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05.11.2009 11:44 U 17-WM 2009

Gedrückte Stimmung nach WM-Aus gegen Schweiz

Enttäuscht: Reinold Yabo  © FIFA via Getty Images
Enttäuscht: Reinold Yabo

Freud und Leid lagen gestern nicht nur auf dem Rasen des Stadions in Lagos nahe beieinander. Während die deutsche Auswahl gedrückt und schweigend beim Essen saß, wurde im Saal nebenan lautstark der Sieg der Eidgenossen gefeiert.

Der Traum vom Titel bei der U 17-WM in Nigeria ist für die deutsche Junioren-Nationalmannschaft nun endgültig vorbei. Nach beherztem Kampf und zweimaligem Ausgleich in der regulären Spielzeit musste sich das Team von DFB-Trainer Marco Pezzaiuoli nach Verlängerung der Schweiz mit 3:4 geschlagen geben.

"Fantastisches Fußballspiel" ohne Happy-End

"Wir sind natürlich enttäuscht über das Ausscheiden. Die Mannschaft ist zwar zweimal zurückgekommen, aber am Ende haben wir zu viele Gegentore bekommen. Das gesamte Defensivverhalten war nicht ausreichend, um in die nächste Runde zu kommen", bilanzierte Pezzaiuoli.

Der Schweizer Trainer Dany Ryser erklärte: "Es war ein ereignisreiches und spektakuläres Duell für die Zuschauer, die ein fantastisches Fußballspiel zu sehen bekommen haben. Das Ergebnis ist logisch und verdient, denn wir waren die bessere Mannschaft."

"Die Enttäuschung bei allen ist natürlich groß"

In der regulären Spielzeit hatten der Dortmunder Mario Götze (39.) und der Bremer Florian Trinks (78.) die deutsche Mannschaft zweimal zurück ins Spiel gebracht, nachdem die Eidgenossen durch Ricardo Rodriguez (35.) und Haris Seferovic (49.) jeweils in Führung gegangen waren.

In Lagos machten die Schweizer in der Verlängerung durch Treffer von Andre Goncalves (101.) und Nassim Ben Khalifa (116.) per Foulelfmeter das Weiterkommen perfekt. Der Anschlusstreffer durch Yunus Malli (118.) kam zu spät.

"Die Enttäuschung bei uns allen ist jetzt natürlich groß. Man weiß erstmal nicht, wie man damit umgehen soll. Wir haben ein unglückliches Turnier gespielt, trotzdem muss es jetzt auch wieder weitergehen", sagt Florian Trinks nach dem Ausscheiden.

WM-Traum vorbei: Marco Pezzaiuoli  © Bongarts/GettyImages
WM-Traum vorbei: Marco Pezzaiuoli

Thy: "Sind noch alle ziemlich geknickt"

"Wir sind jetzt alle noch ziemlich geknickt, obwohl es direkt nach Schlusspfiff noch schlimmer war. Irgendwie lief das Turnier von Anfang an nicht richtig gut für uns. Die Mannschaft hat sich das anders vorgestellt", so der Bremer Lennart Thy, der wie Götze drei WM-Tore erzielt hat.

Für das deutsche Team stand am Donnerstag lediglich eine Abschlusseinheit im Garten des Teamhotels in Lagos auf dem Programm. Um 23.05 Uhr war das Abenteuer Weltmeisterschaft in Nigeria endgültig vorbei: Da ging es mit der Lufthansa-Maschine direkt nach Frankfurt.

"Es waren nicht unsere Spiele bei dieser Weltmeisterschaft", erklärte Kapitän Reinhold Yabo. "Unser Selbstvertrauen wurde von der ersten Partie an geschwächt. Das Glück war dieses Mal nicht auf unserer Seite. Wir haben aber eine wichtige Erfahrung für die Zukunft gemacht."


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