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Abgekämpft: Uwe Seeler in der Halbzeit des WM-Finals |
Das verflixte Wembley-Tor
Kein Tor der WM-Geschichte hat so viele Diskussionen und Deutungen ausgelöst wie jenes von Geoff Hurst in der 101. Minute des Finales von 1966. Und heute wie damals bleibt die Frage: War es überhaupt ein Tor? Die voll gültige Antwort wird wohl ausbleiben. Doch die Mehrheitsbildung ist seit jenem 30. Juli 1966 – und nicht nur in Deutschland – klar: Es war eher kein Tor, nach dem Lattentreffer von Hurst war der Ball nicht regelgerecht hinter der Linie, ehe ihn Wolfgang Weber über das Tor von Hans Tilkowski köpfte. Der sowjetische Linienrichter Bachramov hatte es anders gesehen, und so wies der Schweizer Schiedsrichter Dienst, der Eckstoß geben wollte, zum Mittelkreis – die Entscheidung in einem grandiosen Finale, in dem Helmut Haller das 1:0 erzielt und Weber kurz vor dem Abpfiff mit dem 2:2 die Verlängerung erzwungen hatte. Unvergessen nicht nur das Wembley-Tor - auch die faire Haltung der deutschen Elf angesichts des schweren Schlages und das Bild des ausgepowerten Uwe Seeler, wie er nach dem 2:4-Endstand schleppenden Schrittes das Spielfeld verließ.
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Streitfall: Tor oder kein Tor? Seit 1966 streiten die Fußball-Fans in Deutschland und England. Für die Fans der DFB-Auswahl ist die Antwort klar: natürlich kein Tor. |
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Geniales Duo: Gerd Müller und Uwe Seeler - die beiden deutschen Stürmer sorgten für Tore satt bei der WM 1970. |
Das Jahrhundert-Spiel
Karl-Heinz Schnellinger sei Dank! Ausgerechnet der deutsche „Italiener“ bereitete mit seinem späten Ausgleichstor zum 1:1 im WM-Halbfinale am 17. Juni 1970 gegen Italien den Boden für eine Verlängerung, wie sie die WM-Historie mitreißender nie mehr bot. Die 30 Zusatzminuten mit der deutschen 2:1-Führung durch Gerd Müller, den grimmigen Antworten der Italiener zum 3:2-Vorsprung, dem erneuten Ausgleich Müllers und schließlich dem 4:3-Siegtreffer durch Gianni Rivera ließen das buchstäblich heiße Duell in der flimmernden Luft über dem Azteken-Stadion von Mexiko zum Jahrhundertspiel werden. Auch heute, fast 40 Jahre später, fesselt es noch in der von Zeit zu Zeit fälligen Fernseh-Wiederholung. Zum Helden wurde dabei nicht zuletzt Franz Beckenbauer, der mit einer schweren Schulterverletzung, den rechten Arm in der Schlinge, bis zum Schluss durchhielt. Nicht Held, sondern Buhmann war dagegen der mexikanische Referee Yamasaki, dem der Vorwurf galt, dem deutschen Team zwei Elfmeter verwehrt zu haben.