18.11.2009 23:37 FIFA WM 2010
![]() |
In Südafrika dabei: Trainer Otto Rehhagel und jubelnde Griechen |
Für Otto Rehhagel ist der WM-Traum im Alter von 71 Jahren in Erfüllung gegangen - und auch Frankreich, Portugal, Slowenien sowie Algerien haben zum Abschluss des Qualifikations-Marathons das Ticket für die Weltmeisterschaft 2010 in Südafrika gelöst.
Griechenland machte im 100. Länderspiel unter Rehhagel durch ein 1:0 (0:0) im Play-off-Rückspiel gegen die Ukraine in Donezk die zweite Endrunden-Teilnahme nach 1994 perfekt. Das Hinspiel endete vier Tagen zuvor 0:0.
Raul Meireles sichert fünfte WM-Teilnahme
Lange zittern musste Frankreich. Erst in der Verlängerung war beim 1:1 (1:0, 0:0) gegen Irland das Weiterkommen perfekt. Dabei bedurfte es aber eines irregulären Treffers. Vor dem Ausgleich von William Gallas hatte Thierry Henry den Ball klar mit der Hand gespielt (103.). Die Iren, die das Hinspiel 0:1 verloren hatten, waren durch Robbie Keane in Führung gegangen (33.).
Ebenfalls qualifiziert ist Portugal. Ohne seinen verletzten Superstar Cristiano Ronaldo erkämpfte sich der WM-Vierte von 2006 ein 1:0 (0:0) in Bosnien-Herzegowina und ist damit zum fünften Mal bei einer Endrunde dabei. Raul Meireles die Portugiesen mit seinem Treffer jubeln (56.).
Portugal ist damit nach 1966, 1986, 2002 und 2006 zum fünften Mal bei der WM dabei. Für Bosnien-Herzegowina, das erst seit 1992 eigenständig ist, ist der Traum von der ersten WM-Teilnahme geplatzt. Bei den Bosniern sah auch noch Sejad Salihovic die Gelb-Rote Karte (76.).
Rehhagel "mauert" sich zum Erfolg
Obwohl die Griechen nach dem 0:0 im Hinspiel unter Zugzwang waren, hatte Rehhagel wie erwartet auf seine bewährte Maurer-Taktik und eine Fünfer-Abwehrreihe gesetzt. Im Sturm vertraute der 71-Jährige bei seinem Jubiläum auf den Nürnberger Angelos Charisteas, der beim sensationellen EM-Triumph 2004 den Siegtreffer erzielt hatte, als einzige Spitze.
Der Leverkusener Theofanis Gekas, der mit sechs Toren in den letzten drei Gruppenspielen sein Team erst in die Play-offs geschossen hatte, kam erst im zweiten Durchgang zum Einsatz. Dafür avancierte Dimitrios Salpingidis zum Matchwinner. Der Mittelfeldspieler von Panathinaikos Athen vollendete nach einem Traumpass von Giorgios Samaras eiskalt.
Damit muss die Ukraine auf ihre zweite WM verzichten und kann sich nun bereits auf die gemeinsam mit Polen ausgetragene EM 2012 konzentrieren. Vor der WM 2002 in Japan und Südkorea hatte die Ukraine in den Play-offs gegen Deutschland (1:1 und 1:4) den Kürzeren gezogen, insgesamt scheiterten sie zum vierten Mal in den Entscheidungsspielen.
Slowenien schafft die Sensation
In Slowenien stand ein Bochumer Profi im Mittelpunkt. Zlatko Dedic, seit Saisonbeginn beim VfL, erzielte gegen Russland in der 44. Minute das goldene Tor für die Slowenen, die das Hinspiel mit 1:2 verloren hatten. Damit verpassten die Russen, bei denen auch noch Alexander Kerschakow wegen groben Foulspiels die Rote Karte (66.) und Juri Schirkow in der Nachspielzeit Gelb-Rot gesehen hatten (66.), wie schon 2006 die WM-Teilnahme.
In der Gruppenphase waren die Russen an Deutschland gescheitert. In Dortmund hatte es eine 1:2-Niederlage gegeben, das entscheidende Rückspiel in Moskau verloren die Russen 0:1. Slowenien war in seiner Gruppe hinter der Slowakei Zweiter geworden.
![]() |
WM-Traum noch geplatzt: Wolfsburg Edin Dzeko (l.) |
Algerien löst letztes Afrika-Ticket
Den letzten Endrunden-Platz in Afrika sicherte sich Algerien. Die Nordafrikaner gewannen durch einen Treffer des Bochumer Abwehrspielers Anthar Yahia im Entscheidungsspiel in der sudanesischen Hauptstadt Khartum gegen Ägypten mit 1:0 (1:0). Für Algerien ist es die dritte WM-Teilnahme nach 1982 und 1986.
Im Sudan traf Yahia in dem brisanten Duell, das nach den skandalösen Vorfällen aus dem Gruppenspiel zwischen beiden Teams am vergangenen Samstag von 15.000 Polizisten gesichert wurde, in der 40. Minute mit einem fulminanten Schuss aus spitzem Winkel unter die Latte. Über Krawalle wurde zunächst nichts bekannt, im Stadion hatten die Sicherheitskräfte die Lage unter Kontrolle.
Das Entscheidungsspiel war nötig geworden, nachdem beide Teams durch das 2:0 Ägyptens am vergangenen Samstag in Kairo in der Abschlusstabelle der Qualifikationsgruppe dieselbe Punktzahl und Tordifferenz aufgewiesen hatten.
Uruguay als letztes Land für WM qualifiziert
Der zweimalige Weltmeister Uruguay hat sich als letztes Land für die WM-Endrunde 2010 in Südafrika qualifiziert. Den "Urus" genügte in Montevideo im Play-off-Rückspiel im Duell des Südamerika- mit dem CONCACAF-Vertreter gegen Costa Rica ein 1:1 (0:0), um zum elften Mal das WM-Ticket zu lösen. Das Hinspiel hatte das Team von Trainer Oscar Tabarez 1:0 gewonnen.
Sebastian Abreu brachte die Gastgeber in der 70. Minute in Führung, Kapitän Walter Centeno konnte für Costa Rica nur noch ausgleichen (74).
|
|
Die Qualifikation | |
|
|
FIFA WM 2010 |