Arne Friedrich

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"Ich habe als Stürmer angefangen"



Der Berliner Arne Friedrich ist eine zuverlässige Stütze der deutschen Abwehr

Natürlich wollte Arne Friedrich kein Verteidiger werden. Natürlich hat es ihn als Jugendlichen viel mehr fasziniert, dort vorne zu stehen, wo man Tore schießen kann. Und nicht dort hinten, wo man welche verhindern muss. "Ich habe als Stürmer angefangen, damals in der F- oder E-Jugend beim FC Bad Oeynhausen. Aber über die Jahre bin ich immer mehr zurückgerutscht. Erst ins Mittelfeld, das war in der C-Jugend, und dann in die Verteidigung. Nur ins Tor habe ich es nie geschafft."

Zurück gehen, um vorwärts zu kommen. Kein schlechtes Rezept im Falle von Arne Friedrich. Schließlich ist jede Reise nur dann gelungen, wenn man sich am Ziel wohlfühlt. Und das gilt zweifellos für den offensivstarken Nationalverteidiger. "Egal ob in der Innenverteidigung oder auf der rechten Außenbahn, das sind meine Positionen." Die linke Seite wäre "wohl noch nichts" für den 24-Jährigen, aber genau daran arbeitet er intensiv und gibt eines seiner Erfolgsrezepte preis. "Immer versuchen, die Schwächen zu verbessern. Ich konzentriere mich eben in den Trainingseinheiten darauf, den Ball mit links anzunehmen und zu spielen. Oder ich übe Kopfbälle, weil ich auch da der Meinung bin, noch besser werden zu können."



Berlins Nationalspieler Arne Friedrich (l.) im Duell mit Cacau

Angefangen hat das alles auf dem Bolzplatz. 500 Meter vom Elternhaus in Oberbecksen, einem Stadtteil von Bad Oeynhausen. "Ich war jede freie Minute dort. Wir hatten sogar echte Tore, auch wenn die Netze oft eingesammelt wurden, weil sie zu oft kaputt gingen. Aber wir waren eine Clique, die sich gleich nach der Schule getroffen hat und dann haben wir gespielt bis es dunkel wurde."

In diesem Punkt will Arne Friedrich kein Vorbild sein. Aber die Schule, angefangen von der Grundschule Rehme-Oberbecksen und dann später die Realschule, war nie sein Ding. Fußball schon. Aber der Junge aus Ostwestfalen ist immer bodenständig geblieben. Die ersten sechs Stationen seines Kickerlebens liegen exakt in einem Radius von 57 Kilometern um Bad Oeynhausen herum. Der erwähnte FC, dann der TuS Lohe, der SC Herford, der FC Gütersloh, der SC Verl und Arminia Bielefeld. "Das war nur zum Teil geplant", erinnert sich Friedrich, "es gab auch andere Anfragen. Aber ich konnte mich in Gütersloh, Verl und vor allem in der Zweiten Liga in Bielefeld perfekt entwickeln."

So perfekt, dass er nach seinem Wechsel zu Hertha BSC Berlin - immerhin 360 Kilometer von Bad Oeynhausen entfernt - sofort durchstartete. 33 Bundesliga-Einsätze in der Debütsaison im Oberhaus, dazu zehn Länderspiele - mehr absolvierte kein Nationalspieler in der Saison 2002/2003.

So ist das. 500 Meter entfernt von zu Hause fängt die Fußballerkarriere auf einem Bolzplatz an. Und irgendwann spielen Entfernungen wie 626 Kilometer (Bad Oeynhausen-München), 1021 Kilometer (Bad Oeynhausen-Manchester) oder 1990 Kilometer (Bad Oeynhausen-Madrid) eine Rolle.

Video-Portrait Arne Friedrich


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