Bundessieger 2006/2007

Seiteninhalt drucken

 



"Fair ist mehr": Bundessieger 2006/2007 stehen fest


Zum elfen Mal zeichnete der Deutsche Fußball-Bund (DFB) beim Länderspiel Deutschland gegen Zypern am 17. November 2007 in Hannover die Sieger der Aktion „Fair ist mehr“ aus. Über 3000 Meldungen aus allen Landesverbänden und Spielklassen gingen seit der Gründung der Arbeitsgruppe „Fair Play“ 1997 beim DFB ein. Mehr als 50 Sieger wurden bei Länderspielen gekürt. Die Preisträger dieses Jahres haben in der vergangenen Saison wieder beeindruckende Gesten der Fairness auf dem Fußballplatz gezeigt.

2007 hatte die DFB-Arbeitsgruppe „Fair Play“ wieder schwere, aber schöne Entscheidungen zu treffen. Aus 412 Meldungen mussten die Bundessieger ausgewählt werden.

Der prominenteste Gewinner wird mit einem Sonderpreis geehrt, der Fairplay-Medaille:

Jacek Krzynowek vom VfL Wolfsburg verzichtete in der Bundesliga-Partie gegen Borussia Dortmund am 4. Mai 2007 beim Stand von 1:0 für Borussia Dortmund in aussichtsreicher Schussposition auf einen Torschuss, weil er einen Dortmunder Akteur am Boden liegen sah. Der polnische Nationalspieler beförderte den Ball stattdessen ins Aus. Bei den Zuschauern löste diese Aktion – immerhin kämpften beide Vereine um den Klassenverbleib – zunächst Verblüffung und danach Bewunderung aus.

Hier folgt die Schilderung der Aktionen der Preisträger im Einzelnen:

Ein Nachwuchsspieler als Vorbild

Bundessieger: Andreas Salzmann (DJK Spvg Mellrich)
Landesverband: FuLV Westfalen
Spielklasse: Kreispokal, A-Junioren, DJK Spvg Mellrich - SuS Sichtig
Datum: 12. August 2006

Die ersten 20 Minuten im Kreispokal-Spiel DJK Spvg Mellrich gegen SuS Sichtig sind absolviert, es steht 2:0 für Sichtig, als der Schiedsrichter einen Handelfmeter für die DJK Mellrich pfeift. Der Mannschaftskapitän von Mellrich, Andreas Salzmann, schnappt sich den Ball, um ihn dem Schiedsrichter zu geben. Andreas Salzmann versichert dem Schiedsrichter, dass kein Handspiel vorgelegen habe und er den Elfmeter nicht schießen möchte. Zur Erinnerung, es steht 0:2 gegen Mellrich – eine vorbildliche Geste des Fairplay. Übrigens, am Ende gewinnt die DJK Spvg Mellrich das Spiel noch mit 4:2.

 

Sportliche Fairness geht vor persönlichen Erfolg

Bundessieger: Uwe Mertens (VfB Uerdingen 1910)
Landesverband: Niederrhein
Spielklasse: Hallenstadtmeisterschaft, Bockumer SV – VFB Uerdingen 1910
Datum: 6. und 7. Januar 2007

Hallenstadtmeisterschaft in Krefeld: Beim Halbfinale Bockumer SV gegen VFB Uerdingen führte der VFB Uerdingen bis kurz vor Schluss mit 2:1. Bei einem Schuss auf das Uerdinger Tor konnte der Torwart des VFB Uerdingen den Ball nicht festhalten, der dann Richtung Tor rollte. Der Torwart warf sich dem Ball hinterher und begrub ihn unter sich. Tor oder kein Tor? Für den Schiedsrichter eine schwierige Situation. Doch der unmittelbar neben dem Uerdinger Tor hinter der Bande stehende Co-Trainer des VFB Uerdingen, Uwe Mertens, zeigte sofort und deutlich an, dass der Ball hinter der Torlinie war, also im Tor. Dies bedeutete den Ausgleich und die Verlängerung, in der der VFB Uerdingen sich dann doch noch für das Finale qualifizierte.

 

Schiedsrichterentscheidung korrigiert – möglichen Sieg verschenkt

Bundessieger: Hacali Gök (KSV Vahdet Salzgitter)
Landesverband: Niedersachsen
Spielklasse: D-Junioren, KSV Vahdet Salzgitter – Fortuna Lebenstedt
Datum: 5. September 2006

Mitte der ersten Halbzeit spricht der Schiedsrichter bei der Begegnung KSV Vahdet Salzgitter gegen Fortuna Lebenstedt beim Stande von 1:0 dem KSV Vahdet einen umstrittenen Elfmeter zu. Bei der Aktion hat sich ein Spieler von Vahdet beim Hinfallen leicht verletzt und wird kurz behandelt. In dieser Behandlungspause überzeugt der KSV-Trainer Hacali Gök den Schiedsrichter, dass es kein Elfmeter war, sondern mit Eckball für Vahdet weiter gehen muss. Vahdet Salzgitter unterlag am Ende 1:2.

 

Rücksicht auf eine verletzte Gegenspielerin

Bundessieger: Julia Mühlberg (FV Löchgau)
Landesverband: Württemberg
Spielklasse: Frauen-Regionenliga, SV Winnenden – FV Löchgau
Datum: 29. April 2007

In der 53. Spielminute beim Stande von 1:1 überläuft die Spielerin Julia Mühlberg vom FV Löchgau die Abwehr des SV Winnenden. Frei vorm Tor schießt sie die Torfrau an, die danach verletzt liegen bleibt. Den Abpraller bekommt Julia Mühlberg erneut auf den Fuß, doch Sie schießt den Ball nicht zum 2:1 ins Tor, sondern ins Seitenaus, um die Behandlung der Winnender Torfrau zu ermöglichen.

 

Ein vorbildlicher Mannschaftskapitän!

Bundessieger: Jan-Niklas Kiek (TSV Klausdorf )
Landesverband: Schleswig-Holstein
Spielklasse: Bezirksliga, C-Junioren, Eckernförder SV – TSV Klausdorf
Datum: 03. Dezember 2006

Beim Bezirksjugendspiel Eckernförder SV gegen TSV Klausdorf erschien kein Schiedsrichter. Die beiden Vereine einigten sich auf einen Vertreter der Heimmannschaft als Schiedsrichter.

Nach verschiedenen kniffligen Situationen für und Elfmeter-Entscheidungen des Schiedsrichters kochen die Emotionen – gerade auch bei den Eltern an der Seitenlinie – in der zweiten Halbzeit hoch. Doch trotz des 0:2-Rückstandes trägt der Spielführer des TSV Klausdorf, Jan-Niklas Kiek, zur Beruhigung des Spieles bei. Jan-Niklas Kiek ermahnt seine Mitspieler, nicht bei jeder Aktion Abseits zu fordern, zeigt unter anderem sofort Eckbälle gegen seine Mannschaft an und hilft somit sehr, die Gemüter zu beruhigen. Ein vorbildlicher Mannschaftskapitän.

 

Sonderpreis

Hut ab – vor solchen Fans

Sieger: Thomas Olbert und der Fanclub Eintracht Frankfurt Fechenheim
Landesverband: Hessen
Spielklasse:
Datum: 31. März 2007

Zum Heimspiel von Borussia Mönchengladbach gegen Eintracht Frankfurt fuhr auch eine Abordnung des Fan-Clubs „Dom-Mönche-Limburg“ an den Niederrhein. Kurz hinter Koblenz blieb dann auf einem Autobahnparkplatz ausgerechnet das Fahrzeug des Fan-Club-Präsidenten mit Motorschaden liegen.

Verzweifelt stiegen, die zum Teil im Gladbachtrikot gekleideten Mitfahrer aus und sahen ihre Teilnahme am Heimspiel im Borussenpark schwinden. Da nahte ein vollbesetzter Fanbus der Frankfurter Eintracht, deren Insassen – angesichts des qualmenden „Gladbacher“-Fahrzeuges – zunächst in Spottgesänge mit wenig schmeichelhaftem Inhalt verfielen.

Jedoch binnen weniger Minuten wurde durch die Vermittlung des Fechenheimer Fan-Club-Vorsitzenden, Thomas Olbert, erreicht, dass die havarierten „Gegner“ kostenfrei im Frankfurter Fanbus hin und zurück mitfahren konnten. Klar wurde im Bus zunächst kräftig geflachst – doch dann kam es problemlos zu einer freundlichen und konfliktfreien Annäherung der beiden Fan-Lager.

 

Anzeige: