18.07.2010 18:00 Nationalmannschaft
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Echte Freunde: Die Weltmeister von 1990 beim Wiedersehen im Europapark Rust |
Fußball spielen wie die Weltmeister – das konnten sie 1990, als sie in Italien den WM-Titel gewannen. Feiern wie die Weltmeister – das können sie noch immer. Zum Beispiel am vergangenen Wochenende, als sie sich zum Jubiläum der 20. Wiederkehr ihres Triumphs von Rom trafen.
Franz Beckenbauer und Wolfgang Niersbach riefen. Und immerhin 17 der 22 „Helden von Rom“ kamen, zum Teil wie ihr einstiger Teamchef mit Frau und Kindern, in den Europapark in Rust.
Von Aumann, Bein, Brehme, Buchwald, Häßler, Köpke, und Kohler über Littbarski, Matthäus, Mill, Möller, Pflügler und Reuter bis hin zu Riedle, Steiner, Thon und Völler. Dazu die Trainer Vogts, Osieck und Torwartcoach Maier sowie der gesamte Betreuerstab von damals.
Mannschaftliche Geschlossenheit als "Schlüssel zum Erfolg"
„Der Schlüssel zum Erfolg war unsere mannschaftliche Geschlossenheit. Diese tolle Gemeinschaft ist bis heute erhalten geblieben“, erklärte Lothar Matthäus, der seinerzeitige Kapitän. Ex-Teamchef Franz Beckenbauer präzisierte: „Aus der Zweckgemeinschaft, die damals nach Italien aufbrach, ist Freundschaft geworden.“
Italienisch war selbstverständlich Trumpf in dieser stimmungsvollen Nacht im Hotel „Colosseo“ des Europaparks. „Benvenuti“ rief DFB-Generalsekretär Niersbach, der den Abend in gewohnt lockerer Manier moderierte, den rund 100 Gästen, unter ihnen adidas-Chef Herbert Hainer und Mercedes-Repräsentantin Bettina Hausmann, in seiner Begrüßungsansprache entgegen.
Als besonderes Mitbringsel präsentierte Niersbach die Originalkopie des Weltpokals aus der Vitrine in der Frankfurter DFB-Zentrale. Vor 20 Jahren hatte er die Trophäe als damaliger DFB-Pressechef auf dem Rasen des Olympiastadions von Rom in seinen Händen halten dürfen.
„Una estate italiana“ weckt Erinnerungen an magische Nächte
Jetzt wohnten, speisten und feierten die Protagonisten von einst in italienischem Ambiente und ließen die großen Momente jenes fantastischen Sommers, dargestellt in einem ungemein gelungenen 30-minütigen Filmbeitrag, noch einmal Revue passieren.
„Una estate italiana“. Immer wieder erklang er, dieser mitreißende WM-Song von Gianna Nannini und Edouardo Bennato, der die magischen Nächte in Mailand, Turin und Rom wieder in Erinnerung rief. Selbstverständlich gab es Szenenapplaus, als Andres Brehmes entscheidender Elfmeter zum Sieg über Maradonas Argentinien im Finale von Rom über die Leinwand flimmerte.
„Diese 20 Jahre sind wie im Flug vergangen. Einer musste ja diesen Elfmeter schießen. Es ist schön, dass ich auch heute noch fast täglich darauf angesprochen werde im Restaurant oder am Flughafen. Und es ist fantastisch, dass wir eine so tolle Gemeinschaft geblieben sind“, erklärte der Matchwinner des Endspiels.
"Wir waren die beste Mannschaft"
Bis auf Bodo Illgner und Jürgen Klinsmann, die jetzt in den USA leben, sowie die beruflich verhinderten Thomas Berthold, Klaus Augenthaler und Günther Hermann waren alle gekommen ins südbadische Rust.
Wie damals in Italien so hatte auch jetzt im „Colosseo“ Franz Beckenbauer das eigentliche Sagen. „Wir wollten damals Weltmeister werden. Und wir sind verdient Weltmeister geworden, weil wir die beste Mannschaft waren.“
Beckenbauer erhält Goldmedaille zurück
Nostalgie pur war angesagt, als Wolfgang Niersbach die Goldmedaille, die Beckenbauer ihm damals nach der Siegerehrung geschenkt hatte, aus der Hosentasche zog und sie dem „Kaiser“ zurückgab, weil sie ihm nun einmal gehört. Der aber wollte sie zunächst gar nicht annehmen.
Als Niersbach die Trophäe dann aber an das neue DFB-Museum weiterreichen wollte, erhob Beckenbauer doch Einspruch: „Bevor die Medaille ins Museum geht, nehme ich sie lieber wieder selbst an mich.“
Zum Ende des Dinners griff schließlich Beckenbauers zehnjähriger Sohn Joel zur Trompete. Begleitet vom leisen Mitsingen seines Vaters ließ er den Beckenbauer-Hit der sechziger Jahre wieder lebendig werden: „Gute Freunde kann niemand trennen, gute Freunde sind nie allein.“
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Zurück zum Gold: Wolfgang Niersbach (l.) überreicht Franz Beckenbauer die Medaille |
Standing Ovations für Jogi Löw
Zu jenem Zeitpunkt zählte bereits Joachim Löw als besonderer Ehrengast zur Festgesellschaft. Als er gegen 22 Uhr, angereist aus dem nahen Wittnau bei Freiburg, zum Dessert den Saal betrat, erhoben sich die rund 100 Gäste von ihren Sitzen zu Standing Ovations. Die Weltmeister von 1990 applaudierten nach ihrem eigenen Verständnis dem Trainer des nächsten deutschen Weltmeisterteams.
Andreas Brehme nämlich brachte zum Ausdruck, wovon eigentlich alle an diesem Abend überzeugt waren: „Unsere Mannschaft greift mit Jogi Löw in den nächsten Jahren ganz oben an und wird, wie ich heute glaube, 2012 erst den EM-Titel und 2014 die Weltmeisterschaft gewinnen.“ Rudi Völler ergänzte: „Es wäre schade, wenn Jogi jetzt aufhören und sich damit die große Chance verbauen würde, einen großen Titel zu holen.“
Joachim Löw selbst sagte zu solchen Prognosen nichts und zu seiner Zukunft als Bundestrainer nichts Konkretes. Vielmehr genoss er die Party und wirkte entspannt: „Es ist schön, unter Freunden und Vertrauten zu sein.“ Damit sprach er allen und vor allem den Weltmeistern von 1990 aus dem Herzen.
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"Beste Förderung" | |
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"Eine tolle Truppe | |
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Wiedersehen in Rust |