Volland hofft auf "Sahnetag gegen Bayern"

Saisonstart in Liga und Pokal verpatzt

Das Spiel gegen die Bayern ist auch eine Möglichkeit, einen verkorksten Saisonstart vergessen zu machen. Im DFB-Pokal ist die TSG in der ersten Runde bei 1860 München ausgeschieden - in Vollands Universum darf hinzugefügt werden: ausgerechnet -, in der Bundesliga setzte es in Leverkusen eine 1:2-Niederlage. Das Spiel bei Bayer hat mehrere Erkenntnisse gebracht, darunter auch positive, etwa diese: "Dass wir 40 Minuten sehr gut Fußball gespielt haben."

Nun weiß nicht nur Sepp Herberger, dass ein Fußballspiel schon oberhalb der E-Jugend mehr als 40 Minuten dauert. Und deswegen räumt Volland in einem Interview auf der Internetseite der TSG ein, "dass das aber in der Bundesliga eben nicht reicht. Wir müssen 90 Minuten abliefern." Vollands Schlussfolgerung ist simpel, bei der TSG, sagt er, habe man noch viel Arbeit. Denn für Hoffenheim waren es nicht nur ein paar Minuten zu viel. "Es waren auch ein paar Fehler zu viel, vor allem im Spiel nach vorne beim letzten oder vorletzten Ball."

Volland: "Ich bin noch nicht bei 100 Prozent"

Volland ist 23 Jahre alt, trotz seiner Jugend hat er schon viel Erfahrung, er hat in seiner Karriere schon viel erlebt. Dazu gehören seine Einsätze im A-Team, drei sind es mittlerweile, dazu gehört die Zeit 2014 im Trainingslager des späteren Weltmeisters in Südtirol. Volland war schon sehr früh sehr weit - und er hat sich nie gescheut Verantwortung zu übernehmen. Die deutsche U 21-Nationalmannschaft hat er als Kapitän zur Europameisterschaft in Tschechien geführt, und auch bei der TSG ist Volland mittlerweile wichtiger Ansprechpartner für die ganz jungen Spieler. In dieses Bild fügt sich, dass Volland bei der Kritik am Saisonstart zuerst in den Spiegel schaut. "Das waren nicht meine besten Spiele. Ich bin noch nicht bei 100 Prozent. Das ist mir bewusst."

Volland hat mit der Erfahrung aber genug Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten bekommen, um nach zwei nicht optimalen Spiele nicht panisch zu werden. Zumal es gute Gründe für seine Leistungsdelle gibt. Er sagt auf der Vereinshomepage: "Ich mache mich nicht verrückt. Ich gebe im Training weiterhin Vollgas, und dann komme ich wieder da hin, wo ich hin will. Meine Vorbereitung war nach der U 21-Europameisterschaft recht kurz, das spüre ich noch. Aber ich merke auch in jedem Training, dass mir immer mehr Dinge gelingen und die Spritzigkeit zurückkehrt."

Rechtzeitig vor dem Spiel gegen den FCB nähert sich Volland wieder seiner Topform. Er weiß um die Größe der Aufgabe - schon vor dem Spiel aufgeben, kommt für ihn aber nicht in Frage. "Die Bayern sind eine der besten Mannschaften Europas", sagt er. Und hofft dennoch auf einen Triumph in seinem 101. Bundesligaspiel: "Wir wollen im Idealfall für eine Überraschung sorgen, aber das wird - wie immer gegen den FC Bayern - sehr, sehr schwer. Wir brauchen einen absoluten Sahnetag, um etwas zu holen."

[sl]


Regelmäßig stellt DFB.de einen Spieler des A-Teams vor, für den am Wochenende Außergewöhnliches ansteht. Heute: Kevin Volland, der mit 1899 Hoffenheim am Samstag (ab 15.30 Uhr, live bei Sky) auf Meister FC Bayern München trifft.

Zugegeben, zuletzt wurden zwei Gelegenheiten verpasst, aus der Anzahl der Bundesligaspiele von Kevin Volland eine besondere Note zu generieren. Am 34. Spieltag der vergangenen Saison stand Volland im Spiel gegen den Hauptstadtklub auf dem Rasen, die Partie gegen Hertha BSC war sein 99. Einsatz in der höchsten deutschen Spielklasse. 99 - und ein Spieler von 1899, daraus hätte sich etwas stricken lasen. Ganz ohne Nadel hat Volland also vor einer Woche Jubiläum gefeiert. Im Spiel bei Bayer Leverkusen lief der Nationalspieler zum 100. Mal in der Bundesliga auf, und das ist durchaus eine Erwähnung wert. Zumal für einen Spieler, der erst 23 Jahre alt ist.

Am Wochenende steht für Volland das nächste Bundesligaspiel an. Und auch diese Paarung hat für ihn einen speziellen Reiz. Durchaus auch aufgrund der Ziffern. 101, das ist keine Zahl wie jede andere. Bei der Geburt eines königlichen Thronfolgers werden 101 Salutschüsse abgegeben, Dalmatiner verbinden mit der 101 positive Emotionen, ganz anders als Leser von George Orwells Roman 1984, die die Angst in Raum 101 verorten. Außerdem ist die 101 die natürliche Zahl zwischen 100 und 102, und das können nicht viele Zahlen von sich behaupten.

Bei Spielen gegen Bayern: Vom Fußballprofi zum Reiseunternehmer

Aber auch abseits Absurdistans wartet für Volland am Wochenende kein Spiel wie jedes andere. Es geht gegen die Bayern, es wartet also ein Highlight auf Hoffenheim, für Volland zumal. Schließlich stammt der Nationalspieler aus dem Allgäu, außerdem hat er als Ex-Löwe immer noch blaues Blut in seinen Adern.

Für die gesamte Familie Volland und deren Umfeld gehören Spiele gegen den Rekordmeister jeweils zu den gesellschaftlichen Höhepunkten der Saison. Und Kevin Volland mutiert im Vorfeld vom Fußballprofi zum Reiseunternehmen. Der Bild hat er erzählt, wie das für gewöhnlich abläuft: "Die letzten Jahre habe ich immer einen Bus organisiert. Da kamen immer Fans und Freunde mit. Diesmal sind es zehn bis 15 Leute - Eltern, Schwester, Tante, die ganze Familie."

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Saisonstart in Liga und Pokal verpatzt

Das Spiel gegen die Bayern ist auch eine Möglichkeit, einen verkorksten Saisonstart vergessen zu machen. Im DFB-Pokal ist die TSG in der ersten Runde bei 1860 München ausgeschieden - in Vollands Universum darf hinzugefügt werden: ausgerechnet -, in der Bundesliga setzte es in Leverkusen eine 1:2-Niederlage. Das Spiel bei Bayer hat mehrere Erkenntnisse gebracht, darunter auch positive, etwa diese: "Dass wir 40 Minuten sehr gut Fußball gespielt haben."

Nun weiß nicht nur Sepp Herberger, dass ein Fußballspiel schon oberhalb der E-Jugend mehr als 40 Minuten dauert. Und deswegen räumt Volland in einem Interview auf der Internetseite der TSG ein, "dass das aber in der Bundesliga eben nicht reicht. Wir müssen 90 Minuten abliefern." Vollands Schlussfolgerung ist simpel, bei der TSG, sagt er, habe man noch viel Arbeit. Denn für Hoffenheim waren es nicht nur ein paar Minuten zu viel. "Es waren auch ein paar Fehler zu viel, vor allem im Spiel nach vorne beim letzten oder vorletzten Ball."

Volland: "Ich bin noch nicht bei 100 Prozent"

Volland ist 23 Jahre alt, trotz seiner Jugend hat er schon viel Erfahrung, er hat in seiner Karriere schon viel erlebt. Dazu gehören seine Einsätze im A-Team, drei sind es mittlerweile, dazu gehört die Zeit 2014 im Trainingslager des späteren Weltmeisters in Südtirol. Volland war schon sehr früh sehr weit - und er hat sich nie gescheut Verantwortung zu übernehmen. Die deutsche U 21-Nationalmannschaft hat er als Kapitän zur Europameisterschaft in Tschechien geführt, und auch bei der TSG ist Volland mittlerweile wichtiger Ansprechpartner für die ganz jungen Spieler. In dieses Bild fügt sich, dass Volland bei der Kritik am Saisonstart zuerst in den Spiegel schaut. "Das waren nicht meine besten Spiele. Ich bin noch nicht bei 100 Prozent. Das ist mir bewusst."

Volland hat mit der Erfahrung aber genug Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten bekommen, um nach zwei nicht optimalen Spiele nicht panisch zu werden. Zumal es gute Gründe für seine Leistungsdelle gibt. Er sagt auf der Vereinshomepage: "Ich mache mich nicht verrückt. Ich gebe im Training weiterhin Vollgas, und dann komme ich wieder da hin, wo ich hin will. Meine Vorbereitung war nach der U 21-Europameisterschaft recht kurz, das spüre ich noch. Aber ich merke auch in jedem Training, dass mir immer mehr Dinge gelingen und die Spritzigkeit zurückkehrt."

Rechtzeitig vor dem Spiel gegen den FCB nähert sich Volland wieder seiner Topform. Er weiß um die Größe der Aufgabe - schon vor dem Spiel aufgeben, kommt für ihn aber nicht in Frage. "Die Bayern sind eine der besten Mannschaften Europas", sagt er. Und hofft dennoch auf einen Triumph in seinem 101. Bundesligaspiel: "Wir wollen im Idealfall für eine Überraschung sorgen, aber das wird - wie immer gegen den FC Bayern - sehr, sehr schwer. Wir brauchen einen absoluten Sahnetag, um etwas zu holen."