Christoph Metzelder

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Bolzplatz als Sprungbrett zur Bundesliga



Erfolgs-Duo: Die Christoph Metzelder (l.) und Sebastian Kehl waren sowohl 2002 beim Erreichen der Vize-Weltmeisterschaft als auch bei der WM 2006, als das DFB-Team Platz drei belegte, im Kader der deutschen Nationalmannschaft

Am Anfang dachte Christoph Metzelder (22) an einen Scherz: "Wo ist die Versteckte Kamera?" Doch bei dem Anrufer, der eines Morgens in seinem Elternhaus in Haltern durchklingelte, handelte es sich wirklich um Bernd Krauss, damals Trainer von Borussia Dortmund. "Ich war völlig perplex", verrät Metzelder, "ich konnte es erst gar nicht glauben." Dann ging es ganz schnell: Der Regionalliga-Spieler von Preußen Münster wurde Profi. Doch so überraschend wie der erste Kontakt mit dem Traditionsklub aus dem Ruhrgebiet zustandekam, erfolgte diese Entwicklung - Fußball als Beruf - nicht.

Der Gymnasiast, der bis zur B-Jugend beim TuS Haltern, ein Jahr bei Schalke 04 ("eine absolute Katastrophe") und schließlich in Münster in die Lehre ging, stellte die Weichen früh. Jede freie Minute verbrachte er auf dem Bolzplatz. Anfänglich nur, um Spaß zu haben. "Mit 15, 16 Jahren", sagt er, " muss dann eine Entscheidung fallen, ob du mit allen Konsequenzen alles aus dir rausholen willst, oder ob du Fußball weiter als Hobby betrachtest."



Auf der Erfolgswelle. Mehr als 750.000 Fans feierten die deutschen Nationalspieler am 9. Juli beim Empfang auf der Fan-Meile am Brandenburger Tor in Berlin. Zuvor hatten die Spieler – wie hier Sebastian Kehl, Christoph Metzleder, Lukas Podolski und David Odonkor – beim WM-Turnier die Fans mit tollem Offensivfußball.

Mit dem Fleiß und der Zielstrebigkeit, die ihn noch heute prägt, nahm Metzelder seine Karriere in Angriff. Das hieß in jungen Jahren vor allem eines: Verzicht. Wenn seine Freunde feierten und die Nacht zum Tage machten, winkte er ab. Oder ging früh nach Hause. Weil er am nächsten Tag Training, einen Lehrgang oder ein Spiel hatte. "Dieses Denken war bei mir schon relativ früh vorhanden", erzählt er, "anfangs bin ich dafür belächelt worden." Metzelder war es egal. Er wusste: Es kommt auf Arbeit, Disziplin und Ehrgeiz an. "Daran scheitern große Talente oft."

Er nicht. In Dortmund setzte er schon früh die ersten Ausrufezeichen. Schnell verlängerte der BVB den bis 2003 ausgehandelten Vertrag um zwei Jahre. Schon im August 2001 debütierte Metzelder, der zuvor nur einmal bei einem Kurzeinsatz in der U 18 aufgefallen war (0:4 gegen Italien) in der A-Nationalmannschaft (beim 5:2 in Ungarn), zehn Monate später war er Vize-Weltmeister. Mit allen Wassern gewaschen ist er deshalb nicht: "Mir ist klar, dass ich noch vieles lernen muss. Mit jedem Spiel, mit jedem Training werde ich mehr Erfahrung sammeln."

Video-Portrait von Christoph Metzelder


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