Euro Monatsbeitrag viel Geld.
Wie finanzieren Sie den Vereinsanteil?
Durch Veranstaltungen wie Kirmes, Fußballturniere oder Konzerte kommt ein bisschen Geld in die Kasse.
Wenn Sie letzten zwei Jahren Revue passieren lassen: Würden Sie Öko-Check und Sanierung nochmals machen?
Die Frage stellt sich so nicht, denn die Sanierung war absolut notwendig, um den Spielbetrieb aufrecht zu erhalten. Und von unseren Erfahrungen profitieren auch andere: Mein Kollege aus dem Nachbardorf steht vor ähnlichen Problemen. Dem hab ich schon alle notwendigen Adressen und Tipps gegeben.