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Amateurfußball-Engagement des DFB

Wie ist der Amateurfußball im deutschen Fußball aufgebaut?

Aufbau und Struktur des deutschen Fußballs gleichen einer Pyramide. An deren Spitze stehen die Nationalmannschaften, getragen werden sie von einer riesig großen Basis: Rund 6,9 Millionen Mitglieder verzeichnen die circa 25.000 Vereine in ganz Deutschland. Sie verteilen sich auf 21 Landesverbände, die wiederum den fünf Regionalverbänden zugeordnet sind. Der Verband ist dementsprechend in einer föderalen Struktur organisiert. Für den DFB und seine Regional- und Landesverbände gilt es, Woche für Woche knapp 165.000 Mannschaften im wahrsten Sinne des Wortes ins Spiel zu bringen. Pro Saison werden 1,4 Millionen Fußballspiele in Deutschland im offiziellen Spielbetrieb absolviert. Sie werden über das DFBnet verwaltet und über FUSSBALL.DE abgebildet.

Welche Bedeutung hat der Amateurfußball für den DFB?

In den Fußballvereinen an der Basis ist die Seele des Fußballs zu Hause. Es ist der Ort, an dem die Begeisterung für den Fußball geweckt und die Voraussetzung für den professionellen Spitzenfußball mit all seinen Fans geschaffen wird. Jede kleine oder große Fußballkarriere nimmt in einem Amateurverein ihren Anfang. Wer sich heute nicht um den Fortbestand der Fußballvereine an der Basis und die Talentförderung in jungen Jahren kümmert, gefährdet langfristig den Erfolg des gesamten Fußballs. Profifußball und Amateurfußball hängen deshalb gegenseitig voneinander ab. Nichts ist daher für den Fußball in Deutschland wichtiger als ein solidarisches Miteinander von Profi- und Amateurfußball.

Welche Kampagne lenkt die Aufmerksamkeit auf die Amateure?

Ein ganz klares Statement ist die Amateurfußballkampagne „Unsere Amateure. Echte Profis.“. Sie verschafft den 1,7 Millionen Ehrenamtlichen den Respekt, den sie verdienen. Sie zollt den Spielern sowohl Anerkennung als auch Aufmerksamkeit für ihr Engagement und ihre Leistung. Sie verdeutlicht die gesellschaftliche Kraft des Amateurfußballs – beispielsweise bei Themen wie Integration, Fairplay und Wertevermittlung.

Unterstützt der DFB die Amateurvereine finanziell?

Eine unmittelbare finanzielle Unterstützung einzelner Amateurvereine ist auch aus rechtlichen Gründen im Zusammenhang mit der Gemeinnützigkeit des Verbandes nicht möglich. Der DFB unterstützt die Landes- und Regionalverbände wirtschaftlich und auf inhaltlicher Ebene. Dies auch mit der klaren Zielstellung, um Kosten und Aufwände der Vereine zu senken und Synergien zu schaffen.

Wie unterstützt der DFB die Landes- und Regionalverbände?

Auf dem DFB-Bundestag in Erfurt im November 2016 wurde beschlossen, die direkte finanzielle Förderung der Landesverbände von bisher fünf auf zukünftig acht Millionen Euro jährlich zu erhöhen. Diese Gelder sind an die Erfüllung gemeinnütziger Aufgaben gebunden. Darüber hinaus finanziert der DFB in vielfacher Hinsicht Projekte an der Basis, beispielhaft seien genannt:

Weiterentwicklung des Amateurfußballs
  • Projekte des Masterplan Amateurfußball
  • Ausbildung zum „Junior Coach“
  • DFB-Mobil
  • zentrale digitale Dienstleistungsangebote (u.a. FUSSBALL.DE, Training und Service, DFBnet)
  • Frauen- und Mädchenfußball
  • Fußball-Ferien-Freizeiten der DFB-Stiftung Egidius Braun
  • Qualifizierungsmaßnahmen für Vereine und Mitarbeiter
Talentförderung
  • DFB-Talentförderprogramm (DFB-Stützpunkte)
  • Bonussystem für Amateurvereine, die Junioren- oder Juniorinnen-Nationalspieler ausbildeten
  • Nachwuchsleistungszentren
  • Eliteschule des Fußballs

Insgesamt summieren sich alle Unterstützungsleistungen für den Amateurfußball auf circa 30 Millionen Euro jährlich. Nicht eingerechnet sind dabei die Einsparungen, von denen Vereine durch Innovationen in der Spielverwaltung und -organisation seitens des DFB profitieren. Mit den einfach zu bedienenden Werkzeugen des DFBnet können Aufgaben wie Passanträge, Platzreservierung, die Ansetzung der Schiedsrichter, die Verwaltung der Spielberechtigungen und Sperren für mehr als 70.000 Spiele pro Woche praktisch automatisch online erledigt werden. Die Vereine sparen dadurch nicht nur viel Zeit und Arbeit, sondern auch ganz praktisch z. B. bei den Portokosten. Organisierter Fußball ist deshalb preiswert, weil der DFB und die Landes- und Regionalverbände viele Leistungen übernehmen und damit die Vereine direkt unterstützen. Darüber hinaus setzt sich der DFB erfolgreich und mit Nachdruck auf politischer Ebene für Verbesserungen im Sinne der Vereine und des Fußballs ein. Beispielhaft seien hier die aktuelle Änderung der Lärmschutzverordnung für Sportanlagen oder zuvor das Ehrenamtsstärkungsgesetz angeführt.

Was ist der Masterplan Amateurfußball?

Die Auswirkungen des demografischen Wandels sind auch im Fußball spürbar. Dies haben der DFB und seine Regional- und Landesverbände erkannt und entsprechende Maßnahmen zur Zukunftssicherung des Amateurfußballs ergriffen. Aus diesem Grund fand bereits im Jahr 2012 der Amateurfußball-Kongress in Kassel statt. Dort wurden die drängendsten Probleme der Vereine ermittelt und ein gemeinsamer Handlungsplan entwickelt: der Masterplan Amateurfußball. Auf dem DFB-Bundestag 2013 wurde er gestartet. Im Kern definiert der Masterplan drei Handlungsfelder: Entwicklung des Spielbetriebs, Kommunikation und Vereinsservice. Vielfältige Maßnahmen des Masterplans haben der DFB und die Landes- und Regionalverbände mit ihren Kreisen und Bezirken bereits umgesetzt.