Bundessieger 2003/2004

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"Fair ist mehr": Bundessieger 2003/2004


Auch 2004 zeichnet der Deutsche Fußball-Bund (DFB) wieder Fußballspieler und Funktionsträger aus, die während der vergangenen Saison durch außergewöhnlich faires Verhalten aufgefallen sind. Im Rahmen der DFB-Aktion "Fair ist mehr", die in Zusammenarbeit mit den Regional- und Landesverbänden durchgeführt wird, wurden nunmehr aus über 350 Einsendungen die sechs Sieger ausgewählt. Die Bundessieger werden in Berlin im Rahmen des Länderspiels der deutschen Nationalmannschaft gegen am 8. September 2004 gegen Brasilien ausgezeichnet.

Hier folgt die Schilderung der Aktionen der Preisträger im Einzelnen:

Spiel verloren, Fairplay gewonnen

Bundessieger: Robert Müller (SV Denkingen)
Landesverband: Südbaden
Spielklasse: SC Markdorf - SV Denkingen, D-Junioren, Meisterschaftsspiel
Datum: 15.11.2003

Kurz vor Ende des D-Juniorenspiels SC Markdorf gegen den SV Denkingen schießt ein Markdorfer Spieler beim Stand von 0:0 auf das Tor von Denkingen. Geblendet durch die tief stehende Sonne kann der Schiedsrichter nicht erkennen, ob der Ball im Tor war oder nicht. Deshalb erkennt er nicht auf Tor. Doch da kommt der Torwart des SV Denkingen, Robert Müller, auf den Schiedsrichter zu und teilt ihm mit, dass der Ball sehr wohl im Tor war. Durch diesen Treffer verliert der SV Denkingen zwar das Spiel mit 0:1, doch diese Szene zeigt, dass es im Fußball doch noch Fairplay gibt und diese Idee wieder einmal gewonnen hat.

 

Fairer Sportsmann, trotz Platzverweis

Bundessieger: Arthur Waloszek (Sport-Vereinigung Billstedt-Horn)
Landesverband: Hamburg
Spielklasse: Billstedt-Horn I - Begedorf 85 II, Bezirksliga
Datum: 05.10.2003

Im oben genannten Spiel will der Schiedsrichter den Spieler mit der Rückennummer sechs von Billstedt-Horn wegen eines Foulspieles mit der Gelben Karte verwarnen. Daraufhin kommt jedoch der Spieler mit der Nummer elf, Arthur Waloszek, auf den Schiedsrichter zu und macht ihm glaubhaft klar, dass er der Spieler gewesen ist, der das Foulspiel begangen hatte. Der Schiedsrichter fragt nochmals nach, ob dem auch so ist, denn Arthur Waloszek ist bereits verwarnt. Doch Arthur Walsozek bestätigt seine Aussage nochmals. Auch wenn das seine zweite Gelbe Karte und somit den Platzverweis mit der Gelb-Roten Karte bedeutet.

 

Verzicht auf Torerfolg

Bundessieger: Fritz Langner (SG Kisslegg)
Landesverband: Württemberg
Spielklasse: Bezirksliga SV Maierhöfen - SG Kisslegg
Datum: 09.11.2003

Der Spieler der SG Kisslegg, Fritz Langner, stößt zehn Meter vor dem Tor mit dem Torwart des SV Maierhöfen zusammen. Der Torhüter bleibt verletzt am Boden liegen, der Ball ist frei zu spielen und Fritz Langner steht plötzlich völlig allein vor dem leeren Tor. Doch statt den Ball nunmehr ins leere Tor zu schieben, spielt er ihn ins Seitenaus. Es wäre in der 75. Spielminute der Ausgleich für die SG Kisslegg gewesen, die zu diesem Zeitpunkt mit 0:1 in Rückstand liegt. Doch Fritz Langner riskiert mit seinem fairen Verhalten die Niederlage seiner Mannschaft. Übrigens, in der Nachspielzeit gelang der SG Kisslegg dann doch noch der 1:1-Ausgleich.

 

Rücksicht auf den verletzten Gegenspieler

Bundessieger: Waldemar Adamowicz (FV DJK Blau-Weiß Wittichenau)
Landesverband: Sachsen
Spielklasse: SV Laubusch - FV DJK Blau-Weiß Wittichenau, Bezirksklasse, Herren
Datum: 23.08.2003

Seit vielen Jahren läuft beim DFB die Aktion "Fair ist mehr". Und beim Spiel zwischen dem SV Laubusch und dem FV DJK Blau-Weiß Wittichenau wurde wieder einmal aktives Fair Play betrieben. Was ist passiert? In der achten Spielminute besagter Partie verletzt sich der Laubuscher Libero ohne gegnerische Einwirkung schwer. Im eigenen Strafraum bleibt er im Rasen hängen, verdreht sich das Knie und bleibt verletzt liegen. Dadurch kommt der Wittichenauer Stürmer, Ex-FSV Hoyerswerda-Spieler Waldemar Adamowicz, zirka zehn Meter vor dem Laubuscher Tor in aussichtsreicher Position und ohne Gegenspieler in Ballbesitz. Allein vor dem Laubuscher Keeper kann Adamowicz seine Chance suchen und das 1:0 für seine Mannschaft erzielen, doch die Verletzung des Gegenspielers mitbekommend, stoppt er sofort seine Aktion und spielt das runde Leder ins Aus, um eine Behandlung zu ermöglichen. Dass am Ende ein 0:0 als Resultat in die Wertung geht, wäre ohne Adamowiczs Fairness eventuell nicht passiert. Denn nicht Jeder hätte in ähnlicher Situation so gehandelt. Mit seiner Vorgehensweise zeigt der Wittichenauer Routinier, dass auch und vor allem in den unteren Amateurklassen das Wort Fairplay nicht unbekannt ist.

 

Der Trainer sorgt für Fairplay

Bundessieger: Frank Haberland (SV Beckedorf)
Landesverband: Niedersachsen
Spielklasse: SV Beckedorf - TSV Hespe II, Kreisklasse Herren
Datum: 2003

Beim Spiel SV Beckedorf gegen den TSV Hespe passiert folgendes. In der 50. Spielminute, beim Spielstand von 1:0 für Beckedorf, schlägt ein Beckedorfer Spieler seinen Gegenspieler aus Hespe. Der Schiedsrichter und seine Assistenten haben den Vorfall nicht gesehen und können daher auch nicht eingreifen. Aber ein Anderer hat den Vorfall beobachtet und greift umgehend ein. Der Trainer von Beckedorf, Frank Haberland. Er holt den Spieler vom Feld und schickt ihn nach Hause. Und obwohl Coach Haberland noch drei Ersatzspieler zur Verfügung hatte, wechselt er keinen dieser Spieler für den schlagenden Mitspieler ein

 

Körperlicher Einsatz für die Fairness

Bundessieger: Timur Khan (SC Union 06 Berlin)
Landesverband: Berlin
Spielklasse: SC Union 06 Berlin - Phönix 56 Ayyildiz, B-Klasse Herren
Datum: 02.11.2003

In der Nachspielzeit der oben genannten Partie erzielt Union den 2:1-Siegtreffer und der Schiedsrichter entscheidet auf Torerfolg. Sehr zum Unmut einiger Spieler von Phönix, die daraufhin den Unparteiischen bedrängen und tätlich angreifen. Umgehend eilen Union-Trainer Oliver Ochozinksi und einige seiner Spieler zur Hilfe, stellen sich schützend vor den Schiedsrichter, auch als sie von den immer noch sehr aufgebrachten Phönix-Akteure sogar handgreiflich angegangen werden und sorgen somit dafür, dass der Schiedsrichter unbeschadet davon kommt. Beim fairen Versuch, den Schiedsrichter zu beschützen, wird der Union-Spieler Timur Khan sogar so schwer verletzt, dass er in ein Krankenhaus gebracht werden muss. Ein Einsatz, der weit über das hinaus geht, was die sportliche Fairness gebietet.

 

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