05.12.2009 10:18 FIFA WM 2010
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Bunt und exotisch: Tänzerinnen bei Auslosung in Kapstadt |
Vuvuzelas und afrikanische Rhythmen erfüllen die Long Street. Die Bühnen werden abgebaut, doch Kapstadt feiert immer noch. "Bafana Bafana"-Rufe durchdringen immer wieder die Musik. Fahnen in den Nationalfarben überall, ein Autokorso schlängelt sich durch die City. Nicht einmal die schwere Gruppe der südafrikanischen Auswahl mit den Weltmeistern Frankreich (1998) und Uruguay (1930 und 1950) sowie den starken Mexikanern kann die blendende Laune Südafrikas in dieser Nacht eintrüben.
"Wir sind so stolz darauf, die WM auszurichten", lässt uns ein sichtbar angeheiterter Fan wissen. Der Promillegrad macht seine Aussage nicht weniger glaubwürdig. Am Fuße des Tafelbergs freuen sie sich, mit dem "Final Draw", der WM-Auslosung in Kapstadts Convention Center den Startschuss zum größten Sportereignis des Kontinents aller Zeiten gegeben zu haben. Zum größten Sportevent 2010 weltweit. In Kapstadt feiern sie sich selbst, sie feiern ihr Land, sie feiern eine afrikanische Nacht. DFB.de-Mitarbeiter Jörg Runde feierte mit.
Vergessen ist in diesem Moment das Verkehrschaos, das den Bewohnern noch bis zum Anpfiff der WM im Juni droht. Keine Rolle spielt die hohe Kriminalitätsrate in Kapstadt und im gesamten Land. Und es ist egal, welche Hautfarbe man hat. Die Nation feiert einfach. "Als Nelson Mandela seine Ansprache gehalten hat, hatten einige Tränen in den Augen", sagt Cynthia Marshall, Bedienung in der Bar Bronx. Ihrer Hoffnung, Südafrika werde ein friedliches afrikanisches Fußballfest feiern, stimmen alle aus vollem Herzen zu.
Die Zeremonie als Weckruf
Es scheint überhaupt so, als hätte die Zeremonie im Kapstädter Convention Center Südafrika aus einem tiefen WM-Schlaf geweckt. Pünktlich zur Auslosung hat am Kap die WM-Vorfreude begonnen.
Rund 2000 geladenen Gäste und mehr als 200 Millionen TV-Zuschauer in über 200 Ländern bekommen eine lebhafte Show geboten, die trotz des notwendigen Inszenierungs-Charakters einer solchen weltweiten Fernsehübertragung höchsten Unterhaltungswert hat. Im Mittelpunkt aller Filmbeiträge und Bühnendarbietungen steht immer die Schönheit Afrikas. Die Musikeinlagen von Johnny Clegg und Angélique Kidjo werden von Tänzern begleitet, denen man bei jeder Bewegung anmerkt, dass sie den Rhythmus des Kontinents im Blut haben.
Carol Manana führt locker und charmant durch den Abend. FIFA-Präsident Joseph S. Blatter gibt sich nur anfangs staatsmännisch, dann wird auch er von der Stimmung mitgenommen, parliert entspannt drauf los und sorgt für den Lacher des Abends, als er doppeldeutig sagt, es sei leicht sich in Südafrika zu verlieben. Sogar das Protokoll ignoriert Blatter, als er nach seiner ersten Ansprache nachfragt, wo denn noch mal das Eröffnungsspiel stattfindet.
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Fieberten mit: Charlize Theron und Jerome Vahlke |
Übereifrige Kritiker werden ihm vorwerfen, er habe sich schlecht vorbereitet. Dabei hat er nur alles ganz afrikanisch etwas lockerer genommen. WM-Touristen sollten sich diese Haltung früh zu eigen machen. Apropos locker: Als eine große Gruppe den aus den südafrikanischen Townships stammenden weltbekannten Song der 2008 verstorbenen südafrikanischen Musik-Legende Miriam Makeba anstimmt, singen einige der Ehrengäste mit, andere stehen auf und tanzten. Ungewöhnlich für ein Auditorium dieser Art.
Optischer Höhepunkt ist Oskar-Preisträgerin Charlize Theron. Sie versprüht während der Auslosungs-Zeremonie internationales Flair und natürlichen Glanz. Einfach zauberhaft.
Und locker plaudern kann Theron auch noch. Ob mit David Beckham oder dem Publikum. Theron hat sie alle verzaubert und in ihren Bann geschlagen. Am Ende verabschiedet sie die Gäste in eine afrikanische Nacht und fordert alle auf, ausgelassen zu feiern. Am besten mit Vuvuzelas und afrikanischen Rhythmen.
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