Dopingkontrolle

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Anträge auf eine Medizinische Ausnahmegenehmigung zu therapeutischen Zwecken
(Standard- und Abgekürztes Verfahren)

Im Folgenden sind die wichtigsten Informationen zur Beantragung einer Medizinischen Ausnahmegenehmigung, die unbedingt beachtet werden müssen, aufgeführt.

Ein Antrag auf eine TUE kann prinzipiell nur bei einer Instanz gestellt werden. Das heißt, dass für einen auch international tätigen Spieler der Antrag nur bei dem internationalen Fachverband gestellt werden kann, nicht aber auch gleichzeitig bei der NADA.

Bezüglich der Beantragung der Standard-TUE (= TUE 1) sollte beachtet werden, dass hier eine ausführliche Krankengeschichte einschließlich Befunden, ärztlicher Diagnose und erforderlicher Medikation eingereicht werden muss. Dieser Antrag ist generell mindestens 21 Tage vor dem nächsten Wettkampf zu stellen.

GLUKOKORTIKOIDE (KORTISON)

Nicht-systemisch oder inhalativ

Nicht-systemische Anwendungen wie Injektionen in große Gelenke, an Sehnen oder Muskelansätze sowie auch die inhalative Anwendung von Glukokortikoiden müssen ab dem 1.1.2011 nicht mehr im Vorfeld über eine "Erklärung zum Gebrauch" (Declaration of Use) bei der NADA angezeigt werden. Ihr Einsatz muss aber auf dem Doping-Kontrollformular erwähnt werden. Weitere Hinweise finden Sie auch unter 'Neues für 2011 auf der Website der NADA.

Dermale und lokale Anwendung

Die dermale Anwendung = auf der Haut und die lokale Anwendung von Glukokortikoiden an den Augen, im Gehörgang, in der Mundhöhle und in der Nase muss nicht bei der NADA angezeigt werden.

ACHTUNG: Die Einnahme bzw. Anwendung von Glukokorticoiden („Kortison“) muss bei einer Dopingkontrolle unbedingt auf dem Kontrollformular angegeben werden! Wird dies versäumt, kann bei Nachweis einer solchen Substanz ggf. eine Sanktion ausgesprochen werden.

Ausnahmegenehmigung für inhalative Beta-2-Agonisten

Die Substanzen Salbutamol und Salmeterol müssen ab dem 01.01.2011 nicht mehr im Vorfeld über eine "Erklärung zum Gebrauch" (Declaration of Use) bei der NADA angezeigt werden. Ihr Einsatz muss aber auf dem Doping-Kontrollformular erwähnt werden. Salbutamol darf allerdings nur bis zu einer maximalen Dosis von 1600 µg pro 24 h (je nach Präparat bis zu 8 Hübe bzw. bis zu 16 Hübe am Tag) angewandt werden.

Alle anderen Beta-2-Agonisten sind zunächst jederzeit verboten. Hierzu gehören z.B. die Substanzen Formoterol, Terbutalin, Fenoterol oder Reproterol. Je nach Testpoolzugehörigkeit bzw. Inlands- oder Auslandsstart muss ein Antrag auf Medizinische Ausnahmegenehmigung (englisch: Therapeutic Use Exemption = TUE) mit einer vollständigen Krankenakte oder ein Attest vorliegen. Die WADA verlangt dazu klar definierte Befunde und medizinische Unterlagen. In einem Antrag auf eine Medizinische Ausnahmegenehmigung (TUE) muss der Nachweis erbracht werden, dass eine Behandlung mit Salbutamol oder Salmeterol nicht möglich oder sehr nachteilig ist.

Medizinische Ausnahmegenehmigung

Angehörige des RTP und NTP (Internationaler und nationaler Testpool) müssen vor der Anwendung Substanzen oder Methoden, die einem entsprechenden Verbot in der aktuellen Dopingliste unterliegen, einen vollständigen TUE-Antrag einreichen. Dazu gehören
- ein ausgefülltes Antragsformular und ein ausführlicher Bericht (s. Fußnote Antrag) zu der Erkrankung mit Vorgeschichte
- aussagekräftige Befunde (im Falle eines Antrags auf Bronchospasmolytika - sog. beta-2-Mimetika - einschließlich einer aussagekräftigen Lungenfunktionsprüfung, Bronchospasmolyse oder Provokation)
- die geplante Dosierung in mg oder µg
- die erwartete Behandlungsdauer sowie
- die Begründung, warum keine andere Therapie möglich ist.

Angehörige des ATP (Allgemeiner Testpool) brauchen keinen Antrag zu stellen, müssen aber nach einer positiven Kontrolle ihre Krankenakte vorlegen (Kriterien s.o.). Sie erhalten dann eine retroaktive = rückwirkende Ausnahmegenehmigung, wenn alle Unterlagen aussagekräftig und in Ordnung sind. Die Zusammensetzung dieser Akte ist von der WADA genau definiert. ATP-Sportler, die Beta-2-Agonisten einsetzen, können ihre Unterlagen gerne durch die NADA prüfen lassen.

Kurzinfusionen nicht mehr ohne TUE möglich

Aus aktuellem Anlass ergeben sich schärfere Bestimmungen für Infusionen. Darauf weist die NADA insbesondere die im Spitzensport tätigen Ärzte hin.Danach dürfen auch Infusionen in kleinen Dosen (so genannte Kurzinfusionen) nur mit vorher erteilter medizinischer Ausnahmegenehmigung (TUE) verabreicht werden, auch wenn die Menge unter 50 ml liegt und die Substanz grundsätzlich erlaubt ist.

Im Rahmen eines Krankenhausaufenthalts sind Kurzinfusionen sowie Infusionen erlaubter Substanzen weiterhin rechtmäßig.

Die Welt Anti-Doping-Agentur (WADA) weist in diesem Zusammenhang explizit darauf hin, dass weiterhin nur intravenöse Injektionen mit einer Spritze über eine Nadel oder über Butterfly zugelassen sind. Generell darf dabei die Gesamtmenge 50 ml auch bei erlaubten Substanzen nicht überschreiten.

Den Artikel der NADA finden Sie hier.

Der TUE-Standard ist entsprechend angepasst worden. Dieses Dokument finden Sie hier.

Informations-Material zum Download

Die aktuelle WADA-Liste verbotener Wirkstoffe und verbotener Methoden sowie die Broschüre der Nahrungsergänzungsmittel erhalten Sie hier zum Download.

Weitere Informationsquellen

Die allgemeine Homepage der NADA mit Infos rund um das Thema Anti-Doping
Die mobile Homepage der NADA, die jederzeit vom Handy aus zu erreichen ist
Für Athletinnen und Athleten bietet die NADA die Plattform High Five an
Die Website für Trainerinnen und Trainer
Die Medikamentendatenbank zum nachblättern
Die Seite mit Materialien für Lehrkräfte
Eine Website für Schülerinnen und Schüler mit Infos für Referate
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