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20.07.2010 15:00 Nationalmannschaft

Ein arbeitsreiches Wochenende

Vertragsverlängerung: Zwanziger mit Löw und Bierhoff (v.l.) in Frankfurt  © Bongarts/GettyImages
Vertragsverlängerung: Zwanziger mit Löw und Bierhoff (v.l.) in Frankfurt

Es war ein arbeitsreiches Wochenende für Wolfgang Niersbach. Gegen 14 Uhr am Samstag klingelte das Mobiltelefon des DFB-Generalsekretärs. Am anderen Ende der Satellitenleitung meldete sich Joachim Löw.

„Er hat mir in dem Gespräch die Bereitschaft signalisiert, dass er weitermachen möchte“, sagt Niersbach, der sich direkt für den nächsten Tag zu einem Treffen mit Löw verabredete. An einem „neutralen Ort“, ganz geheim, ganz ungestört.

Wochenlang war über die Vertragsverlängerung gesprochen, geschrieben und gemutmaßt worden. Am Ende ging alles ganz schnell. Nach dem persönlichen Gespräch wurden am Montag die Vertragsdetails geklärt. Am Dienstagvormittag traf man sich dann wieder im Büro des Generalsekretärs, um den ausgearbeiteten Vertrag zu unterschreiben und anschließend das Ergebnis öffentlich zu verkünden: Der DFB verlängert den Vertrag mit Trainer und dessen Team bis 2012.

"Ich freue mich für den deutschen Fußball"

„Ich freue mich für den deutschen Fußball, dass es uns gelungen ist, die wichtigsten Personalentscheidungen rund um die Nationalmannschaft so schnell und vertraulich zu lösen - genau so, wie wir es bereits vor der Weltmeisterschaft angekündigt haben“, sagt Dr. Theo Zwanziger.

Der DFB-Präsident würdigt vor allem die Art und Weise der Verhandlungen. Keine überzogenen Forderungen, keine unzumutbaren Bedingungen, kein langes Geschacher. „Es war sehr unkompliziert. Die Konditionen sind moderat und lassen sich mit einem gemeinnützigen Verein vereinbaren“, so Zwanziger.

Und Wolfgang Niersbach ergänzt: „Dieser Umgang miteinander zeigt, das unser Vertrauensverhältnis absolut in Ordnung ist.“

Sportliche Perspektive wichtig

Das sieht auch Joachim Löw so. Am Freitag hatte er sich mit seinem Trainerstab besprochen „und dabei festgestellt, dass alle mit großer Freude auf die nächsten zwei Jahre schauen. Die Motivation für eine weitere Zusammenarbeit war sehr groß.“

Für den Bundestrainer waren die sportlichen Perspektiven der jungen Mannschaft, die bei der WM in Südafrika mit Offensivfußball begeistert hatte, ein wichtiges Argument.

Ein anderes die Möglichkeiten, die ihm der DFB bietet. „Die Arbeitsbedingungen beim DFB sind optimal. Wir wurden immer unterstützt und gehört. Wir hatten immer viele Freiheiten und Möglichkeiten“, sagt Löw.

Führte die Verhandlungen: Niersbach  © Bongarts/GettyImages
Führte die Verhandlungen: Niersbach

Auch Bierhoff, Flick und Köpke bleiben

Das Unternehmen EM 2012 in Polen und der Ukraine wird der Bundestrainer mit seinem bestehenden Team angehen. Dazu gehört neben seinem Assistenten Hansi Flick und Torwarttrainer Andreas Köpke auch Oliver Bierhoff.

„Durch unsere Vertragsverlängerung ist für die beiden nächsten Jahre eine Fortsetzung unseres Kurses und damit Kontinuität garantiert. Es ist wichtig, dass alle an einem Strang ziehen“, sagt der Teammanager, der sich noch stärker auf seine Aufgaben bei der A-Mannschaft konzentrieren wird. Den administrativen Bereich der U 21-Nationalmannschaft wird DFB-Sportdirektor Matthias Sammer in Absprache mit Joachim Löw ausfüllen.

Lange Zeit zum Durchatmen bleibt dem Bundestrainer, der die Nationalspieler per SMS über seinen Verbleib informierte, nach der WM und der Vertragsverlängerung nicht. Am 11. August steht bereits das nächste Länderspiel in Dänemark an. „Joachim Löw hat in den vergangenen Jahren großartige Arbeit geleistet. Ich bin mir sicher, dass er diesen Weg fortsetzen wird“, sagt Dr. Theo Zwanziger. „Mein Vertrauen hat er dabei.“


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