Sebastian Deisler

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Erstes Tor gegen Wittlingen



Sebastian Deisler verfügt über eine überragende Technik

In der Familien-Chronik der Deislers wird noch gestritten. Ob das erste Wort des Sprösslings "Balla" oder "Mama" war. Unstrittig ist, dass Filius Sebastian Toni im zarten Alter von zwei Jahren seinen ersten Ball geschenkt bekam. Und dass der Sohn die Nerven der Familie mit seinen Übungsstunden im Wohnungsflur und im häuslichen Hof auf eine harte Probe stellte. Nachdem Telefon und Lampen Schaden genommen hatten, wusste Papa Deisler einen Ausweg. Der Bub sollte in einen Fußball-Verein. Fortan marschierten Vater und Sohn gemeinsam zum FV Turmringen, wo Deisler senior die E-Jugend trainierte. Dumm nur, dass Deisler junior eigentlich noch viel zu jung war.

Doch von einer F-Jugend oder Bambini, wie sie heute zur Standardstruktur jedes Klubs gehören, war Anfang der achtziger Jahre in Lörrach noch nichts zu sehen. Also begann die Karriere des Sebastian D. in der Warteschleife. "Ich war der Kleinste, der Schmächtigste und der Jüngste", erinnert sich der Nationalspieler. Vier Jahre tummelte er sich in der E-Jugend. Damit nicht genug. "In den ersten zwei Jahren habe ich nur trainiert."



Sebastian Deisler im Nationalmannschafts-Trikot

Dann hatte der Papa ein Einsehen. Im seinem allerersten Spiel durfte der Sohn für fünf Minuten ran, dann für acht, manchmal sogar für zehn. Glücksmomente als Kind – Sebastian Deisler kann sich heute noch erinnern. "Mein erstes Tor habe ich gegen Wittlingen erzielt, am Ende haben wir gewonnen." Und stolz war er. "Ob Zuhause oder in der Schule – das Tor habe ich in den nächsten Tagen allen genau geschildert."

Sein außerordentliches Talent fiel sofort auf. Über TuS Lörrach-Stetten landete er als schnell beim FV Lörrach. Fußball war nie Last, Fußball war immer Lust. "Von der Schule sind wir nach Hause, den Ranzen in die Ecke, schnell gegessen und runter zum Fußballspielen."

Rezepte für den Nachwuchs hat er nicht. Bei ihm habe sich immer ein Schritt nach dem nächsten ergeben. Das Ziel war, besser zu werden. Etwa im Jonglieren mit dem Ball. Oder mit Tricks, um am Gegner vorbeizukommen. Oder beim Schießen aufs Tor. Aber es gibt einen Schlüssel. "Wenn man Jugend-Fußballer zwingt, ist das immer schlecht", sagt Sebastian Deisler. "Das Wichtigste ist Spaß. Hat man Spaß, kommt der Rest von allein."

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