Bisherige Preisträger

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Julius Hirsch Preisträger 2013


SJC HÖVELRIEGE

Der Verein im Kreis Paderborn, zu dem auch eine Jugendtheatergruppe, eine Schreinerwerkstatt und eine Fußballabteilung mit zwölf Senioren- und Juniorenteams gehören, besuchte auf der Sommerfahrt 2012 die Gedenkstätten in Kalavrita und Distormo. Zur Vorbereitung auf die Reise schauten sich die 40 Jugendlichen Dokumentarfilme und lasen gemeinsam das Adorno-Essay "Erziehung nach Auschwitz". Auf der Reise erfuhren sie dann von den Massenmorden durch die deutsche Besatzung - rund 800.000 Griechen wurden damals getötet.

ULTRAS NÜRNBERG / 1. FC NÜRNBERG

Für ihre Choreografie beim Bundesligaderby gegen den FC Bayern München und eine Veranstaltung in Erinnerung an den jüdischen Club-Trainer Jenö Konrad werden die Ultras Nürnberg gemeinsam mit dem Verein 1. FC Nürnberg mit dem 2. Preis ausgezeichnet.

SC HEUCHELHOF

Der Mehrspartenverein SC Heuchelhof aus Würzburg veranstaltete 2012 ein Begleitprogramm zu der Ausstellung "Kicker, Kämpfer und Legenden - Juden im deutschen Fußball".

RONNY BLASCHKE

Der Ehrenpreis geht dabei in diesem Jahr an den Journalisten Ronny Blaschke, der in seinem Buch "Angriff von Rechtsaußen" die Auswirkungen rechtsextremer Einstellungen auf den Fußball beschrieben hat. Mit der Auszeichnung würdigt die Jury, dass sich Blaschke seit vielen Jahren intensiv und kritisch mit dem Thema journalistisch befasst.

Julius Hirsch Preisträger 2012

FANPROJEKT 1. FC KAISERSLAUTERN

Mit dem Julius Hirsch Preis 2012 werden drei Initiativen der abgelaufenen Saison aus dem Fanbereich gewürdigt: Das Fanprojekt des 1. FC Kaiserslautern reagierte mit einem umfangreichen Veranstaltungsprogramm und einer Stadionchoreografie auf antisemitische Äußerungen gegen den israelischen Nationalspieler Itay Shechter. Eine Gruppe jugendlicher Fans von Hertha BSC besuchte gemeinsam mit Berliner Polizeibeamten die Gedenkstätte des Konzentrationslagers Auschwitz-Birkenau. Mit dem dritten Preis zeichnete die Jury zwei Fan-Clubs sowie das Fan-Projekt von Eintracht Frankfurt aus, die neben einer Gedenkreise nach Auschwitz ein Film-, Musik- und Lesungsprogramm in Erinnerung an den Holocaust durchgeführt haben.

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BERLINER POLIZEIABSCHNITT 22/HERTHA BSC

Im Juli 2011 reisten die Polizeibeamten gemeinsam mit 15 jugendlichen Fans von Hertha BSC ins polnische Oswiecim und besuchten dort im Rahmen eines umfangreichen Bildungsprogramms unter anderem die Gedenkstätte des ehemaligen Konzentrationslagers Auschwitz-Birkenau.

FRANKFURTER FANPROJEKT

Eine Bildungs- und Begegnungsreise nach Auschwitz führte im Herbst 2011 das Frankfurter Fanprojekt gemeinsam mit den Eintracht-Fanclubs "Schwarze Geier" und "Droogs 99 Frankfurt" durch.

Julius Hirsch Preisträger 2011


Jugendinitiative „Spiegelbild“

Die Jugendinitiative „Spiegelbild“ des "Aktiven Museums Spiegelgasse“ hat sich zum Ziel gesetzt, die deutsch-jüdische Geschichte in Wiesbaden zu bewahren. Im vergangenen Jahr holte der Verein die Ausstellung „Kicker, Kämpfer und Legenden - Juden im deutschen Fußball“ in die hessische Landeshauptstadt. Das Museum startete zudem das Projekt „Spurensuche am Ball“, bei dem sich mehrere Schülergruppen einer Wiesbadener Hauptschule mit Themen wie Rassismus und Zivilcourage auseinandersetzten. Der Ansatz ist, dass Jugendliche einen eigenen Zugang zur Geschichte finden, ihre Bedeutung für das heutige Zusammenleben verstehen und darüber nachdenken, welche Verantwortung sie für die demokratische Gesellschaft mittragen. Ermöglicht wurde das Projekt u.a. durch eine Zuwendung der DFB-Kulturstiftung.

Gräfenberger Sportbündnis

Das Gräfenberger Sportbündnis, ein Zusammenschluss von acht Fußballvereinen, hat mit zahlreichen Aktionen dazu beigetragen, dass heutzutage keine Neonazis mehr in der fränkischen Kleinstadt aufmarschieren. Über viele Jahre war die Gemeinde nördlich von Nürnberg ein „Wallfahrtsort“ rechtsextremistischer Gruppierungen gewesen. Innerhalb von drei Jahren hatten sich die Neonazis 40-mal in Gräfenberg versammelt. Seit Oktober 2009 aber hat kein offizieller Aufmarsch mehr stattgefunden - auch dank der engagierten Fußballer. Unter dem Motto „Fairness, Respekt und Toleranz im Sport – NEIN zu Gewalt, Fremdenfeindlichkeit, Diskriminierung und Antisemitismus“ wurden über 30 Aktionen zur Prävention, Aufklärung und Schulung im sportlichen Umfeld durchgeführt

DoppelPass – SVW-Fans gegen Gewalt und Rassismus

Rechtsradikale Fangruppen hatten das Image des Traditionsklubs SV Waldhof Mannheim in den 90er-Jahren durch ihr fremdenfeindliches Verhalten stark beschädigt. Seit mehr als zehn Jahren erhebt der „DoppelPass“ seine Stimme gegen die rechte Propaganda, etwa mit einem Banner „Stimmung gegen Rassismus“ im Stadion sowie der Radiosendung „DoppelPass on Air“. „DoppelPass“ ist kein Fanclub im klassischen Sinne, sondern eine offene Faninitiative ohne Verpflichtungen, Mitgliedsbeiträge und politische Absichten.

Ehrenpreis für Thomas Hitzlsperger

Für sein Engagement gegen Antisemitismus und Rassismus ist Thomas Hitzlsperger mit dem Julius-Hirsch-Ehrenpreis ausgezeichnet worden. Der 52-malige Nationalspieler beteiligt sich am Internet-Blog "Störungsmelder". In einem Autorenstück für den DFB schrieb er: "Die Vereine sind in der Verantwortung, wenn einzelne Fans oder Gruppierungen rechtsradikale Propaganda im Stadion verbreiten, durch Sprechchöre, Banner oder auf andere Weise. Fußballklubs sind Unternehmen, die nur ungern gegen die zahlenden Fans vorgehen, weil sie deren Fernbleiben fürchten. Das verstehe ich, es gibt immer auch wirtschaftliche Überlegungen. Und dennoch, es gibt Möglichkeiten, die Fankurve zu füllen und die, die Politik machen wollen, draußen zu lassen. Sonst verabschieden sich auf Sicht viele andere Fans vom Klub, der Ruf wird ruiniert, und der Schaden ist dann viel größer. Fußballvereine sollten sich also mutig und entschlossen positionieren, wenn rechte Gruppen sich breitmachen wollen."

 

Julius Hirsch Preisträger 2010


SV Sedlitz Blau Weiß 90

Der Kreisligaklub aus dem brandenburgischen Senftenberg führt seit seiner Neugründung vor zwanzig Jahren einen intensiven Dialog mit einem Asylbewerberheim. Viele Bewohner traten dem SV Sedlitz bei und spielten dort Fußball. Der Klub engagiert sich bei der Initiative des Landes Brandenburg „Vielfalt tut gut“, eine weitere Aktion des Vereins stand unter dem Motto „Verein(t) gegen Rechtsextremismus“. Als die Mannschaft des SV Sedlitz in der Vergangenheit bei Auswärtsspielen mit rechtsradikalen Parolen beschimpft und verhöhnt wurde, klagte der Verein und erwirkte dadurch empfindliche Geldstrafen gegen die Heimvereine. 2006 Preisträger der DFB-Kampagne „Klub 2006 – Die FIFA WM im Verein“.

Roter Stern Leipzig 99

Der Rote Stern Leipzig wurde 1999 von einigen Jugendlichen gegründet, heute hat der Verein bereits 400 Mitglieder. Unter dem Motto „More than Soccer“ werden die Jugendtrainer geschult, die Prinzipien des Vereins in den Trainingsbetrieb zu übertragen und umzusetzen. So lernen die Kinder und Jugendlichen Konflikte gewaltfrei zu lösen, erfahren demokratische Grundwerte, setzen sich ein für Toleranz und gegen Diskriminierung und erleben Integration unmittelbar. Als Antwort auf zahlreiche gewalttätige Anfeindungen setzt Roter Stern Leipzig mit seinem Angebot an Begegnungsmöglichkeiten für jugendliche Fußballfans ein Zeichen. Im Oktober 2009 hatten bei einem Auswärtsspiel mehrere Dutzend Randalierer mit rechtsextremem Hintergrund die Spieler der Bezirksklasse-Mannschaft von Roter Stern Leipzig überfallen.

SV 06 Lehrte

Seit Januar 2000 ist der SV 06 Lehrte Stützpunktverein „Integration durch Sport“ des Landessportbundes Niedersachsen. Im Februar 2008 wurde beschlossen, die Integrationsarbeit und die damit verbundene soziale Komponente unter dem Motto „Nicht Gegeneinander, Nicht Nebeneinander – Endlich Miteinander“ in den Mittelpunkt zu rücken. Dazu wurden drei Integrationsbeauftragte gewählt, welche sich nicht nur für Migranten, sondern auch für kranke und behinderte Menschen einsetzen. Die A- und B-Jugend des Vereins engagiert sich für das Projekt ‚Organspende schenkt Leben’. In Kooperation mit dem türkischen Elternverein Lehrte und Umgebung e.V. bietet der Verein Hausaufgabenhilfe an. Für Schulabgänger wird ein Bewerbungstraining angeboten.

Ehrenpreis für Angelika Ribler

Angelika Ribler ist Diplom Psychologin, Diplom Sportwissenschaftlerin, Sportmediatorin, Referentin und Leiterin des Projekts „Mobile Interventionsteams gegen Rechtextremismus im Sport“ bei der Sportjugend Hessen sowie freiberufliche Projektberaterin und Coach im Institut für SportMediation und Konfliktmanagement. Sie beschäftigt sich seit vielen Jahren aktiv mit den Themen Rechtextremismus, Rassismus und Diskriminierung im und um den Sport. Ihr Engagement zielt darauf, den Hessischen Fußball-Verband und seine Vereine für Vielfalt und Demokratie – gegen Rassismus, Rechtextremismus und Gewalt stark zu machen. Seit 2007 ist Frau Ribler Mitglied in der Arbeitsgruppe „Sport! Jugend! Agiert!“ und berät in diesem Zusammenhang den Vorstand der Deutschen Sportjugend, die innerhalb des DOSB die Federführung für das Themenfeld „Umgang mit Rechtextremismus im Sport“ innehat.

Julius Hirsch Preisträger 2009


Löwenfans gegen Rechts

Die Initiative "Löwenfans gegen Rechts" entstand im Umfeld des TSV 1860 München als Reaktion gegen das Phänomen zunehmender rechtsradikaler Äußerungen in den Stadien vor mehr als fünfzehn Jahren. Die Gruppe engagiert sich im Stadion, im Internet und ihrem Magazin „Löwenmut“ gegen Diskriminierung, Ausgrenzung, Fremdenfeindlichkeit, Antisemitismus, Sexismus und Homophobie rund um den Fußball. Neben der Beteiligung an landes- und bundesweiten Fanaktionen gegen Rechts wurden schon früh zivilgesellschaftliche Vernetzungen im Umfeld gesucht und gemeinsame Maßnahmen etwa mit dem Jüdischen Museum und der Evangelischen Versöhnungskirche auf dem Gelände der KZ-Gedenkstätte Dachau durchgeführt.


Hintertorperspektive e.V.

Ein Bewusstsein zu schaffen für den Fußball als Brücke zwischen Kulturen, Generationen und Subkulturen – das ist das Ziel von „Hintertorperspektive e. V.“ in Jena. Der gemeinnützige Verein ist ein Zusammenschluss von Fans des Drittligisten FC Carl Zeiss. Als Anlaufstelle für interessierte Jugendliche bietet er Projekt- und Informationsnachmittage zur Aufklärung über Fremdenfeindlichkeit und Rassismus in Schulen und Jugendzentren an, vermittelt aber auch sogenannte „Fanpatenschaften“ für Aussiedler und Migranten.


Fanprojekt Hannover

Von beeindruckendem Umfang sind auch die Maßnahmen des Fanprojekts Hannover. Spätestens seit Ende der 90er Jahre liegt ein wichtiger Focus der Arbeit darin, Problemwahrnehmung und Respekt zu fördern und Rassismus und Fremdenfeindlichkeit zu bekämpfen. In Kooperation mit der Universität Hannover, Jugendzentren und Polizei wird aktuell ein Konzept zur Integration von Jugendlichen mit Migrationshintergrund in die Stadien erarbeitet.


Ehrenpreis an Giovanni di Lorenzo

„Giovanni di Lorenzo bezieht in seinem journalistischen Wirken seit vielen Jahren eindeutig und kompromisslos Position gegen jede Form von Fremdenfeindlichkeit, Rassismus, Rechtsextremismus und Antisemitismus“, stellte Dr. Thomas Bach, Jury-Mitglied und Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) fest. „Er fordert dies im Bewusstsein der Macht der Medien auch von seinen Kolleginnen und Kollegen ein.“ Die Internet-Plattform war im vergangenen Jahr auf Initiative der ZEIT in Kooperation mit dem Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB), dem Deutschen Fußball-Bund (DFB) der Deutschen Fußball Liga (DFL) und weiteren Organisationen des öffentlichen Lebens gestartet worden.

 

Julius Hirsch Preisträger 2008



Jo Ecker nimmt die Urkunde von Otto Schily (l.) entgegen

Dürener Initiative

Die Initiative "Fußballvereine gegen Rechts" wurde 2001 von Jo Ecker, seinerzeit D-Junioren-Betreuer des FC Niederau 08, in Reaktion auf fremdenfeindliche Erfahrungen mit seiner Mannschaft ins Leben gerufen. Sofort wurde eine Internetseite installiert, auf der sich bislang mehr als 700 Vereine, Verbände und Fan-Clubs öffentlich gegen Rechts positioniert haben. 2006 war die Initiative an der Gründung des "Dürener Bündnisses gegen Rechtsextremismus, Rassismus und Gewalt" beteiligt. 2007 führte sie Benefizspiele und Turniere gegen Rechts durch. Aktuelles Projekt der Initiative ist die Aktion "Schild gegen Rassismus und Gewalt".



Die Leipziger Faninitiative "Bunte Kurve" macht gegen Rassismus mobil

Leipziger Faninitiative

Bereits seit längerem engagiert sich auch die Leipziger Faninitiative "Bunte Kurve" gegen Rassismus. Ausgangspunkt des Projekts war der Einsatz für den nigerianischen Spieler Adebowale Ogungbure vom FC Sachsen Leipzig, der sich 2006 fremdenfeindlichen Beschimpfungen ausgesetzt sah. Mittlerweile findet das Engagement seinen Ausdruck in kreativen und nachhaltigen Aktionen. Dazu gehörte 2006 ein integratives Fußballturnier unter dem Motto "Football Unites" und 2008 ein internationales Mädchenfußballcamp. Ein Trikotsponsoring der besonderen Art initiierte die Gruppe in der Saison 2007/2008 mit der zweiten Mannschaft des FC Sachsen Leipzig: Deren Trikot zierte das Motto "Für Fußball - gegen Rassismus und Diskriminierung"



Dr. Rainer Koch

Werder Bremen

Von beeidruckendem Umfang sind die Maßnahmen der Anti-Diskriminierungskampagnen, die Werder Bremen gemeinsam mit verschiedenen Fanprojekten und -initiativen durchführt.

Mehr als 20 Einzelprojekte umfasst ein koordiniertes Maßnahmenpaket, das Schwerpunkte auf Wertevermittlung und Sensibiliserung, aber auch auf Aktionen und Öffentlichkeitsarbeit setzt.

 

Julius Hirsch Preisträger 2007



Eichenkreuz Nürnberg machte auch beim Nürnberger Friedenslauf mit

Eichenkreuz Nürnberg

Eichenkreuz Nürnberg ist die Sportarbeit der Evangelischen Jugend in Nürnberg und bietet sowohl Kindern und Jugendlichen als auch Erwachsenen in verschiedenen Abteilungen ein sportliches Zuhause. Dabei haben es sich die Verantwortlichen zum Ziel gesetzt, Fairness und Respekt vor Anderen zu vermitteln und den Sportlern vielfältige Begegnungsmöglichkeiten zu schaffen.

Unter diesem Motto veranstaltete Eichenkreuz im Schulterschluss mit anderen Nürnberger Organisationen am 19. Juli 2007 den 1. Friedenslauf auf dem ehemaligen Reichsparteitagsgelände, dessen Erlös u.a. an Friedensprojekte in Palästina und Israel überwiesen wurde. Bereits im Frühjahr 2007 hatte Eichenkreuz eine Selbstverpflichtungserklärung zu Antirassismus und Antisemitismus initiiert, die unter anderem von Nürnbergs Oberbürgermeister Dr. Ulrich Maly unterschrieben und von den Bundesligafußballern des 1. FC Nürnberg unterstützt wurde. Im Anschluss daran richtete der Verein im Mai den Streetsoccer Cup 2007 aus, bei dem 1100 Kinder und Jugendliche aus 62 Herkunftsländern mitspielten. Für das Jahr 2008 wollen Peter Reuter, Sportreferent von Eichenkreuz Nürnberg, und seine Mitstreiter gemeinsam mit weiteren Partnern ein europaweites Turnier afrikanischer Flüchtlingen veranstalten.

Initiator der Maßnahmen ist Peter Reuter.

www.eknbg.de



Die Jugend der TuS-Plettenberg vor dem Spiel gegen Makkabi Berlin.

TuS Plettenberg

Der sauerländische Verein TuS Plettenberg zählt knapp 600 Mitglieder und ist mit vier Senioren- und 14 Junioren-Mannschaften im Spielbetrieb des FLV Westfalen aktiv. Nach der öffentlichen Ausschreibung des Deutschen Fußball-Bundes für den Julius Hirsch Preis 2007 setzte sich Vereinsmitglied Lars Rosenkranz zusammen mit seiner Familie intensiv mit dem Schicksal des deutsch-jüdischen Nationalspielers Julius Hirsch auseinander. In einem halben Jahr organisierte er dabei vielfältige und nachhaltig wirksame Projekte.

Die Mannschaftsfahrt der TuS-B-Junioren, deren Betreuer Rosenkranz ist, nach Berlin war ein Teil dieser Projekte. Dabei standen unterschiedliche Programmpunkte auf der Agenda des Aufenthalts in der Bundeshauptstadt. Die Jugendlichen trugen ein Freundschaftsspiel gegen Maccabi Berlin aus und besichtigten verschiedene Gedenkstätten, wie das Denkmal Ermordeter Juden in Europa, die Neue Wache und eine Synagoge. Daran schloss sich ein Gespräch mit dem Maccabi-Vorsitzenden Tuvia Schlesinger an. Auch die Bundestagsabgeordnete Dagmar Freitag diskutierte mit den B-Junioren über ihre Erfahrungen mit dem Thema „Ausländerfeindlichkeit“. Zudem setzte sich der Verein dafür ein, dass bei der dem Fußball gewidmeten Ausstellung „Kicker, Kämpfer, Legenden“ mehrere Texte und Exponate über das Schicksal von Julius Hirsch informierten. Schließlich veranstalteten die TuS Plettenberg im Juni das Fußballturnier „Julius-Hirsch-Cup 2007“, an dem auch eine Mannschaft von Maccabi Berlin teilnahm.

Lars Rosenkranz wurde von seiner Familie und den B-Junioren tatkräftig unterstützt.

www.tus-plettenberg.de

 

Julius Hirsch Preisträger 2006

"Dem Ball is' egal wer ihn tritt"



Schulaktion: Zeig dem Rassismus die Rote Karte

Die Initiative "dem ball is´ egal wer ihn tritt" organisierte während der FIFA WM 2006 antirassistische Streetkick-Turniere auf den von rund 18 Millionen Menschen besuchten FIFA Fanfesten. Darüber hinaus wurde bereits im Vorfeld der Weltmeisterschaft eine CD-Rom produziert, die das Thema Rassismus und Fremdenfeindlichkeit im Fußball gezielt für den Einsatz an Schulen und in Bildungseinrichtungen thematisiert. Die CD-Rom wird inzwischen in zahlreichen Schulen in Nordrhein-Westfalen im Unterricht eingesetzt. Zudem war die Initiative aus Gelsenkirchen maßgeblich an der Umsetzung der Aktion "Zeig dem Rassismus die Rote Karte" beteiligt, zu der die DFL Deutsche Fußball Liga und der DFB im Oktober anlässlich der internationalen Aktionswoche gegen Rassismus aufgerufen hatten.
 
Das Projekt hat seine Ursprünge im Umfeld der Schalker Faninitiative, die sich bereits 1992 nach rassistischen Vorfällen im Umfeld der Spiele gegründet hatte. Was als Unmutsäußerung gegenüber rassistischen Schmährufern begann, hat sich unter dem griffigen Titel "dem Ball is' egal..." als fester Bestandteil der antirassistischen Bildungsarbeit in Nordrhein-Westfalen etabliert. Seit März 2005 ist die Gelsenkirchener Initiative Mitglied der Kerngruppe des europäischen Netzwerkes FARE (Football against Racism in Europe).
 
Projektleiter der Initiative ist Bodo Berg.

Fan-Projekt Dortmund e.V.



BVB-Aktion: Kick Racism out

Das Fan-Projekt Dortmund e.V. gegen Fremdenfeindlichkeit und Rassismus wurde bereits 1988 gegründet und für seine sozialpädagogische Arbeit mit rechtsextremistischen jungen Männern 1994 vom damaligen NRW-Innenminister Herbert Schnoor besonders geehrt. Profispieler des Bundesligaklubs Borussia Dortmund wie Stéphane Chapuisat stellten sich für das Projekt "Kick Racism out" kostenfrei für ein Fotomotiv zur Verfügung - das entstandene Poster, auf dem die internationalen Spieler gemeinsam mit Kindern aus ihren Heimatländern abgebildet waren, fand reißenden Absatz. Große Begeisterung herrschte auch bei den Fanfesten rund um die Champions-League-Spiele der Borussia. Fröhlich vereint feierten hier die Anhänger der Borussia mit den Gäste-Fans aus ganz Europa.

Unter dem Motto "Kick racism out" standen während der FIFA WM 2006 eine Reihe von Maßnahmen des Fan-Projekts Dortmund, mit denen die Besucher aus aller Welt auf ein friedliches und tolerantes Turnier eingestimmt wurden. Integration statt Ausgrenzung ist auch das Motto des BVB-Lernzentrums. Angeregt von englischen Vorbildern richtete das Fan-Projekt Räume im Signal Iduna Park als Lernzentrum für benachteiligte Jugendliche ein, denen sich hier eine Chance bietet, durch das Erlernen wichtiger Sozialtechniken ihren Platz in der Gesellschaft zu finden. Die Anziehungskraft des Fußballs wird genutzt, die Kinder und Jugendlichen, die oft aus Migrantenfamilien kommen, für das Lernen zu begeistern. Das Zentrum ist bis Ende des Jahres ausgebucht.

"Gründungsväter" des Dortmunder Fan-Projekt sind Rolf-Arnd Marewski und Thilo Danielsmeyer.

www.fanprojekt-dortmund.de

 

Julius Hirsch Preisträger 2005

FC Bayern München



Auf dem DFB-Bundestag 2005 überreicht DFB-Präsident Dr. Theo Zwanziger (rechts) Karl-Heinz Rummenigge den Julius Hirsch Preis.

Der Julius-Hirsch-Preis wurde erstmals im Jahr 2005 vergeben. Die Auszeichnung ging an den FC Bayern München für die Ausrichtung eines Freundschaftsspiels der U 17-Mannschaft gegen eine israelisch-palästinensische Auswahl des „Peres Center for Peace“. 50 000 Schulkinder sahen diese ungewöhnliche Partie in München. Die mit dem Preis verbundenen 20 000 Euro gab der deutsche Rekordmeister an die israelische Kultusgemeinde in München weiter.

Karl-Heinz-Rummenigge, Vorstandschef des FC Bayern München, bedankte sich im Rahmen der Preisverleihung mit den Worten: "Wir sind über diese Auszeichnung genauso stolz und glücklich wie über unsere sportlichen Erfolge!"

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